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1860-Torschütze Weber: „Wir wollten zeigen, dass wir besser sind“

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Von: Uli Kellner

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Felix Weber jubelt über sein Tor zum 1:1 © sampics / Stefan Matzke

Felix Weber sollte erst gar nicht auflaufen im Spieler der Löwen gegen Uerdingen. Und dann  wurde er für die Münchner zum Mann des Matches, sicherte mit seinem Tor einen Punkt für die Bierofka-Elf.

Aus dem „Movember“-Schnauzer ist inzwischen ein stattlicher Vollbart geworden. Ein Gewächs, das Felix Weber (24) finster aussehen lässt – und zu seinem überaus männlichen Auftritt am Samstag passt. Weber, im echten Leben ein netter Kerl, stürzte sich beim 1:1 gegen Uerdingen in jeden Zweikampf, der sich in seinem beachtlichen Aktionsradius anbot. Er ließ kein Mienenspiel erkennen, als sich in der Schlussphase die ersten Krämpfe anbahnten. Und was ihn endgültig für den inoffiziellen Titel „1860-Bartträger des Monats“ qualifizierte (hinter Daniel Bierofka natürlich): Der Abwehr­recke half auch vorne als Torschütze aus, indem er einen Wein-Freistoß einnickte, der KFC-Keeper Rene Vollath durch die Hände geglitten war.

Felix Weber: Motiviert durch die Erinnerung an das Hinspiel

Dabei war nicht mal gesichert, dass Weber spielen würde beim Duell der Aufsteiger, das (wie alle KFC-Heimspiele in dieser Saison) in Duisburg ausgetragen wurde, in der Ersatz-Grotenburg mit dem schönen Namen: Schauinsland-Reisen-Stadion. Der Kapitän, für den gesperrten Aaron Berzel in die Startelf gerutscht, ging beim 1:1 mit kämpferischer Körpersprache voran – und verriet hinterher, was ihn zu seinem Gala-Auftritt motiviert hatte. Nicht der Umstand, dass er seinen Stammplatz eingebüßt hatte. Sondern: die Erinnerung ans Hinspiel (0:1 in der Nachspielzeit) – und das Gefühl, einer verhinderten Bundesligamannschaft begegnet zu sein. „Es ist geil, wenn man gegen solche Spieler spielt“, sagte Weber mit Blick auf KFC-Stars wie Stefan Aigner, Kevin Großkreutz oder Dominic Maroh: „Wir wollten zeigen, dass wir besser sind.“

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Dass das ergebnismäßig nicht ganz geklappt hat, lässt sich an zwei Schlüsselszenen festmachen: Zum einen holte sich Herbert Paul einen Platzverweis ab, der ähnlich unnötig war wie der von Berzel vorige Woche (Zupfer an Osawes Trikot/64.). Zum anderen leistete sich Efkan Bekiroglu den Luxus, einen Premiumkonter in Unterzahl auf fahrlässige Weise abzuschließen – mit einem Schussversuch in Rücklage, der hoch oben am Fangzaun landete (73.). „Mit etwas Glück machen wir noch das 2:1“, kommentierte Grimmbart Weber: „Trotzdem bin ich zufrieden.“

Auch Bierofka war unter dem Strich zufrieden. Gefallen hat ihm das kollektive Dagegenhalten bis zur finalen Mölders-Chance in der Nachspielzeit. Nicht gefallen hat ihm, dass seine Mannschaft nach dem 0:0 zur Pause unkonzentriert wirkte: Ein Ballverlust von Bekiroglu führte dazu, dass Roberto Rodriguez unbedrängt einschieben konnte (50.). So was kommt schon mal vor. Nicht vorkommen sollte laut Bierofka, dass man den Gegenspieler am Trikot zupft, wenn man bereits Gelb gesehen hat. „Da muss er einfach den Gegner laufen lassen“, tadelte der Coach den Gelb-Rot-Sünder Paul. „Er ist ein junger Spieler, das muss er noch lernen. Ein solches Risiko zu gehen, war auf jeden Fall unnötig in dieser Situation.“

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Hängen blieb neben dem zweiten Auswärtspunkt im neuen Jahr, dass die Löwen gerüstet scheinen für den Abstiegskampf. „Leidenschaft und Einsatz“ machen Bieroka Hoffnung – ebenso die Ausgangslage in der Tabelle. Der Vorsprung auf Platz 17 beträgt vier Punkte – und die nächsten Gegner kommen auch nicht aus der Spitzengruppe wie Osnabrück und Uerdingen. Sondern direkt aus der Abstiegszone: Aalen am Montag, 18. Februar. Und fünf Tage später Cottbus, ein weiterer Mitaufsteiger.

Kampf dürfte Programm bleiben bis zum Saisonende. Passend dazu postete Hasan Ismaik bei Facebook ein Foto: er zusammen mit Chabib Nurmago-medow, einem russischen Weltmeister im Mixed-Martial-Arts (Sambo, Judo, Ringen). Die Challenge, die Webers Löwen weiterhin abverlangt wird, lautet: Rennen, Kratzen und Beißen.

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