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„Wenn das Angebot stimmt . . .“: Bei den klammen Löwen steht jetzt sogar Fanliebling Mölders zum Verkauf.

Gorenzel: „Es zerreißt mich fast“ 

Ergebnislose Suche nach Geld: 1860 denkt auch über Mölders-Verkauf nach 

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Die finanzielle Situation beim TSV 1860 München schließt auch Verkäufe von Fan-Lieblingen nicht aus. Auch ein Weggang von Sascha Mölders ist möglich. 

1860 ist ja seit Samstag gerettet, und für alle Drittligisten, die noch bangen müssen, hat Günther Gorenzel eine gute Nachricht. 1860 werde am Samstag in Jena nicht mit einer B-Elf, sondern mit der bestmöglichen, „medizinisch vertretbaren“ Mannschaft auflaufen, versprach der Sportchef: „Wir sind uns unserer Verantwortung für andere Mannschaften vollkommen bewusst.“

So weit, so sportlich. Nicht ganz so gut waren die Nachrichten, die Gorenzel an den eigenen Anhang richtete. Versteht man ihn richtig, gibt es am Samstag trotzdem irgendwie ein Schaulaufen – weil bei 1860 plötzlich auch Spieler zum Verkauf stehen, die noch vor Kurzem als vereinsinterne Heiligtümer galten. Sascha Mölders zum Beispiel. Oder einige junge Talente. Aber der Reihe nach.

Gorenzel erinnerte daran, dass er bei 1860 nicht nur die sportliche Verantwortung trage, sondern als zweiter Geschäftsführer auch die wirtschaftlichen Vorgaben im Blick haben müsse. So begab es sich, dass er nach dem rettenden Sieg gegen Fortuna Köln (3:2) eine letzte verzweifelte Suche nach Einsparpotenzial und möglichen Finanzquellen angeregt habe. Jeder Stein sei umgedreht worden, berichtete der Sportchef: „Wir haben die Zahlen nach links gedreht, nach rechts, nach vorne und zurück.“ Gefunden hätten er und Finanzchef Michael Scharold: nichts. Deswegen, so Gorenzel, sei jetzt die Zeit gekommen, harte Maßnahmen einzuleiten. „Hilft ja nichts“, fügte er tapfer hinzu.

Ergebnis der ergebnislosen Suche nach Geld ist, dass bei 1860 ab sofort der Totalausverkauf droht. Durfte das Umfeld zuletzt noch davon ausgehen, dass zumindest Spieler mit dem Charakter einer Lebensversicherung vom Sparzwang ausgenommen werden, so sagte Gorenzel auf Nachfrage, dass selbst eine Trennung von Publikumsliebling Mölders denkbar sei – wenn sie dem großen Ganzen diene. „In unserer Situation muss man sich über alles den Kopf zerbrechen“, sagte er. Und wenn ein „marktkonformes Angebot“ käme, sei 1860 der letzte Verein, der sich damit nicht prüfend auseinandersetzen müsse.

Nun ist ja eher nicht davon auszugehen, dass ein Verein für den 34-jährigen Mölders eine Millionenablöse aufruft. Gorenzels Aussage darf getrost als plakative Warnung in Richtung der zerstrittenen Gesellschafter gedeutet werden. Besonders dramatisch allerdings: Sie bezieht auch junge Spieler mit ein, mit denen die Löwen eigentlich ihr Zukunftsteam planen wollten. Gorenzel zählte fünf, sechs Talente auf, die er als „Riesenaktien“ bezeichnete. Allerdings mit dem Vermerk, dass diese Aktien nun womöglich vorzeitig zu Geld gemacht werden. „Es zerreißt mich innerlich fast“, gewährte er ungewohnte Einblicke in sein Seelenleben.

Wozu das alles führen wird, da gibt sich der Sportchef keinen Illusionen hin: „Das Saisonziel für nächstes Jahr ist vollkommen klar: Da geht’s darum, irgendwie die Klasse zu halten. Mehr ist Stand jetzt nicht drin.“ Endzeitstimmung bei den Sparlöwen. Gorenzel über seine Entschlossenheit, jede Anfrage zu prüfen: „Ich muss aus wirtschaftlichen Gründen Entscheidungen treffen, die mir sportlich sehr wehtun.“

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