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Markus Steinhöfer ist froh beim VfB Eichstätt die Grätsche zwischen Fußball und Familie zu schaffen.

Eichstätts Neuzugang im Interview

Ex-Löwe Steinhöfer: Früher Champions League im Old Trafford, jetzt in der Regionalliga gegen Pipinsried

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Seit knapp zwei Monaten ist Ex-Profi Markus Steinhöfer beim VfB Eichstätt. Im Interview spricht er von den ersten Wochen beim Regionalligisten und seine persönlichen Ziele für die Zukunft.

Nach über zehn Jahren als Profi wendet sich Rechtsverteidiger Markus Steinhöfer nun dem Amateurfußball zu. Hauptgrund hierfür war die Geburt seiner Tochter. Der frischgebackene Vater möchte als Familienpapa für seine Frau und die Kleine da sein, hat keine Lust mehr auf das große Reisen. Im Vorort-Interview spricht der 32-Jährige über die ersten Wochen bei seinem Neu-Verein Eichstätt und wagt einen Blick in die Zukunft.

Über wen entstand der Kontakt?

Über meine Mama und über Hans Benz (Fußball-Abteilungsleiter VfB Eichstätt, Anm. d. Red.). Mehrere Freunde von mir haben dort schon einmal gespielt. Deshalb habe ich es auch immer wieder verfolgt. Ich hatte selber den Gedanken, mich dort für eine Zeit lang fit zu halten. Dann hat sich das ergeben. Es wurde relativ schnell klar, dass mehr werden könnte. Ich weiß selber, wie das Fußballgeschäft läuft. Ich bin jetzt knapp 33 Jahre alt und es war schon später Herbst. Mir war klar, dass es schwer wird, im Profifußball wieder Fuß zu fassen.

Schon bei deiner Ankunft hast du vom VfB Eichstätt geschwärmt. Ein Eindruck, der sich nach den ersten Wochen bestätigt hat?

Auf jeden Fall. Ich hab mich von Anfang an wohl gefühlt, auch schon, als ich nur mittrainiert habe. Es war für mich auch etwas ganz Neues, weil ich zum Glück über zehn Jahren im Profibereich spielen durfte. Die kurzen Anfahrten zum Sportplatz, weniger Training, vor allem nicht am Abend. Das kannte ich bisher nicht so. Natürlich ist auch der Fußball anders, es braucht eine gewisse Eingewöhnungsphase. Jetzt wird es aber immer besser. Ich habe mich gut akklimatisieren können und deswegen fühle ich mich wohl. Für mich ist es jetzt natürlich auch schön als Papa bei der Familie zu Hause zu sein, gleichzeitig aber noch Fußball spielen zu können. Das ist das, was ich gerne mache, was ich liebe und was mir auch fehlt, wenn ich es eine Zeit lang nicht mache. So ist die Kombination super für mich.

Jetzt aber mal rein sportlich gesehen: Bist du mit deiner persönlichen und der Leistung deines Teams bis jetzt zufrieden?

Ich war schon immer ehrgeizig. Es gibt immer Dinge, die ich verbessern kann und verbessern sollte, weil ich einen gewissen Anspruch an mich selber habe. Aber im Großen und Ganzen bin ich zufrieden. Es läuft auch gut. Man darf auch nicht vergessen, dass ich länger nicht gespielt habe. Ich bin selbstkritisch, darf aber auch nicht zu streng mit mir sein.

Kannst du jetzt schon Saisonziele formulieren?

Nein. Das Saisonziel des VfB Eichstätt ist jedes Jahr der Klassenerhalt. Wenn man dieses Ziel dann erreicht hat, dann werden die Ziele vielleicht auch nochmal neu gesteckt. Ich denke, wir sind auf einem sehr guten Weg. Das hätte uns keiner zugetraut. Aber was ist das Saisonziel? Am Ende die bestmögliche Platzierung. Man darf aber nicht so vermessen sein und sagen, dass wir aufsteigen wollen. Da ist Keiner größenwahnsinnig genug im Verein.

Was planst du für die Zukunft? Wie sieht es mit einem Vertrag aus?

Ich habe eigentlich keinen Vertrag, aber natürlich eine Spielerlaubnis. Meine fußballerische Haltbarkeit ist nicht zeitlich begrenzt.  Das ist eine Win-Win-Situation. Für den Verein hoffentlich und für mich auch. Ich mache mir auch nicht groß Gedanken darüber gemacht, wie lange ich hier noch spiele. Primär geht es darum zu spielen und erfolgreich zu sein. 

Könntest du dir vorstellen selbst mal zu coachen?

Ja. Ich möchte jetzt die Trainerlizenz machen. Das ist das Ziel, das ich mir gesteckt habe. Ob ich etwas daraus mache, wird sich zeigen. Lieber erst einmal im Jugendbereich. Wenn ich in den Profibereich käme, dann geht das Ganze wieder von vorne los. Als Trainer ist man noch mehr Spielball. Das möchte ich meiner Frau und Tochter nicht antun. Da muss ich mir überlegen, welche Prioritäten ich mir mit meiner Familie setze.

Gespräch: Jan Ahrens

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