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Fanny Chmelar beim Damen-Slalom über der Kulisse von Garmisch-Partenkirchen.

Hoteliers hoffen auf WM-Effekt

Garmisch-Partenkirchen - 14 Tage volle Betten reichen den Hoteliers nicht. Sie hoffen auf einen langfristigen Werbe-Effekt durch die Ski-WM.

Zwei Wochen stand Garmisch-Partenkirchen im Mittelpunkt der Ski-Welt. Medien im In- und Ausland berichteten täglich über die Weltmeisterschaften, zigtausend Gäste waren im Ort und viele Hotels ausgebucht. „Das war gigantisch“, sagt Dagmar Lennartz, Geschäftsführerin im Dorint Sporthotel. Doch 14 Tage volle Betten reichen den Hoteliers nicht. Sie hoffen auf einen langfristigen Werbe-Effekt durch die Ski-WM. „Wir müssen das tolle Gefühl und die positive Stimmung von jetzt weiter nutzen und transportieren“, sagt Gert Zinn. Der Direktor des Riessersee Hotels weiß, dass das nur über Vermarktung und Qualität geht. Deshalb hat das Vier-Sterne-Haus in den vergangenen beiden Jahren 550 000 Euro unter anderem in die Renovierung der Zimmer gesteckt, über eine Million Euro sind für ein Blockheizkraftwerk und kleinere Sanierungen in diesem Jahr veranschlagt. Ähnlich sieht es in vielen anderen Garmisch-Partenkirchner Häusern wie dem Rheinischen Hof, Reindl’s Partenkirchner Hof, dem Mercure Hotel, dem Dorint Sporthotel, Vier Jahreszeiten, Königshof, dem Staudacher Hof, Familotel Leiner sowie weiteren Hotels und Pensionen aus.

Das letzte Rennen: Bilder vom Slalom

Das letzte Rennen: Bilder vom Slalom

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„Es wurde wirklich viel investiert und in diesem Jahr ist es noch mehr als 2010“, fasst Monika Leiner-Pieri zusammen. Die Ortsvorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbandes (BHG) hatte die Häuser angeschrieben, um sich ein Bild von der Investitions-Situation zu machen. Die Rückmeldungen stimmen sie froh. Allein in den Betrieben, von denen sie eine Aufstellung erhielt, wurden in den vergangenen zwei Jahren rund fünf Millionen Euro investiert, für 2011 liegt die Summe geplanter Projekte noch höher. Genaue Zahlen können noch nicht alle Hoteliers nennen. Leiner-Pieri hat aber insgesamt festgestellt, dass „bei allen das Gefühl da ist, was tun zu müssen.“ Darin kann ihr Josef Zebhauser nur zustimmen. „Zu lange ist nichts passiert“, findet der Manager des Königshof.

Dass kräftig saniert wird, liegt hauptsächlich an der Senkung der Mehrwertsteuer im Hotelgewerbe auf sieben Prozent im vergangenen Jahr. Doch Zebhauser ist das zu wenig. „Wir brauchen beim Essen und Trinken auch sieben Prozent“, fordert er. Zwar habe ihm die Senkung geholfen, Investitionen in Höhe von 400 000 Euro in diesem Jahr zu stemmen. Unter anderem wurde eine Etage renoviert sowie der Wellness- und Fitnessbereich ausgebaut. „Aber das reicht noch nicht.“ In jeder Metzgerei würden Leberkassemmeln mit sieben Prozent Mehrwertsteuer verkauft. „Wo ist da der Unterschied zur Verpflegung im Hotel?“

Dabei stehen in allen Betrieben dringend notwendige Sanierungen ganz oben auf der Prioritäten-Liste. Diese wird nach und nach abgearbeitet. In vielen Hotels sind die nötigsten Renovierungen bereits abgeschlossen, für dieses Jahr sind Projekte geplant, die „ein Mehrwert für die Kunden sind“, sagt Lennartz vom Dorint Sporthotel. Darunter fallen beispielsweise die Neugestaltung von Tagungsräumen, Fluren und Treppenhäusern. Doch auf den Werbe-Effekt Ski-WM allein will sich die Geschäftsführerin nicht verlassen: „Auch die Kongressveranstaltungen müssen noch mehr werden.“

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