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Die Blauen sehen rot

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Stevic
Stevic © dpa

München - Die Roten geben den Blauen Ratschläge, Ex-Bayern flirten mit den 60ern - und die Löwen sehen rot, wenn sie nur den Namen Uli Hoeneß oder Lothar Matthäus hören. Das Hauen und Stechen zwischen den Münchner Vereinen geht in eine neue Runde.

Begonnen hat das neuerliche Scharmützel zwischen den Lokalrivalen mit ein paar bissigen Anmerkungen des FC Bayern-Managers. Hoeneß, von der „tz“ zum Einstieg des Investors Nicolai Schwarzer bei den Löwen befragt, hatte geantwortet: „Mein Bauch sagt mir, dass das, was da zurzeit passiert, der Anfang vom Ende für 1860 München ist.“ Und weil Hoeneß schon dabei war, gab er auch gleich Stevic, dem neuen Sportchef des Lokalrivalen, einen mit – basierend auf dem Zitat des Serben, die Löwen seien für ihn eine „Herzensangelegenheit“. Dazu Hoeneß: „Ich glaube nicht, dass der jetzt gerade Herzblut da drin hat. Der hat eher ein paar Euro-Zeichen im Herzen.“

"Wir werden Hoeneß mit Taten widerlegen"

Stevic, mit diesen Attacken konfrontiert, reagierte erstaunlich sanft, fast schon kleinlaut. Es sei „nicht das erste Mal“, dass es Meinungsbeiträge „von dieser Seite“ gebe – Antworten auf diese Mutmaßung werde „die Zukunft geben“. In der Gegenwart gilt: „Ich habe großen Respekt vor Uli Hoeneß.“ Devoter hätte es auch Stefan Reuter, Stevic’ Vorgänger, nicht formulieren können.

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Da hatte die Retourkutsche von Rainer Beeck schon mehr Esprit. „Wir werden Hoeneß mit Taten widerlegen“, tönte der Löwen-Präsident. „Wir wollen ihm beweisen, dass das nicht der Anfang vom Ende ist, sondern der Start in eine hoffnungsvolle Zukunft.“ Zur Erinnerung: „Auch die Bayern haben zehn Prozent ihrer Anteile verkauft.“ 2001 war das, an „adidas“ – allerdings für 75 Millionen Euro.

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Schlimm genug für die Fans der Löwen, dass ihr Verein nur ein Bruchteil dessen wert ist, dass Uli Hoeneß schon wieder „das Maul aufreißt“ (Edelfan Franz Hell), aber damit nicht genug. Auch die sich hartnäckig haltende Vermutung, dass Matthäus, der frühere Parade-Rote, Trainer der Blauen werden könnte, löst Alarm aus im Lager des Zweitligisten. Teile der Fans planen angeblich eine Demo gegen eine Weiterbeschäftigung von Marco Kurz – sollte der Preis seiner Ablösung jedoch der sein, dass Matthäus übernehmen würde, dann droht ein Volksaufstand an der Grünwalder Straße. Ex-Vize Peter Englert kündigt erbitterten Widerstand an: „Das kann er (Stevic/Red.) nicht machen. Da werde ich vorher versuchen, meinen Einfluss geltend zu machen.“

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Abwegig erscheint der Gedanke offenbar nur den Fans – Stevic gilt als großer Fan von Matthäus („Ich habe ihn sehr bewundert“). Und der bei Maccabi Netanya in Israel beschäftigte Rekordnationalspieler erklärte sich natürlich prompt gesprächsbereit: „Wenn jemand meint, dass ich helfen kann“, ließ Matthäus ausrichten, „dann wird er sich bei mir melden.“ Noch habe ihn keiner angerufen, „aber nach dem Spiel am Wochenende ist wieder eine neue Situation“. Denn: Kurz’ Jobgarantie gilt nur bis zum Auswärtsspiel in Mainz.

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Kurz: Kritik ist absolut berechtigt

Ein richtiges Dementi von Stevic zur Matthäus-Spekulation ist folglich auch nicht zu bekommen. Man kennt sich – und schätzt sich. Spätestens seit 2003, als der Franke Trainer bei Partizan Belgrad war, dem Heimatverein von Stevic (und dessen Einstands-Transfers Rukavina und Gulan). Zum Abschluss der Hoeneß-Matthäus-Debatte sagte Stevic nur: „Bayern München ist ein großer bordeauxroter Verein – wir sollten unsere Farbe behalten.“ Die Fans werden ihn beim Wort nehmen.

Uli Kellner

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