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Das Grünwalder Stadion hatte noch nie einen Namenspartner - wäre dies eine Optiom?

Löwen-Trainer skeptisch

Namensrechte am Grünwalder verkaufen? Das hält die Stadt von der Idee des 1860-Sponsors

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„Die Bayerische“, Hauptsponsor des TSV 1860, schlägt der Stadt München den Verkauf der Namensrechte am Grünwalder Stadion vor. Ist das realistisch? Wir haben nachgefragt.

München - Allianz Arena, RheinEnergieStadion, Signal-Iduna-Park, Audi Sportpark - mittlerweile gibt es nur noch wenige Stadien in Deutschland, deren Name nicht an ein Unternehmen verkauft wurde. Einige Spielstätten wechselten schon mehrfach den Namen, das Stadion des Hamburger SV beispielsweise hatte schon drei Sponsoren-Titel. Der Grund ist sehr einfach: Der Verkauf der Namensrechte bringt den Vereinen Geld ein.

Das Grünwalder Stadion hatte noch nie einen Unternehmenstitel, doch geht es nach Martin Gräfer, dem Vorstand von 1860-Sponsor „Die Bayerische“, könnte sich das zeitnah ändern. „Die Stadt München sollte darüber nachdenken, ob sie nicht die Namensrechte am Grünwalder Stadion zum Verkauf anbietet“, sagte er der Bild-Zeitung. „Mit den Einnahmen könnte man 1860 entlasten. Wir würden nicht als Namenspartner einsteigen, aber es gäbe zweifellos genug Unternehmen, für die sich der Einstieg lohnen würde.“ Die Namensrechte an der altehrwürdigen Kampfbahn könnten dem Vernehmen nach wohl um die 500.000 Euro einbringen. Schon vor einem Jahr hatte es Gerüchte über einen Namenszusatz gegeben.

Neuer Name für Grünwalder Stadion? SPD kritisch, CSU nicht abgeneigt

Mal abgesehen davon, dass die Hardcore-Fans solchen kommerziellen Aktionen eher kritisch gegenüber stehen - wäre dies überhaupt denkbar? Fraglich, denn das Grünwalder Stadion gehört der Stadt. „Das Stadion ist ein städtisches, seit vielen Jahren heißt es Städtisches Stadion an der Grünwalder Straße“, sagt Sportreferentin Beatrix Zurek zur tz. „Es wird von verschiedenen Mannschaften und Vereinen bespielt. Aktuell wird nicht über den Verkauf der Namensrechte nachgedacht.“ Während die SPD dem Thema eher skeptisch gegenüber steht, zeigt sich die CSU wohl gesprächsbereit Fraktionschef Manuel Pretzl zur Bild: „Ich stehe einer Umbenennung grundsätzlich offen gegenüber.“

Beatrix Zurek (Sport Referentin), Buergermeisterin Christine Strobl, Detlev Langer (Baureferat Hochbau) im Grünwalder Stadion.

Und wie sieht man die Sache beim TSV 1860? Daniel Bierofka wurde zur Namensthematik bei der Pressekonferenz am Freitag vor dem Spiel gegen Lotte dazu gefragt. „Das entscheidet die Stadt, ob das möglich ist“, meinte er zunächst kurz angebunden. Dann aber ordnete er das Ganze ein: „Ich kann es mir schlecht vorstellen, da das Grünwalder Stadion eigentlich schon eine Marke an sich ist.“

Tradition, Kult, Moderne: Impressionen aus Münchens Stadien 

Fakt ist: Aktuell fasst das Grünwalder Stadion 15.000 Zuschauer (es gibt Überlegungen zur weiteren Kapazitätserhöhung), ist für die 1. und 2. Bundesliga in der aktuellen Form nicht zugelassen. Wegen des Mangels an VIP-Plätzen und Logen fehlen zudem Einnahmequellen, die Vermarktungsmöglichkeiten sind äußerst beschränkt.

fw

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