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Heribert Bruchhagen

Bruchhagen und Heidel über Investoren

"1860 ist ein Sonderfall"

München - Heribert Bruchhagen glaubt nicht, dass Investoren in Deutschland so viel Macht bekommen wie im Ausland. Die Löwen hält er für einen Sonderfall. Christian Heidel erzählt eine Anekdote zum Thema.

Die Querelen bei den Löwen waren in den vergangenen Wochen natürlich auch deutschlandweit ein Thema: Hasan Ismaik ist mit der 1860-Führung aneinandergeraten, weil er mehr Macht wollte. Eintracht Frankfurts Vorstandsboss Heribert Bruchhagen ist überzeugt, dass der Einfluss von Investoren in Deutschland grundsätzlich Grenzen hat. "Ich glaube, dass die Fans bei Traditionsklubs so eine Dominanz von außen nicht zulassen würden", sagte er der SZ und räumte ein: "1860 ist ein Sonderfall, da war die finanzielle Lage offenbar aussichtslos."

Bruchhagen gab das Interview der SZ nicht alleine, sondern gemeinsam mit Mainz-Manager Christian Heidel. Dieser steuert eine launige Anekdote zum Thema bei: "Bei mir saß vor fünf, sechs Jahren mal einer im Büro, ein Litauer mit seiner ganzen Entourage, alle mit Rolex am Handgelenk, und sie haben gesagt, sie würden bei uns gerne 25 Millionen investieren." Heidel spart keine Details aus: "Dann hat er erklärt: Pressesprecher wird sein Landsmann A, Geschäftsführer wird Landsmann B und so weiter. Dann habe ich gesagt: Ist ja alles prima, aber nicht bei uns."

Die Truppe sei weitergezogen und habe bei Heart of Midlothian in Schottland investiert. "Bei Heart of Midlothian wurde Landsmann A Pressesprecher - und Trainer war auf einmal Valdas Ivanauskas", berichtet Heidel. Laut Bruchhagen war der Litauer auch bei ihm im Büro, laut Heidel auch in Wehen-Wiesbaden.

Bruchhagen fügt hinzu: "An dieser Stelle müssen wir jetzt auch mal die Aufsichtsräte loben: Die meisten unserer Erstliga-Vereine sind so solide aufgestellt, dass sie für solche Angebote nicht anfällig sind. Aber wenn du ein Riesenloch im Etat hast und am Tag darauf die Lizenzierungsunterlagen abgeben musst, wird's natürlich gefährlich."

lin

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