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Die Gesichter einer katastrophalen Saison: Hachings Chefcoach Arie van Lent (r.) und sein Assistenztrainer Robert Lechleiter. 

Es reicht einfach nicht für die 3. Liga

  • vonChristian Amberg
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SpVgg Unterhaching ist nach der 2:3-Niederlage gegen Uerdingen im freien Fall Richtung Regionalliga.

Unterhaching – Das war wohl schon die Abschiedsvorstellung der SpVgg Unterhaching aus der Dritten Liga. Nach der 2:3-Niederlage im nächsten wegweisenden Sechs-Punkte-Spiel gegen Abstiegskonkurrent KFC Uerdingen sind die Chancen auf den Klassenerhalt noch weiter gesunken. Acht Punkte beträgt der Rückstand zum rettenden Ufer seit Samstag, weil die Konkurrenz durchweg punkten konnte. Im Sportpark kann man sich ab sofort auf die Planungen für die Regionalliga konzentrieren.

Es war zwar wieder nur eine knappe Niederlage mit einem Tor Differenz, die Unterhachinger Vorstellung vom Samstag war allerdings eindeutig: Es reicht qualitativ nicht für die Dritte Liga. „Schade, ich hatte große Hoffnungen in dieses Spiel“, sagte Trainer Arie van Lent, „wir haben am Ende zwar alles rausgehauen, aber es hat nicht gereicht. Das war zu wenig.“ Präsident Manfred Schwabl war vor allem über die erste Halbzeit einigermaßen entsetzt: „Ich hatte das Gefühl, dass da eine Schülermannschaft gegen eine Erwachsenenmannschaft spielt.“

Stürmer Stephan Hain, der mit dem zwischenzeitlichen Ausgleich zum 2:2 Hoffnungen auf eine Wende im Spiel genährt hatte und nach langer Verletzungspause sein erstes Tor seit Mai letzten Jahres erzielte, musste ernüchtert feststellen: „Das mit dem Klassenerhalt wird jetzt schwer, da brauchen wir gar nicht reden. Das war ein wichtiges Spiel heute, aber wir haben wieder nichts geholt. Das ist ganz bitter.“

Es war in der zweiten Halbzeit eine kuriose Begegnung mit jeder Menge Aktion. Die SpVgg startete mit drei frischen Kräften in die zweiten 45 Minuten, zwei eingewechselte Spieler sorgten auch fast für die Wende. Paul Grauschopf köpfte zum 1:2 ein (60.), nur zwei Minuten später traf Hain mit einem Flugkopfball zum 2:2. In die Phase, in der die Partie zu Gunsten der Gastgeber zu kippen schien, platzte allerdings wieder nur zwei Minuten danach ein einfacher Uerdinger Angriff, den Kiprit zum 2:3 abschloss. „Sehr naiv, das muss man klipp und klar sagen“, hatten sich die Hachinger da angestellt, sagte Hain, „es spricht grad alles für uns, dann kriegen wir so ein billiges Tor.“

Verdient wäre ein Unentschieden allerdings nicht wirklich gewesen, zu lange blieb die SpVgg den Beweis der Drittliga-Tauglichkeit schuldig. In der kompletten ersten Halbzeit brachten die Hausherren gerade eine halbe Torchance zusammen. Uerdingen nutzte die erste Möglichkeit nach fünf Minuten zur Führung, legte nach einer halben Stunde das 0:2 nach und hatte in der 25. und 36. Minute zwei weitere Chancen. Unmittelbar nach der Pause fiel das 0:3. Schiedsrichter Patrick Alt wurde von seinem Assistenten allerdings auf ein vorangegangenes Handspiel an der Mittellinie hingewiesen und nahm den Treffer zurück. In der 82. Minute verschoss Lukimya noch einen Foulelfmeter für die Gäste.

„Wir haben nicht ganz unverdient gewonnen“, fand KFC-Coach Stefan Krämer, „auch wenn das Spiel in der Phase vor dem 2:3 fast komplett gekippt wäre.“ Van Lent lobte seine Elf dafür, „nach dem Rückstand in der zweiten Halbzeit unheimlich gut zurückgekommen“ zu sein, musste aber auch eingestehen: „Am Ende hätte die Niederlage auch noch höher ausfallen können, wenn man ehrlich ist.“

24 Punkte aus 29 Saisonspielen, 19 Niederlagen (Negativwert in der Dritten Liga), Tabellenplatz 20, mit weitem Abstand auch Letzter in der Rückrundentabelle mit erschütternden drei Punkten aus zehn Partien – die SpVgg präsentiert im Frühjahr 2021 die Bilanz eines Absteigers. „Die Tabelle lügt nicht“, gab auch van Lent am Samstag zu, „es sind noch 27 Punkte zu vergeben und es ist noch alles drin, aber ich muss auch sagen, dass das sehr schwer wird.“

Seinen Job wird der Holländer definitiv bis zum Saisonende behalten, das bekräftigte Präsident Manfred Schwabl noch einmal. Und van Lent schloss auch nicht aus, in der Regionalliga zu bleiben: „Ich werde sicher nicht abhauen. Ich weiß, wofür ich hier stehe, wir werden sicher auch darüber reden.“

Van Lent denkt
schon an
die Regionalliga

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