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Der erste Arbeitstag für Kenny Cooper

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München - Lange eingewöhnen durfte er sich nicht, schon am Dienstag stand für Kenny Cooper der erste Arbeitstag bei den Löwen an. Und zumindest beim Anhang sorgte der US-Boy für neue Euphorie.

Natürlich gab Kenny Cooper die Vorschusslorbeeren zum Einstand artig zurück. Natürlich berichtete der 24-Jährige davon, wie geehrt er doch von den intensiven Bemühungen „dieses Traditionsvereins“ und seiner Repräsentanten sei. Schwärmte über das „phänomenale Trainingsgelände“. Und betonte, wie viel Energie und Enthusiasmus er doch einbringen wolle, um dem TSV 1860 in den kommenden Monaten auf den Weg in Richtung Erstklassigkeit zu verhelfen. Am besten bereits vom kommenden Sonntag an, wenn mit dem Duell gegen den TuS Koblenz (13.30 Uhr) der Liga-Alltag beginnt.

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Ob sich letzteres allerdings erfüllt und der 1,92 Meter-Mann, der gestern für einen stattlichen Fanauftrieb an der Grünwalder Straße sorgte, seine Qualitäten tatsächlich schon zum Liga-Auftakt ins Rennen werfen darf – zumindest Ewald Lienen wollte sich trotz ansehnlicher erster Eindrücke vom so lange ersehnten Angreifer naturgemäß noch nicht festlegen. „Er muss sieben Stunden Zeitunterschied wegstecken, und er muss hier erst mal reinfinden“, betonte der Löwen-Coach, „das wird sicher ein paar Tage dauern“.

Bilder vom ersten Training mit Kenny Cooper

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Zeit, die der 55-Jährige dem US-Boy, der bis zur Ankunft von Freundin Molly von seinem selbst als Fußballtrainer aktiven Vater Kenny Cooper senior begleitet wird, in jedem Fall geben will. Lienen weiß nur zu gut um die Erwartungen an den Texas-Import, der in den kommenden Monaten mit seiner Wucht Räume für seine Sturmpartner reißen und am besten auch gleich selbst ins Schwarze treffen soll. Cooper selbst, der in 90 Partien in der amerikanischen Profiliga MLS immerhin 40 Treffer erzielte, fürchtet keine Anpassungsprobleme. Zumal der europäische Fußball für ihn kein Neuland ist. Unter anderem war der Mann, der seit 2007 Nationalspieler ist, auch schon für die zweite Mannschaft von Manchester United am Ball. „Ich habe die Möglichkeit gehabt, mit einigen der besten Spieler der Welt zu trainieren“, betonte Cooper, „davon habe ich viel profitiert“.

Kenny Cooper in München

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Warum nun auch er selbst Angebote aus der Erstklassigkeit ausgeschlagen und dem TSV 1860 für eine Ablösesumme von kolportierten 500 000 Euro den Zuschlag gegeben hat – Sportdirektor Miki Stevic hat da so seine Idee. „Gerade bei jungen Spielern, die in ihrer Karriere weiter kommen wollen, spielt die menschliche Seite eine entscheidende Rolle – und die spricht für uns“, erklärte er. Ein Kompliment an den Trainer, der Cooper in nächtlichen Telefonaten von den Vorzügen des TSV 1860 überzeugt haben soll.

Gut möglich, dass Lienen seine Qualitäten schon bald wieder beweisen muss. Im Gespräch mit Lars Bender nämlich, der gerade öffentlich machte, dass er gerne vorzeitig zu Bayer Leverkusen wechseln würde, um dem nach Dortmund übergesiedelten Zwillingsbruder Sven wieder näher zu sein. Gedankenspiele, mit denen sich die Löwen-Verantwortlichen gestern nur bedingt befassen wollten. Miki Stevic deutete zwar Gesprächsbereitschaft an, „wenn Lars zu uns kommt und sagt, dass es hier absolut nicht mehr geht. Er wird uns nur nützen, wenn er mit dem ganzen Kopf bei der Sache ist“. Lienen stellte jedoch klar, dass er Bender nur unter klaren Voraussetzungen ziehen lassen würde. „Es müsste klar sein, wie wir ihn ersetzen und es müsste sich für 1860 erheblich lohnen“, betonte er. Im Klartext: Leverkusen müsste noch den ein oder anderen Euro auf die 1,6 Millionen draufsatteln, die im nächsten Jahr fällig würden.

Ganz so neu wie‘s klingt ist die Sache aber wohl doch nicht. Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler verriet, mit 1860 seit Wochen über einen vorzeitigen Wechsel zu verhandeln: „Aber der Preis muss stimmen“.

Patrick Reichelt

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