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Benjamin Lauth: „Lude soll schießen“

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Löwen-Kapitän Benjamin Lauth. © sampics

München - 1860-Kapitän überlässt künftige Elfmeter dem zuletzt treffsicheren Spielmacher.

PR-Termin im Hacker-Pschorr-„Bräuhaus“. Auf Wunsch des Biersponsors hat 1860-Kapitän Benny Lauth im sog. „Anzapfduell“ gegen Mitspieler Alexander Ludwig anzutreten, und natürlich geht es ausgelassen zu, passend zum Spaßcharakter der Veranstaltung.

Lauth, der coole Vollstrecker (12 Treffer im Kalenderjahr 2009 – Zweitligarekord), holt mit dem Hammer aus, und aus dem Hintergrund ruft Pressesprecher Robert Hettich: „Nicht wieder die Latte treffen, Benny!“ Anspielung auf den Elfer, den Lauth gegen Karlsruhe verballert hat. Es wäre damals das 2:1 gewesen, doch nachdem der Käptn am Aluminium gescheitert war, verlor 1860 die Partei mit 1:3.

Der Fehlschuss hat Lauth länger verfolgt als gedacht. Nicht nur, weil die hoffnungsvoll gestarteten Löwen danach aus dem Rhythmus kamen und das nachfolgende 0:0 in Ahlen eher als verlorene Punkte gewertet wurde (Lauth: „Bei einem Sieg gegen Karlsruhe hätte man damit leben können“). Die Sache wurde plötzlich zum Politikum, weil es im Heimspiel gegen Fürth erneut Elfmeter für die Löwen gab und sich nach Lauths Auswechslung Alexander Ludwig als neuer und sicherer Schütze bewähren konnte. Selbst im BR wurde die Sache thematisiert, wenn auch mit (unfreiwilliger) Pointe. Janina Nottensteiner, die neue „Blickpunkt Sport“-Moderatorin, erkundigte sich am Montag, warum ihr Studiogast nicht selbst angetreten sei, und Lauth antwortete gequält: „Ich war zu der Zeit nicht mehr auf dem Platz.“

Das Thema war nun allerdings vorgegeben. Würde Lauth wieder schießen, wenn es am Sonntag in Aachen einen Elfer für die Löwen gibt? Oder würde er Ludwig den Vortritt lassen? Letztlich ja auch eine Frage von Eitelkeiten und Hierarchie, gerade wenn man Kapitän und Stürmer ist. Nun sind die Löwen traditionell kein Team, das viele Elfmeter zugesprochen bekommt (letzte Saison nicht einen), aber wenn einer von Toren lebt und seine Quote steigern möchte, tun die Zugaben vom Kreidepunkt nicht schlecht. Abgesehen davon sieht sich Lauth als sicherer Schütze. Bis zum KSC-Spiel, behauptet er, „hab ich noch nie einen verschossen“.

Bleiben die Elfer also Chefsache? Denkste. Wich Lauth am Montag dem Thema aus, ist in ihm während der Woche die Einsicht gereift, persönliche Ambitionen lieber zurückzustellen und dem Kollegen die Strafstöße zu überlassen. „Der Lude hat getroffen, also gibt’s keinen Grund zu wechseln“, sagte Lauth generös, „Elfmeter sind immer Gefühlssache, aber ich halte nichts davon zu streiten, auch wenn’s mir als Stürmer eher schadet.“ Daher gilt für Sonntag: Ludwig hat die Freiheit, sich den Ball zu schnappen, Lauth reiht sich brav dahinter ein, und zur Not „ist ja auch noch der Torben Hoffmann da. Der hat auch schon einige Male sicher verwandelt.“

Am liebsten wäre es dem Kapitän jedoch, die Löwen würden die Partie auch ohne Elfer gewinnen, zum Beispiel durch zwei Lauth-Treffer. Tore aus dem Spiel heraus sind für jeden Stürmer das Größte. zeigt Bilder vom potenziellen Zugang Johann Vogel. Zudem gibt es eine Hörprobe vom neuen Löwen-Lied.

Uli Kellner

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