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„Die Stimmung unter uns ist top“: Noor Basha (Mitte) zur Arbeit mit Gerhard Poschner (r.) und Markus Rejek.

Basha will drei Neuzugänge

Dringende Wünsche an den verstimmten Sportchef

München - 1860-Geschäftsführer Noor Basha sagt: „Wir brauchen noch drei Transfers.“ Er zeigt aber Verständnis für Poschner: „Er hat seinen Stolz.“

Seine dringenden Wünschen fasste Noor Basha so zusammen: „Wir brauchen noch drei Transfers. Einen rechten Außenverteidiger, einen Offensiven im Mittelfeld, einen Stürmer.“ Der jüngst zum zweiten Geschäftsführer des TSV 1860 beförderte Jordanier macht derzeit kein Geheimnis daraus, dass er den Münchner Zweitliga-Kader für unbedingt renovierungsbedürftig hält. Auch Basha war am Samstag Augenzeuge des Testspiels gegen Swansea City (1:2), und bei dieser Generalprobe für den Zweitliga-Auftakt am Sonntag beim 1. FC Heidenheim waren die gleichen Schwächen zu besichtigen wie im vergangenen Fastabstiegs-Jahr: Kein Spielwitz, keine Torgefahr. Meisterlöwe Fredi Heiß sagte der „tz“: „Es wäre ein Wunder, wenn sich die Mannschaft ohne Verstärkungen spielerisch verbessern würde.“

Den Vorwurf, bei 1860 sei hinsichtlich der Neuverpflichtungen geschlampt worden, will Basha aber nicht gelten lassen. Vielmehr verficht er die Meinung, dass widrige Umstände die Personalplanungen beeinträchtigt hätten: „Wenn du gute Spieler holen willst, brauchst du Ruhe im Verein, Perspektive. Aber bei uns waren die letzten Wochen extrem chaotisch.“

Im Mittelpunkt der Turbulenzen stand der vom Geschäftsführer Sport zum Sportdirektor degradierte Gerhard Poschner. Die Diskussion um seine Person hätte ihn zwischenzeitlich stark ins Grübeln gebracht. „Poschi war nicht hundertprozentig konzentriert. Es war ja nicht klar, wie es mit ihm weitergeht“, sagte Basha. Letztlich entschieden sich die Gesellschafter für ein neues Modell mit Markus Rejek und Basha als Geschäftsführer. Poschner wurde zurückgestuft, soll aber weiter die Funktion eines Sportchefs ausüben. „Das war für uns alle ein Schock“, sagte Basha zu der Umstrukturierung. Und er äußerte auch Verständnis dafür, dass Poschners Laune nicht die beste ist. „Poschi ist ein Alphatier, er hat seinen Stolz. Er braucht Zeit, um die Situation zu akzeptieren.“

Mittlerweile wird sogar gemunkelt, dass Poschner eine Klage gegen 1860 vorbereitet. Schließlich wurde er als Geschäftsführer angestellt, verfügt also über einen entsprechenden Arbeitsvertrag. Poscher konnte gestern dazu nicht befragt werden, auf die Interviewanfrage unserer Zeitung reagierte er nur mit der SMS-Mitteilung: „Habe momentan leider nichts mitzuteilen. Sorry.“

Basha betonte unterdessen, dass das neue Trio funktioniert: „Die Stimmung unter uns Dreien ist top, wir sind ein Team.“ Auch die früheren Differenzen zwischen Poschner und Rejek seien ausgeräumt worden. Zugleich warb Basha für klubinterne Hilfeleistung: „Viele haben zuletzt auf die 1860-Sportabteilung geschossen. Sie braucht mehr Unterstützung im Verein.“

Vielleicht leistet ja auch Hasan Ismaik Beistand. Der Ramadan ist vorüber, der Investor kann also wieder uneingeschränkt aktiv werden. Basha bestätigte, dass mit einem Treffen der Vereinsführung mit seinem Cousin in absehbarer Zeit zu rechnen sei. „Es ist möglich, dass Hasan nach München kommt“, sagte der 1860-Geschäftsführer.

Guter Hoffnung ist Basha auch hinsichtlich der Transfers: „Vielleicht klappt einer noch diese Woche.“ Angeblich ist der stürmende Ex-Löwe Peniel Mlapa immer noch ein heißer Kandidat.

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