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„Das war grob fahrlässig, dass wir da noch drei Tore bekommen haben“ sagt Hachings Trainer Arie van Lent.

Haching kassiert ganz bittere 3:4-Saisonpleite gegen Aufsteiger Verl - Mantl vor Absprung

Schock nach drei Gegentoren in fünf Minuten

Das war von allen neun Saisonpleiten die mit Abstand bitterste! Drei Tore und eine 3:1-Führung reichten der SpVgg Unterhaching im Nachholspiel gegen den SC Verl nicht zum Sieg – noch nicht einmal zu einem Punktgewinn. Der starke Aufsteiger brauchte in der Schlussphase nur fünf Minuten, um die Partie noch zu kippen. Am Ende stand ein 4:3 für die Gäste und den Hachingern der Schock ins Gesicht geschrieben.

Unterhaching – „Das ist kaum in Worte zu fassen“, rang Verls Trainer Guerino Capretti anschließend nach Erklärungen für den fulminanten Schlussspurt seiner Elf und gab zu: „Wir waren nicht die bessere Mannschaft. Wir waren die schlechtere Mannschaft, aber jetzt sind wir überglücklich.“ Hachings Chefcoach Arie van Lent fiel eine Analyse ebenfalls „sehr schwer. In den letzten fünf Minuten drei Tore zu bekommen, das kann eigentlich nicht sein. Ich weiß selbst noch nicht, wie ich das verdauen soll. Das haben die Jungs nicht verdient.“

Einen Kritikpunkt äußerte der Holländer dennoch sofort: „Wir haben zwar ein gutes Spiel gemacht, aber vier Gegentore sind zu viel, das muss man schon ansprechen. Wir haben uns hintenraus sehr naiv angestellt. Das hat der Gegner ausgenutzt. Und wegen der letzten fünf Minuten bin ich auch sauer.“ Vier Gegentore kassierten die Hachinger zum ersten Mal in dieser Saison. Dabei waren die drei eigenen Treffer nach dem 4:1 in Mannheim im Dezember schon die zweitbeste Ausbeute in der laufenden Spielzeit, in der vor allem die Offensive immer wieder Anlass zur Kritik gegeben hatte. Die SpVgg gab so ein gewonnen geglaubtes Match noch aus der Hand, dabei hatte es kurz vor dem Ende mit der Riesenchance zum 4:1 nach einem deutlichen Sieg ausgesehen.

Turbulent war schon die Schlussphase der ersten Halbzeit. Jürgensens Eigentor brachte die SpVgg in Führung, nachdem zuvor Verl die besseren Möglichkeiten gehabt hatte. Steve Kroll, der erneut den am Oberschenkel verletzten Stammkeeper Nico Mantl ersetzte, musste schon in den ersten zehn Minuten zweimal in höchster Not retten. Kroll sah dann aber in der 45. Minute nicht gut aus, als er aus dem Tor stürzte, die Flanke der Gäste aber nicht erwischte. Ritzka glich zum 1:1 aus. Nach einem Bericht der Bild-Zeitung gibt die SpVgg in der Winterpause offenbar Stammkeeper Nico Mantl ab. Der Junioren-Nationalspieler soll zum Champions-League-Teilnehmer Red Bull Salzburg wechseln (siehe Bericht im überregionalen Sport).

Im zweiten Durchgang gab die SpVgg den Ton an. Nach toller Vorarbeit von Markus Schwabl musste Patrick Hasenhüttl nur noch einschieben (59.), die verdiente Unterhachinger Führung. Erneut Hasenhüttl und Alexander Fuchs hatten in den Minuten danach schon die Chance zum 3:1. Das erzielte schließlich der eingewechselte Moritz Heinrich nach einem Traumpass von Hasenhüttl (75.). Alles schien auf den ersten Dreier des neuen Jahres hinauszulaufen, erst recht, als wieder Heinrich fünf Minuten vor Schluss das 4:1 auf dem Fuß hatte, aber an Verls Torhüter Brüseke scheiterte. Max Dombrowka jagte den Nachschuss anschließend übers Tor.

Doch dann überschlugen sich die Ereignisse. Ein Schuss aus 16 Metern von Rabihic (85.), ein höchst unglückliches Billard-Eigentor von Schwabl nach eine Glanzparade von Kroll (88.) und schließlich sogar noch ein erfolgreich abgeschlossener Konter von Taz in der 90. Minute stellten die Partie auf dem Kopf. Vor dem letzten Treffer leistete sich ausgerechnet Heinrich, der nach seiner Einwechslung viel Schwung in die Partie gebracht hatte, in der gegnerischen Hälfte einen leichtfertigen Ballverlust.

„Sehr ärgerlich“, fand van Lent, „wir hatten nach dem 3:1 alles im Griff und hätten auch das 4:1 machen können. Das war vielleicht die Schlüsselaktion. Die 3:1-Führung ging völlig in Ordnung. Aber dann war da schon eine Naivität, über die man reden muss, das war grob fahrlässig, dass wir da noch drei Tore bekommen haben. Da ist echt vieles schiefgelaufen.“ Haching rutschte in der Tabelle der Dritten Liga auf Platz 14 ab und näherte sich wieder gefährlich der Abstiegszone. Am Samstag ist der Tabellenvorletzte Magdeburg zu Gast im Sportpark.

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