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DSV-Präsident Alfons Hörmann

Organisation top – Sport in Ordnung

Garmisch-Partenkirchen - Die Bilanz dieser Ski-WM in Garmisch-Partenkirchen? Da sind sich Alfons Hörmann und Wolfgang Maier nicht ganz einig.

Der Präsident des Deutschen Skiverbandes hat das große Ganze im Blick, schielt mit einem Auge auch auf die Olympiabewerbung München 2018. Darum sagt er: „Ich ziehe ein rundum positives Fazit. Wir haben unser Motto, Festspiele im Schnee zu feiern, gelebt."

Alpindirektor Maier dagegen ist für das Sportliche zuständig. Und da zählen beim Skifahren nunmal nur Sekunden und Medaillen. Drei waren das Ziel, zweimal Edelmetall haben die deutschen Rennläufer letztendlich geholt. Zweimal Bronze, zweimal gewonnen von Maria Riesch – in Abfahrt und Super- G. „Darüber haben wir uns gefreut. Das steht außer Frage“, sagt Maier. „Aber eigentlich hatten wir uns im Riesenslalom der Damen und im Slalom ein bisschen ein besseres Ergebnis erwartet. Das geht, glaube ich, allen so.“ Doch wenigstens habe es keine Nullnummer gegeben.

Wichtig ist ihm aber auch der Blick nach vorne. „Die Perspektiven sind entscheidend, und dass wir etwas Positives aus dieser WM ziehen.“ Das kann er. „Wir haben junge Leute gesehen, mit denen wir in die Zukunft gehen können.“ Die Kritik, vor allem bei den Männern und in den schnellen Disziplinen bei den Frauen, nicht alle Startplätze besetzt zu haben, weist er nochmal energisch zurück. „Wir wollten hier guten Sport präsentieren.“ Verletzungsbedingt hätte man nicht alle Topleute dabei gehabt. Aber man können auch nicht junge Sportler auf diese schwierige Kandahar-Abfahrt schicken, die noch nie im Weltcup gefahren sind. „Das wäre verantwortungslos gewesen.“

Marias Milka Ski-Girls feiern im TirolBerg

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Er habe verhindern wollen, sie mit hohen Startnummern „irgendwo zwischen Platz 40 und 50 rumfahren zu lassen. Das interessiert ja eh niemanden.“ Stattdessen hat sich der DSV entschieden, die Talente als Vorläufer einzusetzen, wo sie ohne Druck Erfahrung sammeln können.

Ausnahme war nur Stefan Luitz. Der 18-Jährige aus Bolsterlang hatte ebenfalls die WM-Norm nicht erfüllt. „Er ist mit Abstand unser bester Jugendlicher“, erklärt Maier. Rang 29 im Riesenslalom und ein starker Slalom-Auftritt, der leider nicht belohnt wurde – „sein Einsatz hat sich aber hunderprozentig gelohnt“, findet Maier.

Volle Rückendeckung bekommt der Alpin-Chef von Präsident Hörmann. „Ich mache den Erfolg dieser WM nicht nur an Medaillen fest. Wir versuchen es ganzheitlich zu sehen.“ Maier und sein Trainerteam habe hervorragende Arbeit gemacht. „Er hat unser uneingeschränktes Vertrauen für die Zukunft.“

Die sieht der DSV-Chef sehr positiv. Das liegt auch am wirtschaftlichen Erfolg der Titelkämpfe. 130 000 Zuschauer bei elf Wettbewerben – zehn Prozent mehr als kalkuliert – lassen schon jetzt einen satten finanziellen Gewinn erwarten. Das Geld soll voll in die Leistungssportentwicklung speziell im Alpin- Bereich fließen. „Wir wollen die WM als Katalysator für weitere alpine Erfolge in der Zukunft nutzen“, sagt Hörmann.

Und einen weiteren positiven Effekt erhofft sich der Allgäuer von den erfolgreichen Weltmeisterschaften. Nochmal Rückenwind für die Olympiabewerbung München 2018. „Wenn es mit Olympia nicht klappen sollte, hat’s an Garmisch-Partenkirchen nicht gelegen.“

ALEXANDER SCHWER

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