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Bereit für einen kleinen Lauf

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Schritt für Schritt nach vorne: Stefan Aigner macht es vor, der Rest soll folgen.
Schritt für Schritt nach vorne: Stefan Aigner macht es vor, der Rest soll folgen.

München – Vor dem Gastspiel in Duisburg geht es bei 1860 zur Abwechslung wieder ruhiger zu – der Trainer steckt hohe Ziele

1860 gegen Duisburg, das war schon einmal ein Schlüsselspiel. Fünfeinhalb Monate ist es jetzt her, dass die Löwen in München die Männer von der Wedau empfingen. Sie gingen mit der eindrucksvollen Bilanz von null Punkten aus drei Spielen in diese Partie, und nach allen Regeln der Wahrscheinlichkeitsrechnung hätte sich Marco Kurz als Trainer keine vierte erlauben dürfen. Doch die Gastgeber siegten nach Toren von Daniel Bierofka und Timo Gebhart mit 2:0 und festigten die Position ihres Chefs. Statt Kurz musste später Rudi Bommer gehen, der Coach der Duisburger. Zum Verhängnis wurde ihm eine herbstliche Misserfolgsserie, zu der auch die Löwen mit ihrem Pokalsieg noch einen Beitrag leisteten.

Am Sonntag steht in der Liga das Rückspiel an, und wieder liegen turbulente Wochen hinter Kurz. Erneut könnte am Wochenende für die Löwen eine Weiche gestellt werden: raus aus dem erweiterten Krisengebiet der Tabelle und hinein in sicherere Regionen. Der Unterschied zum Spätsommer ist nur, dass die Löwen die neueste sportliche Krise bereits hinter sich haben und das Duell mit dem MSV diesmal nicht den Rang eines Schicksalsspieles hat. Nach vier Punkten aus den letzten zwei Partien hat sich die Situation so sehr beunruhigt, dass Kurz’ Posten nicht mehr in akuter Gefahr ist. Weil außerdem auch im Umfeld wieder Ruhe eingekehrt ist, sieht der Trainer keinen Grund zu verzagen. Die atmosphärischen Störungen seien schon bisher kein Hindernis gewesen, argumentiert er. „Ich habe das nicht als Alibi genommen“, sondern im Gegenteil den Druck auf die Mannschaft noch erhöht, „indem ich gesagt habe: Wir stehen jetzt in der Pflicht.“

Die strengere Ansprache, die Kurz zuletzt wählte, hat sich mit dem 2:2 in Mainz sowie dem 2:1-Sieg gegen Ahlen ausgezahlt. Auch wenn die vier Punkte aus zwei Spielen etwas darüber hinwegtäuschen, dass die Mannschaft durchaus Luft nach oben hat. Dieser Spielraum soll möglichst schon am Wochenende genutzt werden. „Wir wollen und werden in Duisburg nachlegen“, kündigt Kurz an, „um in einen Rhythmus zu kommen und einen kleinen Lauf zu kriegen.“

Einen solchen Lauf haben die Duisburger, seit Peter Neururer am 18. November das Traineramt von Bommer übernommen hat. Es ist zwar wirklich nur ein kleiner Lauf, weil sie von ihren sieben Punktspielen seitdem bloß drei gewonnen haben, aber andererseits ging auch kein einziges verloren. Unter dem neuen Chef haben die Zebras die Kurve gekriegt und sich von Rang elf, der aktuellen Platzierung der Münchner, auf sechs hochgearbeitet. Bei sieben Punkten Rückstand auf Platz drei dürfte es mit dem Aufstieg in dieser Saison allerdings schwierig werden. So kommt es am Sonntag in der MSV-Arena zum Duell zweier Teams, deren sommerliche Hoffnungen unerfüllt geblieben sind. Die Gäste können personell fast aus dem Vollen schöpfen, nur Danny Schwarz (Muskelfaserriss) und Nikola Gulan (Sprunggelenk) fallen aus (sowie seit Wochen schon Antonio di Salvo und seit anderthalb Jahren Markus Schroth). Die Bender-Zwillinge sind hingegen ebenso wieder im Training wie Daniel Bierofka und nach fast zweimonatiger Pause Benjamin Schwarz. Während alle vier wieder voll mitmachten, drehte Mate Ghvinianidze wegen einer Knöchelblessur an der Seite Gulans lediglich im Trab ein paar Runden. Eine Vorsichtsmaßnahme, beruhigt Kurz. Der Einsatz am Sonntag ist nicht gefährdet.

von Marc Beyer

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