Trainer Daniel Bierofka (l.) lässt seine Mannschaft im Trainingslager schwitzen.
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Trainer Daniel Bierofka (l.) lässt seine Mannschaft im Trainingslager schwitzen.

Finanzielle Ungewissheit erschwert Arbeit

Bierofka: Jetzt helft mir endlich!

  • Florian Fussek
    vonFlorian Fussek
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Im Trainingslager im österreichischen Obertraun läuft es sportlich bislang rund. Nur bei potenziellen Neuverpflichtungen sieht es aktuell aufgrund der finanziellen Situation schlecht aus.

Obertraun - Ruhe, mehrere Trainingsplätze nebeneinander, gutes Essen – Daniel Bierofka ist zufrieden mit den Bedingungen im Trainingslager im österreichischen Obertraun. „Klar hat man hier kein Fünf-Sterne-Hotel“, sagt der Trainer. „Aber das brauchen wir auch nicht. Wir sind ja zum Trainieren da und nicht zum Well­nessen.“ Von Entspannung kann auch in Giesing keine Rede sein. Ohne die positive Fortführungsprognose, die Geschäftsführer Markus Fauser in dieser Woche stellen will, kann kein Vertrag unterschrieben werden. Wunschstürmer Karl-Heinz Lappe hat den Löwen deshalb abgesagt. „Bei Lappe war der Vertrag eigentlich fertig. Wenn man nicht unterschreiben kann, kann es eben sein, dass der Spieler sagt: Gut, dann gehe ich eben woandershin. Daran kann ich nichts ändern“, sagte Bierofka gestern zähneknischernd, „Es ist schon ärgerlich, wenn man mit einem guten Spieler so weit ist, dass er unterschreiben würde, und er sich anders entscheidet, weil wir momentan nicht handlungsfähig sind. Damit muss ich einfach leben.“

Auch bei Sascha Mölders wird es laut Bierofka wohl nicht zu einem Engagement kommen, obwohl dessen Transfer zum MSV Duisburg nach tz-Informationen geplatzt ist. „Ich habe mit Sascha Kontakt gehabt, aber dass wir uns einig werden, wird sehr schwierig werden. Wir können nicht jeden Betrag zahlen“, so Bierofka. Auch Bernd Rosinger aus Lotte ist deshalb kein Thema mehr. Ob auch Jan Mauersberger und Timo Gebhart kalte Füße bekommen könnten? „Nein, gar nicht, sonst wären sie nicht hier“, sagt Bierofka.

Bierofka: „Bin stressresistent geworden“

Doch jetzt heißt es warten. „Ich schaue jeden Mittag oder Abend aufs Handy, dass vielleicht irgendwas Positives draufsteht“, sagt er. „Gott sei Dank bin ich mittlerweile ziemlich stressresistent geworden. Da kriegt man schon einiges mit hier. Klar würde ich mir wünschen, dass es anders wäre – und dass bald eine Entscheidung fällt, wie’s weitergeht. Das wäre für mich wichtig, für die Mannschaft, für den ganzen Verein, fürs Umfeld.“ Seine Worte klingen wie ein Hilfeschrei. „Ich warte jeden Tag. Unterstützung heißt für mich nur: Ich brauche nicht jemanden, der jeden Tag herkommt und mir irgendwas erzählt. Unterstützen heißt, dass sie jetzt eine Lösung finden – dahingehend können sie mich unterstützen, dass ich hier einfach besser arbeiten kann. Ich brauche irgendwas, woran ich mich festhalten kann, an dem ich mich orientieren kann – wie alle anderen auch.“ ­Bierofka geht mit seinen Spielern voran – die Bedingungen wären eigentlich perfekt dafür. 

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