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TSV 1860 und Türkgücü München: Geeint in der Enttäuschung

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Von: Ludwig Krammer

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1860 und Türkgücü München haben zwei Gesichter, enttäuschen aber beide auf ihre Weise, sagt Sportredakteur Ludwig Krammer.
1860 und Türkgücü München haben zwei Gesichter, enttäuschen aber beide auf ihre Weise, sagt Sportredakteur Ludwig Krammer. © Imago/mm

Türkgücü München und der TSV 1860 verfolgten unterschiedliche Herangehensweisen bei der Saisonvorbereitung. Von Erfolg geprägt ist bis jetzt keine. Ein Kommentar.

München - Diesen Seitenhieb konnte sich Günther Gorenzel nicht verkneifen. „Teilweise habe ich das Gefühl, dass für die Anzahl der Transfers schon Punkte vergeben werden“, sagte der Sport-Geschäftsführer des TSV 1860 im Juli-Trainingslager in Österreich. Sein Adressat: Sechzigs Münchner Drittliga-Konkurrent Türkgücü*, der gerade das Dutzend an Neuverpflichtungen vollgemacht hatte. Gorenzels vielsagender Nachsatz: „Wir haben eine andere Herangehensweise und setzen auf kontinuierliche Entwicklung.“ Hauruck oder Gemach? Nach einem guten Drittel der Saison lässt sich unschwer feststellen, dass beide Herangehensweisen nicht zu den gewünschten Resultaten geführt haben. Mit einem Punkt Abstand dümpeln die Klubs auf den Tabellenplätzen 14 und 15, der Weg zur Abstiegszone ist kürzer als der nach oben. Zwei Gesichter, geeint in der Enttäuschung.

Türkgücü weist trotz des Trainerwechsels vom stillen Wasser Petr Ruman zum Emotions-Vulkan Peter Hyballa nach wie vor alle Merkmale einer Söldnertruppe auf. Von Teamgeist und innerem Zusammenhalt kann keine Rede sein, das Ganze ist weniger als die Summe seiner Teile. Gift für die ambitionierten Börsenpläne, zumal auch die Zuschauerzahlen weit hinter den Erwartungen liegen und die Gespräche mit der Stadt München über ein Trainingsgelände und einen Standort für das Nachwuchsleistungszentrum ins Stocken geraten sind.

TSV 1860: Ausbau des Grünwalder Stadions gerät zum Streitthema

Kein Sorgen beim Fan-Zuspruch haben bekanntlich die Löwen. Dafür umso mehr beim Blick auf die Zukunft ihrer sportlichen Heimat. Der geplante Zweitliga-Ausbau des Grünwalder Stadions könnte laut OB Dieter Reiter bis zu 70 Millionen Euro an Steuergeldern verschlingen, der Streit über die künftige Miete ist bereits entbrannt. Und zum sportlichen Sinkflug kommt das weiterhin distanzierte Verhältnis der Vereins-Verantwortlichen zu Investor Hasan Ismaik. Eine Politik des kleinsten gemeinsamen Nenners ersetzt den großen Plan, die kontinuierliche Entwicklung verkommt zur Stagnation.

Am 22. Januar trifft man sich im Olympiastadion zum Derby. Bis dahin dürfte sich abzeichnen, wohin die Wege von 1860 und Türkgücü führen. Im besten Fall wird die Enttäuschung positiv besetzt sein. Als Ende der (Selbst)Täuschung. (Ludwig Krammer) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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