Rückrundensorgen, mal wieder: Haching-Präsident Manni Schwabl.
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Rückrundensorgen, mal wieder: Haching-Präsident Manni Schwabl.

Präsident der SpVgg Unterhaching im Interview

Manni Schwabl: „Auch Klopp oder Flick wären machtlos“

  • Uli Kellner
    vonUli Kellner
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Die SpVgg Unterhaching ist seit elf Spielen sieglos und steckt mitten im Abstiegskampf. Im Interview spricht Manni Schwabl über das Trainerteam und Ziele der SpVgg.

München– Seit dem 1:2 beim MSV Duisburg steht fest: Die SpVgg Unterhaching wird den Tabellenkeller so schnell nicht verlassen. Wird es jetzt eng für Trainer Arie van Lent? Was bedeutet die Talfahrt für den Verein, den Aktienkurs, die Jugendarbeit? Über all das sprachen wir mit Präsident Manfred Schwabl.

Schwabl: So schlimm war's noch nie

Herr Schwabl, es läuft mal wieder nicht, wie so oft in Hachinger Rückrunden. Ironisch gefragt: Da kommt 1860 als Aufbaugegner gerade recht, oder?

Bei uns hilft gerade wirklich nur Ironie (lacht). Gemessen an unserer Situation hat 1860 ein Luxusproblem. Sicher haben die auch nicht den besten Lauf und die 3. Liga ist allgemein sehr eng. Aber was bringt es mir zu jammern, dass wir sechsmal in Folge nur mit einem Tor Unterschied verloren haben? Am Freitag geht’s wieder bei null los, deswegen liegt die Chance bei 50:50.

Seit elf Spielen ist Haching sieglos, 2021 gab es bisher nur einen Punktgewinn. Eine neue Dimension des Rückrundenfluchs?

So drastisch war’s wirklich noch nie. Es liegt aber nicht am Trainerteam. Das Hauptthema ist: Wir schießen einfach zu wenig Tore. Hain verletzt, Hasenhüttl verletzt – wir haben im Sturm leider überhaupt nichts nachzulegen. Durften wir im Winter übrigens auch gar nicht wegen diverser Auflagen vom DFB. Ich bin aber der Letzte, der das jetzt dem Trainerteam in die Schuhe schiebt. Das muss ich mir an vorderster Front schon selber vorwerfen.

Schwabl: Das Trainerteam schmeißt sich zu 100 % rein

Das heißt: Sie verlängern den Freifahrtschein für Arie van Lent, den Sie schon vor vier Wochen ausgestellt haben?

Der bleibt so lange, wie ich das Gefühl habe, das Trainerteam schmeißt alles rein – und zwar nicht zu 99, sondern zu 100 Prozent. Diese Wahrnehmung hat sich im Rahmen des Auswärtsspiels in Duisburg weiter gefestigt. Wir haben uns ja schon was dabei gedacht, als wir die drei geholt haben (van Lent und seine Co-Trainer Robert Lechleiter und Roman Tyce/Red.). Für unser Konzept, junge Spieler einzubauen, sind die drei als Ex-Profis absolut Gold wert. Warum soll ich das jetzt infrage stellen, nur weil die Rahmenbedingungen gerade extrem schwierig sind?

Corona, die Lizenzauflagen, die Verletzten . . .

Ganz genau. Du kannst jetzt den Klopp hinstellen oder Hansi Flick – das würde auch nichts ändern. Es gibt vorne mit Stroh-Engel und Schröter momentan nur zwei gelernte Stürmer. Wir haben das auch im Präsidium und im Aufsichtsrat besprochen, dort sind alle der gleichen Meinung. Ich will deswegen auch gar keine Trainerdiskussion mehr hören. Punkt.

Schwabl: Ich lass mich am mittelfristigen Erfolg messen

Wie viel Angst jagt Ihnen das Wort Regionalliga ein?

Es gibt keine Angst – nur Herausforderungen, die man annehmen muss. Das würde meine Motivation nur noch mehr steigern, alles weiter nach vorne zu treiben. Dazu ist mir das Projekt viel zu wertvoll. Wir haben enorm viele Toptalente, wichtige Sozialprojekte, arbeiten weiter an der Infrastruktur. In drei bis fünf Jahren werden wir ganz anders da stehen. Daran lasse ich mich mittelfristig messen, nicht nur kurzfristig, wenn’s uns heuer wirklich erwischen sollte.

Wann wäre für Sie der Punkt erreicht, an dem Sie sagen: Jetzt mag ich nicht mehr oder jetzt mache ich besser den Weg frei?

Den mache ich sofort frei, wenn eine Mehrheit im Verein der Auffassung ist, dass eine erfolgreiche Profimannschaft mit nur fremden Spielern in der 2. Bundesliga wichtiger ist als ein nachhaltiger Aufbau mit eigenen Jungs in der3. Liga. Das wäre dann nicht mehr meine Welt. Ich wäre für diesen Fall übrigens nullkommanull beleidigt. Dann hätte wenigstens meine Frau eine Freude, weil ich mehr Zeit hätte, mit ihr spazieren zu gehen, obwohl das eigentlich gar nicht meinem Naturell entspricht.

Interview: Uli Kellner

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