Robert Gasser

Kommentar

Van Lent sollte ehrlich zu sich sein

  • vonRobert Gasser
    schließen

Die SpVgg Unterhaching scheint im Drittliga-Abstiegskampf zurzeit ohne Chance. Ein Wechsel des Trainers könnte der letzte Ausweg aus dieser schier aussichtslosen Situation sein. Ein Kommentar von Robert Gasser.

Die SpVgg Unterhaching steht für Bodenständigkeit, für das Ehrliche im Fußball. Für genau das, das viele Fußball-Romantiker im Profisport so oft vermissen. Haching baut auf Spieler aus der Region, am besten aus dem eigenen hervorragend ausgebildeten Nachwuchs. Und die SpVgg Unterhaching steht nicht nur für Siege, Tore und Punkte. Sie steht für mehr. Vereinsboss Manfred Schwabl liegt der soziale Gedanke des Sports am Herzen. Vielleicht hält er die Werte des Sports gerade in so schweren Zeiten wie diesen für wichtiger als sportlichen Erfolg. Und das sind sie ja auch. Natürlich ist es letztlich völlig unwichtig, ob eine Fußballmannschaft ein Tor mehr schießt oder eines mehr kassiert, wenn gleichzeitig Menschen sterben, zahllose Betriebe zugrunde gehen und ganze Familien nicht mehr wissen, wie es weitergehen soll. Und trotzdem ist die SpVgg Unterhaching ein Verein, dessen gesamtes Umfeld sich als Profiklub begreift. Die Fans leiden, wenn sie mitansehen müssen, wie ihr Verein mit all seinen tollen Ideen und seinem Selbstbewusstsein dem Amateurlager entgegentaumelt.

Die Fehler wurden bereits vor dem Start in die Saison gemacht. Der Kader ist unerfahren, die jungen Talente tun sich in der 3. Liga schwer gegen all die Mannschaften mit ihren abgezockten gestandenen Profis. Freilich halten sie in so gut wie allen Spielen mit, oft fehlen nur Kleinigkeiten. Dazu kommt immenses Verletzungspech.

Trainer Arie van Lent ist es nach gutem Saisonstart freilich nicht gelungen, die Mannschaft weiterzuentwickeln. Er sollte sich selbst ehrlich fragen, ob ein Rücktritt vielleicht nicht die allerletzte Chance seiner Mannschaft im Abstiegskampf wäre.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare