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Löwen zurück ins Grünwalder? Stadt will Grünes Licht geben

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Von: Felix Müller, Uli Kellner

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Das Grünwalder Stadion ist von der DFL für die Dritte Liga zugelassen. © picture alliance / dpa

München - Der TSV 1860 hat Gespräche mit dem FC Bayern über einen möglichen Auszug aus der Arena begonnen. Für eine Rückkehr ins Grünwalder Stadion bräuchte man die Unterstützung der Stadt.

Der 22. Mai 2005 war kein guter Tag für die Löwen-Fans. 3:4-Heimniederlage gegen den LR Ahlen, Aufstieg verpasst. Für die Stadion-Nostalgiker kam dazu eine gehörige Portion Wehmut. Es war das letzte Spiel vor dem Umzug in die Arena. Über der Westkurve hing ein riesiges Plakat: „Servus Sechzgerstadion – bis zum nächsten Mal“. Dabei schien undenkbar, dass es ein nächstes Mal geben würde. Doch zehn Jahre später ist die Situation plötzlich eine andere.

Die Allianz Arena hatten die Sechziger gemeinsam mit den Bayern gebaut. Doch schon 2007 musste der in Finanznot geratene TSV seine Anteile an die Roten verkaufen. Seitdem zahlt man Miete, aktuell vier Millionen Euro jährlich. Doch jetzt droht 1860 der Absturz in die dritte Liga. Die Arena wäre vollkommen überdimensioniert. Beim Edel-Italiener „Antica Trattoria“ in Harlaching nahmen die Löwen am Donnerstagmittag das Gespräch mit dem Vermieter auf. Ranghohe Repräsentanten saßen am Tisch: Finanzvorstand Jan-Christian Dreesen (FC Bayern), Präsident Gerhard Mayrhofer und Geschäftsführer Markus Rejek vom TSV 1860. Das Treffen sei auf Wunsch der Sechziger zustandegekommen, bestätigt Bayern-Vorstand Karl-Heinz Rummenigge. „1860 setzt sich mit dem Worst Case auseinander.“

Der FC Bayern hat per se nichts gegen einen Auszug des Lokalrivalen. Legendär ist die Aussage des ehemaligen Präsidenten Uli Honeß, er werde die Kapelle anführen, die die Löwen per Defiliermarsch aus der Arena geleitet. 2010 sagte Hoeneß, sein „absoluter Traum“ sei es, dass die Bayern die Arena für sich alleine haben und rote Sitze einbauen könnten. Inzwischen ist die Arena abbezahlt – 14 Jahre früher als ursprünglich geplant. Trotzdem ist die Gemengelage nicht einfach: Sechzig hat noch einen Mietvertrag bis 2025. Bei einem Abstieg in die dritte Liga würde der Vertrag weitergelten, dann wären aber wohl nur noch 500 000 Euro fällig. Zum Problem bei den Gedankenspielen um einen früheren Ausstieg dürften eher die Verträge mit den Logen-Kunden werden. In den Verträgen für die 103 Glaskästen – Laufzeit jeweils fünf Jahre – wurden nicht nur Heimspiele der Bayern garantiert, sondern auch von 1860. Fällt Sechzig weg, könnten Regressforderungen gestellt werden.

Zuallererst geht es aber um die Frage, was die Sechziger wollen – und, wo die Löwen stattdessen spielen dürften. Das Mittagessen in Harlaching spricht zumindest dafür, dass man sich ernsthaft mit dem Thema beschäftigt. Es ist höchste Zeit. Mitte März müssen die Löwen ihre Lizenzunterlagen bei der Deutschen Fußball-Liga (DFL) einreichen. Die DFL will darin auch Was-wäre-wenn-Überlegungen einbezogen wissen.

Aber wohin könnten die Sechziger umziehen? Es gibt drei Möglichkeiten: das Olympiastadion, Unterhaching – und eben das Grünwalder Stadion. Das Olympiastadion wäre wohl kurzfristig nicht zu haben – und ebenfalls zu groß. Der Spielort Unterhaching wäre für die einst so stolzen Fans der nächste Tiefschlag. Bleibt das Grünwalder, in das die Stadt in den letzten Jahren mehr als 10 Millionen Euro investiert hat. Eigentlich gilt das Stadion – aktuelles Fassungsvermögen: 12 500 Zuschauer – nicht mehr als zeitgemäß. Es ist aber von der Deutschen Fußball-Liga für die Dritte Liga zugelassen. Als großer Bedenkenträger gilt die Polizei.

Im Rathaus hingegen zeigt man sich sehr offen für das Thema. „Aus meiner Sicht wäre es möglich“, sagt Sport-Bürgermeisterin Christine Strobl (SPD). „Man müsste eben schauen, was noch an kleinen Investitionen nötig ist.“ Aus der Rathaus-CSU heißt es, wenn Verein und Fans es sich wünschen würden, stünde einem Spielbetrieb im Stadion „grundsätzlich nichts entgegen“. Auch im Bezirksausschuss (BA) Untergiesing-Harlaching zeigt man sich offen. BA-Chef Clemens Baumgärtner, CSU, sagt: „Sechzig gehört zum Stadtviertel. Es ist ein Teil Untergiesings – und das ist auch gut so.“ Er könne „überhaupt nicht erkennen“, warum man eine Rückkehr verhindern sollte – „wenn sie erträglich für die Anwohner läuft“.

Jetzt ist der TSV am Zug. Auf die Stadt ist er laut Bürgermeisterin Strobl nach dem Harlachinger Mittagessen noch nicht zugekommen. In der Trattoria ist man hingegen offenbar schon zu einem vagen Ergebnis gekommen: Die Bayern sind unter Umständen bereit, dem tief gefallenen Partner einen Ausstieg zu ermöglichen. Offiziell klingt das bei Rummenigge dann so: „Wir sind ein seriöser Vermieter.“ Ein solcher setze sich „mit den Wünschen der Mieter auseinander“.

Was die Stadt tun soll: Tradition pflegen

Wenn Sie einen Kommentar zu dem Thema "Arena-Ausstieg" und die Rolle der Stadt München lesen wollen, klicken Sie hier.

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