„Wir wollen auch nächstes Jahr noch in dieser Liga spielen“: Hachings Trainer Arie van Lent.  
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„Wir wollen auch nächstes Jahr noch in dieser Liga spielen“: Hachings Trainer Arie van Lent.  

Trainer der SpVgg Unterhaching im Interview

Van Lent kündigt Veränderungen an und nimmt Routiniers in die Pflicht

  • Ludwig Krammer
    vonLudwig Krammer
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Nach starken Saisonstart findet sich die SpVgg Unterhaching mittlerweile auf einem Abstiegsplatz wieder. Trainer Arie Van Lent kündigt im Interview Veränderungen an.

• Die SpVgg Unterhaching steht nach vier Niederlagen in Serie auf einem Abstiegsplatz in der 3. Liga.

• Trainer Arie Van Lent bleibt im Interview weiter zuversichtlich, nimmt aber vor allem seine etablierten Spieler in die Pflicht.

• Das Comeback von Stephan Hain rückt immer näher - die Routiniers Sascha Bigalke und Jim-Patrick Müller sind weiterhin kein Thema.  

München – Seit dieser Woche steht Haching in der Tabelle unter dem Strich. Die Nerven liegen blank, was sich schon am Fruststatement des Trainers im Anschluss an das 1:3 beimKFC Uerdingen zeigte. Wörtlich hatte Arie van Lent gesagt: „Ich hoffe, dass jeder heute Abend in den Spiegel schaut und sich fragt: War ich das, der so eine Scheiße gespielt hat oder war es doch mein Nebenmann?“ Wie er die Lage beimVorstadt-Börsenclub sieht, verrät der Niederländer im Interview.

SpVgg Unterhaching: „War Zeit für einen Weckruf“

Herr van Lent, direkt gefragt: Hat der Abstiegskampf begonnen?

Die Saison ist noch jung, alles liegt eng beieinander, aber es muss schon einen Grund geben, wenn du jetzt aufPlatz 17 stehst. Auch wenn die Tabelle aktuell noch nicht komplett aussagekräftig ist. Wir wollen auch nächstes Jahr noch in dieser Liga spielen. Und darum war es jetzt auch Zeit für einen Weckruf.

Wie sind die Reaktionen auf Ihr derbes Statement ausgefallen?

Ich denke, dass die Botschaft angekommen ist bei denen, die gemeint sind.

Besonders die erfahren Spieler sind jetzt in der Pflicht

Namen?

Keine Namen. Aber es dürfte auf der Hand liegen, dass ich nicht in erster Line die Nachwuchsspieler gemeint habe, sondern die, die hier schon länger auf dem Platz stehen. Wir müssen uns ehrlich die Meinung sagen. Und mir war es ein Anliegen, das auch mal öffentlich zu tun. Wenn mein Bauch so schreit, dann muss das raus. Und damit muss man im Profifußball auch umgehen können.

Hat Haching ein Problem mit der Eigenverantwortung?

Das ist auf jeden Fall ein Punkt. Anspruch und Leistung müssen sich decken. Wer an Höheres denkt, der muss sich entsprechend präsentieren. Vier Niederlagen in Folge, das ist schon eine Kunst – und keine schöne. Dabei war der Start mit drei Siegen aus den ersten vier Spielen durchaus beachtlich.

Knappe Niederlagen gegen Saarbrücken und Duisburg sind immer noch in den Köpfen

Hat das 1:2 in der Nachspielzeit in Saarbrücken mehr zerstört, als Sie für möglich gehalten hätten?

Das war natürlich ein Tiefschlag, weil wir von der Leistung her dort sogar gewinnen hätten können. Genauso war’s danach beim 0:1 gegen Duisburg. Acht hochkarätige Chancen, und wir kriegen das Ding nicht über die Linie. Spätestens ab da war der Wurm drin.

Als ehemaliger Stürmer müssen Sie bei der Bilanz von sieben Treffern aus acht Spielen körperliche Schmerzen haben . . .

Nicht nur ich, auch mein Co-Trainer Robert Lechleiter war mal Stürmer – dem geht’s genauso. Wir sind im Angriffsdrittel einfach viel zu harmlos, das ist das Kernproblem.

Hört die Mannschaft nicht mehr auf Sie?

Doch, da bin ich mir ganz sicher. Wenn ich sehe, wie wir trainieren – die Mannschaft zieht schon mit. Aber im Spiel kommt der Kopf dazu, da musst du dich wehren und dich vorne reinschmeißen, immer wieder, gegen alle Widerstände. Ob du das Tor dann mit der Schulter machst oder mit dem Ohr –- scheißegal, der Ball ist drin.

Stephan Hain nicht der Retter den sich viele Fans wünschen?

Mit Stephan Hain ist ein Hoffnungsträger ins Training zurückgekehrt . . .

Vielleicht kann er in der Englischen Woche schon mit nach Dresden kommen, mal abwarten. Aber Stephan wird sicher nicht der große Retter sein, das wäre vermessen.

Mit Sascha Bigalke und Jimmy Müller gibt es zwei Offensivkräfte, die seit Saisonbeginn außen vor sind und nicht einmal mittrainieren dürfen. Kann sich das Haching in dieser Situation leisten?

Das ist eine Entscheidung, die der Verein vor meiner Zeit getroffen hat.

Am Sonntag geht’s gegen Viktoria Köln. Was ist da zu erwarten?

Die Mannschaft wird sicher in Teilen ein neues Gesicht bekommen. Wenn meinen Worten keine Taten folgen würden, dann wäre ich unglaubwürdig.

(Ludwig Krammer)

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