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Jetzt braucht’s die härtere Hand: Haching-Präsident Manni Schwabl (54).
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Präsident der SpVgg Unterhaching im Interview

Schwabl über Schromm: „Die Frage ist, ob es noch an der Linie passt“

  • Uli Kellner
    vonUli Kellner
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Manfred Schwabl zieht im Interview eine erste Bilanz der schwachen Rückrunde der SpVgg Unterhaching. Der Präsident spricht auch über die Wechselgerüchte um Sascha Mölders.

  • Manfred Schwabl spricht im großen Interview über die enttäuschende Rückrunde der SpVgg Unterhaching. 
  • Der Präsident schließt nicht aus, dass Trainer Claus Schromm abgelöst und in Zukunft in einer anderen Funktion im Verein weiterarbeiten könnte. 
  • An einen Transfer von Sascha Mölders glaubt der 54-Jährige nicht, lässt sich aber ein Hintertürchen offen. 

Manni Schwabl, um gleich mal Ihr Bild aufzugreifen: Was war los mit dem Hachinger ICE?

Zuletzt wirkte er eher wie ein Bummelzug. Ja (lächelt), mit dieser Aussage hab ich mich ein bisschen verbrannt. Den ICE mussten wir leider zurück ins Stellwerk holen, aber irgendein Zug wird in Haching wieder losfahren. Wer dann da einsteigen kann oder darf, das werden die Gespräche zeigen, die jetzt anstehen. Zuletzt hat mir einiges gefehlt, vor allem Herz und Leidenschaft. Das war schon im ersten Derby gegen 1860 so – und das hat sich wie ein roter Faden gerade durch die letzten Spiele durchgezogen. Da müssen wir jetzt alles und jeden hinterfragen. Auch hinsichtlich der Frage, mit wem man weitermacht.

Schwabl: „Künftig werden andere Regeln gelten“

Wörtlich haben Sie angekündigt, jeden Stein umdrehen zu wollen.

Wir haben jetzt zum dritten Mal eine katastrophale Rückrunde gespielt. Warum das so ist, weiß ich noch nicht, aber eins ist klar: Im Mittelpunkt muss immer das Projekt Haching stehen, nicht die Person Schwabl, Schromm, Bigalke oder wer auch immer.

Hört sich an, als wäre ein harter Schnitt unausweichlich.

Bei uns wird es das nie geben, dass man Fehler sucht, um jemanden loszuwerden, aber ich bin an einem Punkt angelangt, wo ich sage: Künftig werden andere Regeln gelten. Ich werde ganz sicher nicht mehr zuschauen, wie hier alles vor sich hin dümpelt.

SpVgg Unterhaching: Schwabl vergleicht Führen einer Mannschaft mit Kindererziehung

Das Ende der Hachinger Wohlfühl-Oase?

Ich hab das zuletzt mit dem Robinson Club vergleichen. Meine Auffassung war immer: Wenn du als Verein alles tust, dann kriegst du auch alles wieder zurück im Sinne von Leistung. Leider ist das offenbar nicht der Fall. Der Wind wird definitiv rauer werden. Nicht unmenschlich, aber in der Sache wesentlich klarer. Meine Erfahrung ist: Wenn du einer Fußballmannschaft keine Grenzen aufzeigst, dann wird sie auch nie an ihre eigenen Grenzen gehen. Das ist wie bei der Kindererziehung. Wenn Kinder immer alles kriegen, ist das vielleicht gar nicht so gut.

Ist es Zufall, dass der Bruch nach der Corona-Pause reinkam? Haching war vorher Dritter, in den letzten zehn Spielen war dann nur Jena schlechter. Haben Sie eine Erklärung für Platz 19 in der „Corona-Tabelle“?

Ganz ehrlich: Die hab ich nicht, noch nicht. Darum gibt es jetzt diese Gespräche.

„Zuckerbrot und Peitsche ist überall die große Herausforderung“

Das Wegfallen der Zuschauer kann in Haching ja kaum die Ursache sein.

Ich weiß es nicht, keine Ahnung. Aber wir werden der Sache auf den Grund gehen. Wenn ich wüsste, warum wir speziell in der Rückrunde immer so einbrechen, würde ich es jetzt auch ehrlich sagen.

Skizzieren Sie doch mal, wie die neuen Regeln in Unterhaching aussehen könnten.

Strenger einfach. Die brauchst du in einer Gruppe. Die haben wir früher auch gebraucht. Wir haben auch ausgelotet, wie weit man gehen kann. Wenn bei Lorant oder Lattek was nicht funktioniert hat, dann sind wir halt gelaufen, bis keiner mehr stehen konnte. Nach der 200. Runde haben wir dann gesagt: Okay, jetzt schalten wir mal das Hirn ein. Ich glaube generell, dass man die heutige Gesellschaft zu weich anpackt. Zuckerbrot und Peitsche ist überall die große Herausforderung, in jeder Beziehung. Nur gut ist nix. Und nur draufhauen auch nicht.

Schwabl: „Ein Cheftrainer muss auch mal dazwischenfunken“

Ist Claus Schromm einer, der auch die harte Tour beherrscht?

Das werden wir miteinander herausfinden, auf einer ganz, ehrlichen, offenen Ebene. Grundsätzlich sage ich: Du kannst oder sollst den Charakter eines Menschen nicht verändern, weil dann wirkt es aufgesetzt. Klar ist aber auch: Ein Cheftrainer muss auch mal dazwischen funken. Das erwartet eine Mannschaft. Wenn du nur gut bist zu allen, dann geht der Schuss nach hinten los. Dazu steht auch, insbesondere wirtschaftlich, zu viel auf dem Spiel. Du musst ja nur mal nächstes Jahr die 3. Liga anschauen. Nur mit Streichelzoo kommst du da definitiv nicht weiter.

Das Vertrauen in Schromm war immerhin so groß, dass Sie ihn mit einem Vertrag bis 2023 ausgestattet haben. Erst im März war das. Zu voreilig?

Nein. Weil der Claus für den ganzen Verein so wertvoll ist, dass ich ihn nie verlieren möchte. Unabhängig von der Position, die er bekleidet. Die Frage ist halt, ob es noch an der Linie passt. Sein Vertrag ist aber für das ganze Projekt, nicht nur für die Linie.

SpVgg Unterhaching: Schwabl schließt Ende der Ära Schromm als Cheftrainer nicht aus

Wäre es für Sie denkbar, Schromm künftig woanders einzusetzen?

Es gibt viele Möglichkeiten. Claus steht für Haching, mit seinem Know-how, mit seiner Menschlichkeit. Bloß: Nur auf die gute Tour kommen wir leider nicht weiter, das haben wir beide gemerkt. Da müssen wir uns ehrlich in die Augen schauen und die richtigen Schlüsse ziehen. Wobei ich betone: Noch ist alles offen. Ich muss auch noch mit den Kapitänen drüber reden. Ich will nicht noch mit 75 jedes Jahr die schlechteste Rückrundenmannschaft sein.

Vor einem Jahr sagten Sie: Claus bleibt – diese Aussage steht wie ein Pflock.

Dazu stehe ich – es sei denn, er will mal auswandern. Umgekehrt erwarte ich von ihm, dass er bei mir klopft, wenn er meint, er ist nicht mehr der Richtige für uns. Genauso haben wir das auch ausgemacht. Jetzt hängen wir so lange zusammen, da sind wir beide in der Pflicht, das Auge in Auge zu klären. Es kann herauskommen: Claus macht’s noch drei Jahre. Es kann aber auch was anderes rauskommen, immer alles im Sinne des Projekts.

Schwabl: „Mölders passt wie die Faust aufs Auge zu 1860“

Und wenn man am Trainer nichts ändert, muss man vielleicht was an der Mannschaft ändern. Fehlt vielleicht doch ein abgezocktes Schlitzohr wie Sascha Mölders?

Meine Überlegung geht eher dahin, noch mehr auf den Nachwuchs zu setzen – und dazu auf den einen oder anderen Ankerspieler. Wenn wir davon genug in der Mannschaft haben, müssen wir nicht woanders hinschauen. Wenn nicht, wäre natürlich ein Kaliber wie Sascha ein Thema. Aber es muss ja nicht der Mölders sein. Mölders passt wie die Faust aufs Auge zu 1860.

Können Sie also ausschließen, dass Mölders mal das Haching-Trikot trägt?

Stand jetzt eigentlich schon. Ich hab mir aber abgewöhnt, etwas zu 100 Prozent auszuschließen. Sonst fällt einem das vielleicht eines Tages vor die Füße.

Und wie ist generell Ihre Prognose für die Zukunft?

Ich denke, dass sich auch im Profifußball wegen Corona die Spreu vom Weizen trennen wird. Unser Ansporn bleibt, in die 2. Bundesliga zu kommen, und wenn es noch fünf Jahre dauert, bis unser Zug dort ankommt. Ich jedenfalls gebe solange alles, bis wir als Spielvereinigung dieses Ziel erreicht haben.

(Interview: Uli Kellner)

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