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Costa auf der Kippe

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- Ingolstadt/München - Man traf sich auf halber Strecke zum ultimativen Formcheck. Auf neutralem Boden in Ingolstadt ermittelten der 1. FC Nürnberg und die Löwen aus München den inoffiziellen Vorbereitungsmeister. Kaum eine andere Mannschaft im deutschen Profifußball hat im vergangenen Monat mehr getestet als der 1. FCN (11 Spiele, 8 Siege, Torverhältnis 107:15) und der TSV (11 Spiele, 6 Siege, 50:15), insofern bildete das Südderby einen würdigen Abschluss der zähen Teamfindungswochen. Mit einem erfreulichen Ergebnis für den vermeintlichen Underdog: 1:0 für 1860.

Sieben Tage vor Wiederaufnahme des Ligenbetriebs präsentierte sich der Erstliga-Absteiger wesentlich besser gerüstet als der Aufsteiger. Nicht nur das entscheidende Kopfballtor durch Paul Agostino nach einer Ecke von Karlheinz Pflipsen (75.) stimmte Trainer Rudi Bommer zufrieden, sondern vor allem die Art und Weise, wie sich die Mannschaft über weite Strecken präsentierte. "Sie hat engagiert gespielt, die Zweikämpfe gesucht, Druck gemacht und ist hinten kompakt gestanden", lobte Bommer. Zwar versäumten es seine Spieler bei drei klaren Chancen, schon vor der Halbzeitpause alles klar zu machen, aber: "Die Jungs sind marschiert bis zum Schluss und haben die Drucksituation nach den schlechten Spielen gegen Regensburg und die Stuttgarter Kickers gut gemeistert."

Einer durfte sich schon vor dem Anpfiff als Gewinner fühlen. Michael Hofmann (31) hat erwartungsgemäß den Zweikampf mit Rivale Timo Ochs (22) um den Stammplatz zwischen den Pfosten gewonnen und brach vor lauter Erleichterung sein selbst auferlegtes Schweigegelübde. "Richtig so", findet der ehrgeizige Franke die Entscheidung des Trainers. "Wenn man absteigt mit Sechzig und trotzdem hier bleibt, dann erwartet man schon, dass man spielt. Es wäre schwer zu verkraften gewesen, wenn ich die Nummer zwei gewesen wäre."

Während mit Hofmanns Nominierung zu rechnen war, deutet sich in seinem engsten Mitarbeiterstab eine Überraschung an. Rodrigo Costa, ursprünglich als zentraler Abwehrmann neben Slobodan Komljenovic eingeplant, droht seinen Stammplatz in letzter Minute an Remo Meyer zu verlieren. Der Schweizer löste den von Bommer häufig kritisierten Brasilianer ("Zu abwartend und beim Verschieben nicht konsequent") nach einer Stunde ab und nutzte seinen 30-minütigen Einsatz, um eifrig Pluspunkte beim Trainer zu sammeln. "Eine sehr starke Leistung", bescheinigte Bommer dem Defensivmann, der sich gerne in die Innenverteidung versetzen lassen würde. "Dort spiele ich auch im Nationalteam."

Costa oder Meyer? Über diese Frage kann Bommer nun eine Woche grübeln, ansonsten gelten als gesetzt: Hofmann - Lehmann, Komljenovic, Bulut - Cerny, Pflipsen, Tyce, Gebhardt - Agostino, Kolomaznik. Diese zehn Club-Besieger werden ziemlich sicher gegen Haching dabei sein. Ihr Plus: Sie wissen, wie man Derbys gewinnt. Neun von ihnen waren auch schon gegen Bayern dabei.

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