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Kein Löwen-Gehege im Sportpark: Haching-Fans mit Protestplakat beim Derby am 1. Dezember.

Löwen unerwünscht

Schwabl schiebt  Riegel vor

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Haching stellt klar: Keine 1860-Heimspiele im Sportpark – Neue Optionen: Ingolstadt, Regensburg

Unterhaching/München – Die Fans der SpVgg Unterhaching hatten ihre Meinung zum brisanten Stadionthema bereits im Dezember kundgetan. „Löwen nach Hellabrunn – im Sportpark habt ihr nichts zu suchen“, hieß es auf Plakaten am Rande des Drittligaderbys im Sportpark (2:3). Seit gestern nun gibt es auch ein offizielles Statement des Hachinger Börsenvereins an die Adresse des TSV 1860. Der Inhalt ist in der Sache ähnlich, nur im Ton etwas freundlicher. „Eine zeitweise oder dauerhafte Untervermietung an Sechzig wird es nicht geben“, stellte Präsident Manni Schwabl vor der für heute, 18 Uhr, angesetzten Gemeinderatssitzung in Unterhaching klar.

Für die Spielvereinigung ist es eine wegweisende Sitzung, in der geklärt werden soll, ob der Tabellendritte der 3. Liga den Sportpark von der Gemeinde übernehmen kann. Ob als Kauf oder auf Erbpachtbasis wird sich zwar erst im März entscheiden, doch Schwabl hat sich dazu entschlossen, zumindest mit dem Lokal- und Ligarivalen reinen Tisch zu machen. Die Absage an seinen Ex-Verein begründet er wie folgt: „Im Endeffekt wollen wir unseren eigenen Weg gehen und dürfen unsere Umbaupläne nicht durch eine Untervermietung blockieren. Außerdem hast du immer die Umgebungs- und Anwohnerthematik. Dem muss und will ich als Präsident des hiesigen Vereins Rechnung tragen.“

Die Löwen hatten damit geliebäugelt, übergangsweise in den Sportpark umzuziehen, wenn das Grünwalder Stadion eines Tages zweitligatauglich ausgebaut wird (was noch längst nicht konkret beschlossen ist). Nicht nur einmal hatten Vertreter des TSV 1860 mit Schwabl zusammengesessen, um die brisante Thematik zu erörtern. Wörtlich hatte Präsident Robert Reisinger beim Landtagsstammtisch am 21. Januar gesagt: „Manni Schwabl freut sich schon, wenn wir kommen und ihm seinen Stadionausbau finanzieren.“

Gestern klang Reisinger naturgemäß etwas distanzierter, als er von unserer Zeitung über Schwabls Abfuhr informiert wurde: „Mir ist es neu, dass der Manni Schwabl das sagt, aber es ist sein gutes Recht. Einen weiteren Kommentar dazu gibt es nicht von mir, denn dafür haben wir einen Geschäftsführer, der noch bis zum 30. Juni unter Vertrag steht.“

Besagter Geschäftsführer heißt Michael Scharold – und der kommentierte das Thema nicht nur wegen seines angekündigten Abschieds etwas gelassener. „In den Gesprächen, die ich mit Manni Schwabl geführt habe, hatte sich diese Entscheidung schon abgezeichnet“, erklärte der Bad Endorfer. Haching sei auch nur eine von mehreren Optionen gewesen, die 1860 geprüft habe und noch prüft. „Diese Entscheidung jetzt stellt nicht plötzlich alles auf Null, ganz im Gegenteil. Wir sind weiter zu mehreren Optionen im intensiven Austausch. Grundsätzlich beschäftigen wir uns mit allen bundesligatauglichen Spielstätten im Umkreis von rund 100 Kilometern.“ Unsere Zeitung weiß: Ingolstadt könnte für 1860 eine Option werden, vielleicht sogar Regensburg. Auch eine Rückkehr ins Olympiastadion ist noch nicht vom Tisch. Und selbst eine Lösung im eigentlich viel zu kleinen Dantestadion wird von den Löwen im Hintergrund geprüft.

Für Reisinger inzwischen ein Thema, aus dem er sich offiziell raushält. „Es zählt nicht zu den Aufgaben des Löwen-Präsidenten, eine alternative Spielstätte für die Profis zu suchen“, sagte er leicht genervt. Schwabl hingegen bittet um Verständnis für die Absage: „Es gehört zum guten Stil unter Nachbarvereinen, dass man sich an einen Tisch setzt. Es war aber in unseren Gremien immer klar, egal ob wir das im Präsidium besprochen haben, im Aufsichts- oder im Vereinsrat, dass eine mögliche Vermietung an 1860 keinen Sinn machen würde.“

Hachings Macher hat große Pläne mit dem Sportpark, der spätestens bis zum Vereinsjubiläum 2025 in frischem Glanz erstrahlen soll: rundumüberdacht, mit steileren Rängen, modernem Flutlicht und möglichst auch an den Ecken geschlossen. Er sagt: „Ich habe den Auftrag von unseren Mitgliedern, dass wir was Gescheites aus dem Projekt Haching machen, und dann gehen gewisse Dinge einfach nicht. Es geht dabei nicht um Sympathien oder Geld, es geht einfach darum, dass man für den eigenen Verein eine sachliche, vernünftige Entscheidung fällt.“

Für die Löwen bedeutet das, dass Sie zumindest von dieser Seite Klarheit haben – und für Scharold bedeutet es, dass in seinen letzten Monaten im Dienste der Löwen noch einmal ein bisschen Arbeit auf ihn zukommt. Er verspricht: „Bis zu meinem letzten Arbeitstag bei 1860 werde ich mich um eine Lösung bemühen, mit der am Ende alle leben können.“

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