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Wie ein Auftritt in der Champions League

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Voller Einsatz: Sascha Rösler (Foto) überzeugte seinen Trainer als zweite Spitze neben Benjamin Lauth.
Voller Einsatz: Sascha Rösler (Foto) überzeugte seinen Trainer als zweite Spitze neben Benjamin Lauth. © dpa

München – Der TSV 1860 ist im Pokal beim Hamburger SV krasser Außenseiter, trotzdem rechnet er sich unverhohlen Chancen aus

Als alter Schalker kennt Marco Kurz das Parkstadion gut. Die Rolltreppe, mit der die Akteure hinunter aufs Spielfeld glitten, war für Gäste eine echte Attraktion und wurde in der neuen Arena nie angemessen ersetzt. Dort geht man ganz konventionell durch einen Gang und über Treppenstufen. Dem jüngsten Besuch in Schalke hat Kurz trotzdem viel Gutes abgewinnen können. „Die Rahmenbedingungen“ beim Testspiel am Freitag seien zur Vorbereitung auf die nächste Aufgabe ideal gewesen, weil man eben „in der Arena und nicht im Parkstadion“ gespielt habe.

Morgen Abend tritt der TSV 1860 im Pokal beim Hamburger SV an, dessen Stadion ähnliche Dimensionen hat wie das des FC Schalke 04. Auch sportlich liegen die beiden Erstligisten nah beieinander, weswegen Kurz das 2:2 im Testspiel beinahe zwangsläufig als Muntermacher für die Reise in die Hansestadt versteht. Als nüchtern denkender Experte weiß er, dass der HSV seiner Mannschaft personell haushoch überlegen ist. Als langjähriger Profi hofft er dennoch, dass morgen Abend einer dieser Abende ist, aus denen der Pokal seinen Reiz bezieht. „Wir sind krasser Außenseiter, aber es ist nur eine Partie. In einer Partie ist alles möglich.“

Seit Wochen redet der Trainer von der Sensation, die man in Hamburg anstrebe. Das Unentschieden am Freitag bestärkt Kurz in seiner Auffassung, dass die Mannschaft besser bestückt ist als vor der Winterpause und ihm nun mehr Auswahlmöglichkeiten lässt. Nicht nur in der Abwehr, wo Mathieu Beda an die Seite Gregg Berhalters im Zentrum rückt, für das er im Sommer ursprünglich verpflichtet worden war, ehe er sich eine Reihe weiter vorne wiederfand. Im Sturm, lobt Kurz, habe das Duo Lauth/Rösler gegen Schalke „ganz gut funktioniert“, als Alternative empfahl sich der eingewechselte Marvin Pourie, dem das zweite Löwen-Tor gelang. Im Mittelfeld schließlich vertraute der Trainer am Freitag dem Quartett Sven Bender/Danny Schwarz/Aigner/Holebas. Eine Wiederholung wird es so aber nicht geben. Lars Bender hat seine Innenbanddehnung überwunden und signalisiert: „Alles klar.“ Dasselbe gilt für Daniel Bierofka. Die Fäden, mit denen seine Risswunde an der Ferse genäht wurde, sind zwar noch nicht gezogen, aber das sei nur „eine Vorsichtsmaßnahme“ und hindere ihn nicht am Einsatz.

Vor knapp einem Jahr erlitten die Löwen im Pokal gegen den FC Bayern eine Pokalniederlage, die sie bis ins Frühjahr belastete. Diesmal hoffen sie auf einen umgekehrten Trend. Der Kick in Hamburg, sagt Bierofka, „ist für uns wie Champions League“. Noch bewegt sich bei 1860 vieles im Ungefähren. Wie stark der renovierte Kader ist, lässt sich nach nur einem Sieg in drei Testspielen (1:0 gegen den spanischen Viertligisten Marino) schwer sagen. Ein Champions-League-Erfolg hätte mehr Substanz.

von

Marc Beyer

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