1860 München beurlaubt Coach Maurer

- München - Fußball-Zweitligist TSV 1860 München hat sich keine 48 Stunden nach dem misslungenen Rückrunden-Auftakt von Trainer Reiner Maurer und Manager Roland Kneißl getrennt. Die "Löwen" zogen damit die Konsequenz aus dem enttäuschenden Heimauftritt beim 0:0 gegen LR Ahlen. "Der Verein steht vor einer wegweisenden Rückrunde", sagte 1860-Präsident Karl Auer. "Wir wollen nichts unversucht lassen, das Ziel Aufstieg zu realisieren."

Die nach der Saison 2003/04 abgestiegenen Münchner wollen mit aller Macht zurück in die Bundesliga. Die Erwartungshaltung in der bayerischen Landeshauptstadt ist hoch, dazu drücken MillionenVerpflichtungen durch die neue Allianz Arena, die die Sechziger in Zusammenarbeit mit Lokalrivale FC Bayern erbauen ließen. Ohne die Rückkehr in Deutschlands Eliteliga kommen auf die "Löwen" in der neuen Saison einige Probleme zu. Die Münchner sind zur Zeit nur Tabellenvierter und haben schon sechs Punkte Rückstand auf das Führungsduo Alemannia Aachen und VfL Bochum.

Nicht nur Maurer ist das Opfer der schlechten Darbietungen im neuen Fußball-Tempel. Konsequent beendete der Club neben der Zusammenarbeit mit Maurer auch die mit Kneißl. "Der Verein hat auf faire und anständige Weise meinem Wunsch entsprochen, den bestehenden Vertrag aufzulösen. Ich hoffe, dass die Maßnahmen des heutigen Tages zum gewünschten Erfolg führen", sagte Kneißl, der damit im Amt gescheitert ist. Das Training an diesem Montag wird von Co-Trainer Bernhard Trares geleitet.

"Mit so einer Einstellung können wir den Aufstieg abhaken", hatte 1860-Manager Kneißl nach dem pomadigen Auftritt am Freitag beim 0:0 gegen LR Ahlen geschimpft, der ihn letztlich den Job kostete. Bei der weiß-blauen Nacht am Samstagabend im Biertempel auf dem Münchner Nockherberg war schon keine rechte Faschingsball-Stimmung aufgekommen, nachdem sich die "Löwen" am Abend zuvor gegen den Tabellenletzten Ahlen blamiert hatten. Die wütenden Fans quittierten den Fehlstart mit einem gellenden Pfeifkonzert und "Maurer-raus"Rufen. Letztlich wurden sie erhört.

Maurer selbst war sich seiner Sache schon nach der Blamage gegen Ahlen nicht mehr sicher. "Der Trainerjob bei 1860 ist immer gefährdet", hatte der Coach prophezeit und letztlich Recht behalten. Seine Mannschaft konnte von bisher zehn Heimspielen nur drei gewinnen.

Die nächste Chance, den "Arena-Fluch" zu besiegen, bietet sich bereits am Mittwoch im Pokalviertelfinale gegen Eintracht Frankfurt. "Wir müssen jetzt den Kopf hochnehmen und uns zusammen raufen", forderte Neuzugang Steffen Hofmann, der bei seinem Debüt einige gute Szenen hatte.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Ismaik will Merkel treffen - was das mit dem Streit bei 1860 zu tun hat
Hasan Ismaik hat auf die Breitseite von Präsident Robert Reisinger reagiert. Der Investor des TSV 1860 München nimmt die Kritik überraschenderweise zum Anlass, sich als …
Ismaik will Merkel treffen - was das mit dem Streit bei 1860 zu tun hat
Legendäres Besäufnis mit Lorant - Michi Hofmann plaudert aus dem Nähkästchen
18 Jahre sind ein langer Zeitraum, in dem viel passieren kann. Beim TSV 1860 ist in den letzten 18 Jahren allerdings so viel passiert, dass diese Zeit wie eine Ewigkeit …
Legendäres Besäufnis mit Lorant - Michi Hofmann plaudert aus dem Nähkästchen
Löwen-Präsident Reisinger: Breitseite gegen Ismaik und Rücktritt als Aufsichtsrat der GmbH & Co. KGaA
Präsident Robert Reisinger verkündete auf der Vereinswebsite seinen Rücktritt aus dem Aufsichtsrat der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA. 
Löwen-Präsident Reisinger: Breitseite gegen Ismaik und Rücktritt als Aufsichtsrat der GmbH & Co. KGaA
„Wir heißen ja nicht 1860 Giesing“: Löwen-Präsident zum Umzug ins Olympiastadion
Ein Stadionbericht sorgt für Irritationen im Lager der Löwen. Erwägt der TSV 1860 wirklich einen Umzug ins Olympiastadion? Von Präsident Reisinger kommt eine …
„Wir heißen ja nicht 1860 Giesing“: Löwen-Präsident zum Umzug ins Olympiastadion

Kommentare