Gullydeckel-Anschlag auf Zug: Lokführer festgenommen

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Im Dauerstress: Stefan Deuschl.

Festspiele für Menschen mit Handicap

Garmisch-Partenkirchen - Der barrierefreier Ausbau an den Sportstätten befindet sich in der Endphase. Der OK-Beauftragte und Rollstuhlfahrer Stefan Deuschl testet das Ergebnis.

Es werden Holzplatten angeliefert, Geländer aufgestellt und Rampen verlegt. Denn eines ist bei den Aufbauarbeiten dieser einen Tribüne im Skistadion besonders wichtig: Es darf keine Barrieren geben. Was die Arbeiter derzeit an den beiden Rennstrecken errichten, sind die Zuschauerplätze für Rollstuhlfahrer. Wenn sie damit fertig sind, ist Stefan Deuschl gefragt. Als „Beauftragter für die Belange von Menschen mit Handicap“ im WM-Organisationskomitee (OK) testet der Rollstuhlfahrer die Barrierefreiheit dann selbst. „Seit 2010 ist das ein Vollzeit-Job“, sagt er über seine Tätigkeit im OK. Nun ist der Endspurt angesagt.

Denn ab Montag, 7. Februar, sollen auf den speziellen Tribünen bei jedem Rennen 18 Rollstuhlfahrer mit je einer Begleitperson Platz haben. Bis dahin müssen auch noch die Wege zu den Sportstätten mit Holzplatten ausgelegt werden. Für behindertengerechte Sanitäranlagen und einen Shuttle-Service ist bereits gesorgt. „Wir haben zwei Busse für die Rollstuhlfahrer und einen weiteren für die Begleitungen“, erläutert Deuschl. Ihm war wichtig, dass die Gäste, „nachdem sie aus dem Auto ausgestiegen sind, ihren Rollstuhl nicht mehr verlassen müssen“. Abgeholt werden sie an ausgewiesenen Behinderten-Parkplätzen. Die sind für die Wettbewerbe am Gudiberg am Kainzenbad und für die Rennen an der Kandahar an der Äußeren Maximilianstraße. An seiner Seite hat Deuschl zehn Volunteers, die die Rollstuhlfahrer während der Wettkämpfe betreuen. Sie werden am Donnerstag, 3. Februar, in der Unfallklinik Murnau von Mitarbeitern der Reha-Abteilung geschult. Dabei werden Fragen zum richtigen Umgang mit Menschen mit Handicap, ihrem Transport und möglichen Problemen geklärt. „Damit sich die Volunteers richtig in die Thematik einfühlen, setzen sie sich auch selbst in den Rollstuhl“, erzählt der OK-Beauftragte. Anschließend weist er sie an den Sportstätten ein. Nicht nur für die Volunteers und im OK ist er der Ansprechpartner für alle Fragen rund um eine behindertengerechte WM, sondern auch für die Gäste. Ständig klingelt das Telefon, Anfragen und Buchungen laufen auch per E-Mail ein. Aber er betont: „Es gibt noch Karten für Rollstuhlfahrer. Während die Wettbewerbe an den Wochenenden auf großes Interesse stoßen, „sind für die Rennen unter der Woche ausreichend Tickets vorhanden“. Von Deuschl bekommen die Besucher mit Behinderung nicht nur Informationen zu den Wettkämpfen, sondern auch Stadtpläne sowie Tipps für Veranstaltungen im Ort, die barrierefrei zu erreichen sind – damit die Ski-Weltmeisterschaften für Menschen mit Handicap zu wahren Festspielen werden.

Weitere Informationen

zum Thema barrierefreie WM und behindertengerechtes Garmisch- Partenkirchen finden Interessierte im Internet unter www.gapa.de und www.gap2011.com.

VON JANINE TOKARSKI

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