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Bierofka wieder da!

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Daniel Bierofka trainiert wieder mit den Löwen. © Getty

München - Es ist ein verspätetes Weihnachtsgeschenk für alle 1860-Fans, und auch Daniel Bierofka fühlte sich am Dienstag „kurzfristig“ an Weihnachten erinnert, als er um halb zehn ins Mannschaftstraining der Löwen zurückkehrte.

Richtig gelesen. Der Leit-Löwe (Vertrag bis 2011) ist zurück auf dem Platz! Nach zehn Monaten Schambein-Bandscheiben-Leisten-Martyrium (letztes Spiel am 22. Februar beim 1:4 in Duisburg, der letzten Partie für Trainer Marco Kurz) dribbelte, grätschte und rannte der 30-jährige Linksaußen erstmals wieder mit. Und ließ seine wasserblauen Augen hinterher derart funkeln, dass Teammanager Robert Hettich meinte: „Ein Wahnsinn, wie der Daniel strahlt.“

Von Grosser bis Bierofka - Kapitäne der Sechzger

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Erst am Montagabend, nach einer Kernspinuntersuchung sei die Entscheidung gefallen, dass Bierofka wieder einsteigen könne, berichtete Trainer Ewald Lienen. Geplant sei die Rückkehr bereits für den 1. Dezember gewesen. „Aber da bekam er eine Entzündung, eine Überlastungsreaktion, das musste sich erst wieder beruhigen.“

Für Bierofka war dieser Rückschlag ein Schock. „Daran wäre ich fast zerbrochen“, erinnert er sich. Und schaltet in den Scherz-Modus: „Es war ein schönes Gefühl, wieder in der Kabine zu sein, mein Spind war noch nicht anderweitig vergeben. Ich bin schon erschrocken, als ich neulich in der Zeitung einen Testspieler mit meiner Nummer 7 gesehen habe.“

Behutsam wird Bierofka ans Spiel-Comeback herangeführt. „Daniel weiß, dass er langsam anfangen muss“, sagt Lienen. „Es kommt nicht drauf an, gleich von 0 auf 100 zu gehen. Es fehlt ihm noch an der fußballspezifischen Ausdauer, ansonsten ist er gut aufgestellt.“ So gut, dass es schon für einen Kurzeinsatz bei einem Testspiel reicht? Lienen: „Vielleicht ist es möglich, mal eine halbe Stunde mitzuspielen, aber darüber denke ich jetzt noch gar nicht nach.“ Auch Bierofka hält den Ball flach: „Ich habe eine erste Schlacht gewonnen, aber noch nicht den Krieg“, sagt er. „Das ist ein kleiner Sonnenstrahl, aber es liegt noch ein langer Weg vor mir.“ Konkreter als „irgendwann im Laufe der Rückrunde“ will er nicht werden bei der Frage nach dem Comeback-Termin. Noch sei eine Vollbelastung im Trainingsbetrieb nicht möglich. „Ich versuche, mich an den Rhythmus zu gewöhnen, 100 Prozent gehen noch nicht.“

Humorvolles Hoffen heißt also einstweilen die Devise an der Grünwalder Straße. „Ich habe Daniel vor dem Training als Neuzugang vorgestellt, weil ihn einige Spieler ja noch gar nicht kannten“, witzelte Lienen. Um vorsichtig nach vorne zu blicken: „Falls er in den nächsten Wochen alles verkraftet, dann ist er wie ein Neuzugang für uns.“

Oder wie ein Alt-Zugang, je nach Gusto. Wie sagte Bierofka am Dienstag auf die Frage, ob er noch Schmerzen spüre: „Ja mei, ab und zua zwickt’s hoid. Ob ich noch mal ganz schmerzfrei werd’, das weiß ich nicht.“

Ludwig Krammer

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