Entscheidend ist auf Gegners Platz

- München - Abstiegskampf - diese hässliche Vokabel galt schon als ausgerottet auf Giesings Höhen, plötzlich müssen die Männer vom TSV 1860 das Unwort wieder in ihren aktiven Sprachschatz aufnehmen. Eine Serie von sechs sieglosen Spielen hat die Löwen aus allen Träumen vom Uefa-Cup gerissen, stattdessen beginnt am Samstag die Überlebenslotterie "Drei aus Neun". Was genau auf den Tabellenfünftletzten zukommt, welche Gefahren die Rückrunde birgt, zeigt unsere Übersicht.

<P>Auftakthürde</P><P>"Taktieren ist nicht", sagt Trainer Falko Götz. Mit dem 1. FC Kaiserslautern kommt zum Auftakt jene Mannschaft ins Olympiastadion, die 1860 derzeit noch als Puffer zur Rotlichtzone dient, deswegen ist von Beginn an höchste Konzentration geboten. Vorteil: Selbst bei einer Niederlage bleiben die Löwen (derzeit 19 Punkte) vor Lautern (15). Nachteil: Gerade zu Hause tat man sich zuletzt besonders schwer. Siehe die Heimpleiten gegen Rostock (1:4) und Gladbach (1:2)<BR><BR>Ungünstiges Programm</P><P>Heimschwäche bedeutet im Umkehrschluss nicht, dass sich 1860 in der Fremde leichter tut (6 Punkte). Das könnte zum Problem werden, denn die Löwen müssen in der Rückrunde neun Mal auswärts ran; auch die Duelle mit den vermeintlich schärfsten Rivalen finden auf Gegners Platz statt. Frankfurt, Köln, Gladbach und Rostock haben Heimrecht gegen 1860.<BR><BR>Gefährdeter Jugendstil</P><P>Im Überlebenskampf ist Erfahrung gefragt. Götz sieht sein Jugendkonzept gefährdet, "wenn wir in der Tabelle noch stärker unter Druck geraten". Für Baier, Davids und Lehmann bliebe im Ernstfall wohl nur ein Platz auf der Bank. Gefragt wären dann Routiniers wie Marco Kurz (34), die aber dünn gesät sind im Kader der Löwen. Neben Kurz konnten sich bislang nur Agostino, Cerny und Torhüter Hofmann im Existenzkampf bewähren. Schroth (Karlsruhe 1998), Schwarz (Haching 2001) und Lenz (Cottbus 2003) haben schon Abstiege miterlebt.<BR><BR>Tendenz fallend</P><P>Die jüngsten Ergebnisse sprechen gegen die Löwen. Von allen neun Abstiegskandidaten hat 1860 in den vergangenen sechs Spielen am schlechtesten abgeschnitten (nur 2 Punkte), im Aufwind dagegen befanden sich die Teams aus Köln (6), Gladbach (12) und Rostock (13). "Sehr wichtig, dass Pause war", macht sich Götz Mut.<BR><BR>Nervenflattern</P><P>"Mit Schrecken" denkt Karl-Heinz Wildmoser jr. an ein mögliches "Endspiel" am 34. Spieltag bei gleichfalls noch zitternden Gladbachern. Des Geschäftsführers Sorge: Nicht nur ihm selber könnte das Herz in die Hose rutschen, sondern auch den Spielern. Berechtigt, denn der Begriff "Big Point", ist bei den Löwen kein Unwort - sondern ein Fremdwort.<BR></P>

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