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Auf Routinier Dominik Stroh-Engel ruhen nun die Hoffnungen der SpVgg Unterhaching. 

Schlaflose Nächte im Sportpark

  • vonChristian Amberg
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Unterhaching – Als sich der 1. FC Saarbrücken und die SpVgg Unterhaching in dieser Saison zum ersten Mal duellierten, herrschte noch „goldener Oktober“. Nicht nur kalendarisch und klimatechnisch, sondern auch sportlich. Die Hachinger waren in der jungen Drittliga-Saison ebenso auf Höhenflug wie die noch vom Aufstieg euphorisierten Saarländer. Es war das Duell Zweiter gegen Dritter, Haching hätte Tabellenführer werden können, verlor aber durch einen Treffer in der Nachspielzeit 1:2. Saarbrücken kletterte auf Platz zwei, die SpVgg erlitt einen klitzekleinen „Rückschlag“, von dessen damals überschaubarer Dimension man heute im Sportpark träumen würde.

Viel ist von der Spannung und Dramatik im Februar 2021 nicht geblieben, jetzt herrscht hier Existenzangst, dort entspannte Ruhe. Die SpVgg steckt tief im Abstiegskampf, Liga-Neuling Saarbrücken hat sich an der Schwelle zwischen oberer und unterer Tabellenhälfte eingependelt. Das Rückspiel am Sonntag (13 Uhr) ist deshalb alles andere als das Spitzenspiel im Oktober 2020. Es ist im Grunde für die Hachinger ein weiterer Akt im Überlebenskampf, für die Gäste eine Partie ohne jeden Druck.

Besser als der Blick auf die aktuelle Tabelle nach 23 Spieltagen kann nichts die Brisanz für Unterhaching verdeutlichen. Der Abstiegsplatz ist schon Realität, das rettende Ufer auch bereits drei Punkte entfernt. Wenig Anlass, Positives zu sehen. „Wir haben noch 15 Spiele“, sagt Hachings Trainer Arie van Lent – eine Aussage, die im Fußball immer gefährlich nach Durchhalteparole klingt. Und: „Wir sind in einer kritischen Phase, aber noch lange nicht abgestiegen.“ Allerdings, auch das gibt der Holländer zu, trotz der Jobgarantie für ihn und sein Trainerteam, sind die Zeiten nicht so einfach zu überstehen. „Wir sind mit einer neuen Idee im Sommer hier eingestiegen und wussten, dass wir schlaflose Nächte kriegen könnten. Die haben wir jetzt auch.“

Neun Spiele in Folge hat die SpVgg inzwischen nicht gewonnen, überhauppt nur zweimal einen Punkt geholt, einmal davon noch vor der Winterpause. Die Bilanz des Jahres 2021 ist verheerend und die mieseste der gesamten Liga. Van Lent „glaubt daran“, dass „das Spielglück wieder auf unsere Seite kommt“ – immerhin. Ein Rezept hat er bisher nicht gefunden, die Negativserie zu stoppen, trotz (oder wegen) etlicher Wechsel in der Startelf.

Da gibt es nun wieder eine Konstante mehr: Weil Patrick Hasenhüttl nach seiner Knie-Operation wochenlang ausfällt, wird „Oldie“ Dominik Stroh-Engel dauerhaft zum Stürmer Nummer eins. Zweimal zeigte der 35-Jährige zuletzt schon ansprechende Vorstellungen, auch wenn ihm nur ein Elfmetertor in Meppen gelang. „Er hat seine Sache sehr ordentlich gemacht“, lobt van Lent seinen erfahrenen Angreifer.

Auf Stroh-Engel, den man angesichts des immer weiter verschärften Jugendkonzepts im Sommer gerne abgegeben hätte, ruhen in der größten Krise jetzt viele Hachinger Hoffnungen.

SpVgg Unterhaching: Coppens – Schwabl, R. Müller, Greger, Dombrowka – Fuchs, Grauschopf – Heinrich, Hufnagel, Marseiler – Stroh-Engel.

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