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1860-Zeugnis: Ein Glücksgriff, ein Pechvogel und ein großes Rätsel

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Von: Armin Gibis

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Abdoulaye Ba kam im Winter zu 1860, Victor Andrade und Ribamar (v.l.) im Sommer.
Abdoulaye Ba kam im Winter zu 1860, Victor Andrade und Ribamar (v.l.) im Sommer. © MIS

Nach 33 Spieltagen ziehen wir ein erstes Fazit und stellen den Profis des TSV 1860 ein Zeugnis aus. Die 28 eingesetzten, noch im Kader befindlichen Spieler im Saison-Check.

MünchenNoch hat der Fußball-Zweitligist TSV 1860 das Klassenziel nicht erreicht. Die Löwen zittern vor dem Saisonfinale weiter gewaltig um den Klassenerhalt. Nach 33 Spieltagen lässt sich den Sechzigern dennoch schon ein erstes Zeugnis ausstellen. Die 28 eingesetzten, noch im Kader befindlichen Spieler im Saison-Check.

Das 1860-Zeugnis für die Torhüter

Stephan Ortega (20 Einsätze): Erst seit dem 14. Spieltag die Nr. 1. Die Beförderung nahm noch Interimscoach Daniel Bierofka vor. Seither meist solider Rückhalt. Sein letztes Spiel (1:2 gegen Bochum) war allerdings sein schwächstes. Note: 3

Jan Zimmermann (13): Der Neuzugang fing stark an, war in einem eher verunsicherten Team zunächst stets einer der Besten. Leistete sich dann einige schwere Patzer, sitzt seither auf der Bank. Note: 4

Das 1860-Zeugnis für die Abwehrspieler

Abdoulaye Ba (14 Einsätze/3 Tore): Der Glücksgriff unter den Wintertransfers. Souveräner Abwehrchef. Erzielte drei Treffer – und war damit auch noch torgefährlichster Löwe. Note: 2

Sebastian Boenisch (14/0): Verletzte sich bald nach seiner Verpflichtung im Spätherbst. Galt früh als Fehleinkauf, wurde von Trainer Vitor Pereira zu Beginn der Rückrunde als Stammkraft wiederentdeckt. Mit zwei fatalen Schnitzern gegen Stuttgart (1:1) und in Aue (0:3) war er wesentlich an der negativen Trendwende beteiligt. Inzwischen nur noch Reservist. Note: 4,5

Kai Bülow (21/2): Galt vorübergehend als verlängerter Arm von Trainer Pereira („Kai lebt meine Prinzipien auf dem Platz“). Allerdings offenbart der 30-Jährige immer wieder Antrittsschwächen und leistet sich Stockfehler. Inzwischen ist er nicht mehr gesetzt. Note: 4

Marnon Busch (10/0): Erkämpfte sich im letzten Saisondrittel überraschend einen Stammplatz auf der Außenbahn. Sein großer Vorteil: Sprinterqualitäten. Note: 3,5

Agbenyenu Lumor (15/2): Wintertransfer, feste Größe bei Pereira, dynamisch und dribbelstark, der Ghanaer ist allerdings oft noch zu eigensinnig, verliert zu oft Übersicht und Ball. Note: 3,5

Jan Mauersberger (17/0): In der Hinrunde noch Abwehrchef, spielte unter Pereira – wohl auch aufgrund mangelnder Schnelligkeit – keine Rolle mehr. Note: 4,5

Marin Pongracic (5/0): Der 19-Jährige aus dem Regionalligateam machte Blitzkarriere. Rutschte am 29. Spieltag überraschend in die Startelf, bestand seine Feuertaufe und gehört seitdem zum Stammpersonal – auch wenn er zwei Gegentore mitverschuldete. Note: 3,5

Filip Stojkovic (8/0): Der vom früheren Sportchef Eichin hochgelobte Montenegriner fand sich im Zweitliga-Fußball nicht zurecht, war zudem verletzt, brachte es unter Pereira auf keine einzige Spielminute. Note: 5

Felix Uduokhai (21/1): Der 19-Jährige gehört zu den wenigen Gewinnern dieser Saison. Schaffte auf Anhieb den Sprung von der A-Jugend ins Profiteam, erkämpfte sich mit konstanten Leistungen einen Stammplatz. Note: 2,5

Maxi Wittek (24/0): Zweifelsohne ein Talent, doch dem 21-Jährigen gelingt es noch zu selten, seine Möglichkeiten auszuschöpfen. Note: 4 

Das 1860-Zeugnis für die Mittelfeldspieler

Daniel Adlung (15/1): Blieb trotz 15 Einsätzen weitgehend unsichtbar. Pereira ließ ihn zu Beginn der Rückrunde 57 Minuten spielen, seither ist er nur noch Ersatz. Note: 5

Stefan Aigner (23/2): Kehrte als umjubelter Hoffnungsträger zu den Löwen zurück, wurde jedoch von einer Verletzung etwas aus der Bahn geworfen, konnte – trotz allen Eifers – die hohen Erwartungen nur selten erfüllen. Vergab in Schlüsselspielen mehrere Großchancen. Note: 4 

Levent Aycicek (22/5): Der Bremer hatte in der Hinrunde eine starke Phase, als er binnen sechs Spielen vier Tore schoss und zwei vorbereitete. Unter Pereira jedoch oft nur zweite Wahl, zuletzt beim 2:1 in Dresden war der quirlige Linksaußen wieder einer der Besten. Note: 3

Daylon Claasen (14/0): Der Rechtsaußen aus Südafrika begann die Saison als Stammspieler, ihm fehlte jedoch jede Durchschlagskraft. Unter Pereira brachte er es in der Rückrunde nur noch auf zwei Kurzeinsätze. Note: 5

Nico Karger (5/0): Ein verlorenes Jahr für den 24-Jährigen. Aufgrund zweier Verletzungen kam er nie in Tritt, zuletzt nur noch in der zweiten Mannschaft. Note: 5

Romuald Lacazette (24/1): Der Franzose machte einen Schritt nach vorne, stieg nach zehn Spieltagen zur Stammkraft auf, wusste sich im defensiven Mittelfeld durchaus zu behaupten. Guter Abräumer, nach vorne kommt aber noch zu wenig. Note: 3,5

Michael Liendl (27/8): Meister des ruhenden Balles, glänzt er bei Elfern, Freistöße und Ecken. Sechs seiner acht Tore erzielte der Österreicher per Strafstoß. Zudem bereitete er mit Standards fünf Treffer vor. Der 31-Jährige, dem nicht immer Pereiras Gunst hold war, spielt eine ordentliche Saison. Note: 3

Karim Matmour (13/0): Kam als Wunschspieler von Trainer Kosta Runjaic, der technisch versierte Marokkaner stürmte auf dem rechten Flügel mit wechselndem Erfolg. Wurde von Pereira gnadenlos ausgemustert. Note: 4

Florian Neuhaus (12/0): Der 20-Jährige zeigte in seiner ersten Profisaison noch Anpassungsschwierigkeiten, ließ gelegentlich sein Talent aufblitzen. Note: 4

Fanol Perdedaj (14/0): Obwohl unter Runjaic fast immer in der Startelf, konnte der Kosovare kaum Akzente setzen. Unter Pereira nicht mehr im Kader. Note: 5

Das 1860-Zeugnis für die Stürmer

Amilton Minervino da Silva (14/0): Hochgepriesener Wintertransfer, fiel anfangs durch blitzschnelle Offensivläufe auf. Rennt sich inzwischen aber meist fest oder trifft die falsche Entscheidung. Für einen Angreifer erstaunlich ungefährlich. Note: 4,5

Viktor Andrade (7/1): Ein Jammer, dass der Brasilianer im Oktober einen Kreuzbandriss erlitt. Nach holprigem Zweitliga-Einstand und einigen Rüffeln von Trainer Runjaic spielte der 21-Jährige urplötzlich spektakulär auf, ehe ihn im DFB-Pokalspiel in Würzburg die schwere Verletzung ihn außer Gefecht setzte. Note: 2,5

Christian Gytkjaer (14/2): Der Wintertransfer offenbarte zwar gelegentlich, dass in ihm durchaus „dänisches Dynamit“ steckt, insgesamt aber ließ er zu viel Chancen liegen, das 0:1 gegen Kaiserslautern besiegelte er gar per Eigentor. Ganz schwach zuletzt beim 1:2 gegen Bochum. Note: 4,5

Sascha Mölders (19/3): Fiel wegen einer Schambeinentzündung lange aus. Wenn der Routinier dabei war, zeigte er stets Kämpferherz. Note: 3,5

Ivica Olic (29/5): Der immer wieder von Beschwerden geplagte 38-Jährige holte aus seinem in vielen Profijahren geschundenen Körper heraus, was möglich war. Der Olic von früher ist er zwar nicht mehr, dennoch war er einer der besseren Münchner Offensivkräfte. Note: 3,5

Lucas Ribamar (3/0): Ein einziges Rätsel. Mit einer Ablöse von 3,2 Millionen Euro ist er der Rekordtransfer des TSV 1860. Doch der anfangs von einer Verletzung gehandicapte, ungelenke Hüne kam gerade zu drei Kurzeinsätzen. Seine auffälligste Szene war seine Rote Karte im Pokalspiel gegen Lotte. Note: 5,5

Unsere wichtigsten Geschichten von den Münchner Löwen posten wir auch auf der Facebookseite „TSV 1860 News“.

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