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Aigner über Trainingslager: „Das haben wir uns selbst eingebrockt“

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Von: Ludwig Krammer

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Stefan Aigner.
Stefan Aigner. © MIS

Bad Wörishofen - Die Löwen bereiten sich im Kurort Bad Wörishofen auf das Spiel in Heidenheim vor. Das Kurztrainingslager haben sich die Sechziger selbst eingebrockt, findet Stefan Aigner.

Eine sinnvolle Maßnahme? Oder purer Aktionismus? Darüber können sich Löwen-Interessenten in den nächsten Tagen die Köpfe zerbrechen. Fakt ist: Die akut abstiegsgefährdeten Sechziger befinden sich seit diesem Dienstag im Trainingslager in Bad Wörishofen, um sich auf das letzte Punktspiel der Saison beim 1. FC Heidenheim vorzubereiten.

Schon unmittelbar nach der 1:2-Niederlage gegen den VfL Bochum habe er diesen Entschluss gefasst, sagte Trainer Vitor Pereira am Dienstag vor der Abfahrt ins Allgäu. Es gehe darum, sich noch mehr auf die anstehende Aufgabe zu „fokussieren“. Bis Samstag werden die Löwen im Hotel Sonnenhof logieren und unter Ausschluss der Öffentlichkeit auf dem Platz des FC Bad Wörishofen trainieren. Danach geht’s mit dem Bus direkt nach Heidenheim, wo der direkte Klassenerhalt unter Mithilfe der Konkurrenz doch noch gelingen soll. Relegation oder Abstieg heißen die Alternativen.

„Aber wenn wir am Sonntag gewinnen, dann ...“

„Wir haben am Montagabend die Nachricht bekommen, dass wir ins Trainingslager fahren“, berichtete Stefan Aigner am Dienstag auf Nachfrage der tz. „Das haben wir uns selbst eingebrockt über die gesamte Saison. Aber wenn wir am Sonntag gewinnen, dann fahr ich von mir aus auch vier Wochen ins Trainingslager.“

„Drinbleim“ heißt das neue Stichwort beim notorischen Zweitligisten. „Die Tabelle lügt nicht am 33. Spieltag“, sagt Aigner. Und Michael Liendl pflichtet dem Kollegen bei: „Wer’s immer noch nicht kapiert hat, um was es geht, der wird’s jetzt kapieren. Einen Abstieg will keiner in seiner Vita stehen haben.Es ist für keinen Spieler günstig, hinterher sagen zu müssen: Ich bin abgestiegen. Wir müssen in der Liga bleiben. Es bringt nichts, in Selbstmitleid zu ersticken. Wir müssen jetzt alle an einem Strang ziehen.“

Ob der gegen Bochum schwer vermisste Felix Uduokhai wird mitziehen können, ist weiterhin offen. Auch am Dienstag konnte der Innenverteidiger nicht mit der Mannschaft trainieren. Man schaue von Tag zu Tag, hieß es aus der medizinischen Abteilung. Oberschenkelprobleme plagen den 19-Jährigen seit einigen Wochen.

Sicher wieder eine Option ist Marnon Busch, der seine Gelbsperre abgesessen hat. Auch auf Abdoulaye Ba und Romuald Lacazette wird Pereira aller Voraussicht nach zurückgreifen können. Die beiden Defensivspieler beendeten die gestrige Trainingseinheit „aus regenerativen Gründen“ vorzeitig, meldeten die Löwen.

Über mangelnde Unterstützung werden sich die Sechziger am Sonntag in Heidenheim nicht beschweren können. Das Gästekontingent von 1500 Karten ist bereits ausgeschöpft, insgesamt passen 15.000 Zuschauer in die Voith-Arena.

Und sollte es nach 2015 zum zweiten Mal in die Relegation gehen, können sich die Löwen bei Benny Schwarz über den Gegner kundig machen. Der ehemalige Rechtsverteidiger der Blauen spielt inzwischen bei Preußen Münster (derzeit wegen Knieproblemem außer Gefecht) und schaute gestern Mittag an der Grünwalder Straße vorbei. Am Samstag tritt Münster zu Hause gegen Jahn Regensburg an und könnte mit einem Sieg dafür sorgen, dass den Löwen ein mögliches Relegations-Derby erspart bleibt. Ob das gut wäre? Schwarz hat seine Zweifel: „In Magdeburg zu spielen, ist kein Vergnügen. Da geht’s richtig ab.“

Bei 1860 im Fall des Falles bestimmt auch.

Ludwig Krammer

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