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Uduokhai: Darum zog er Sechzig dem FC Bayern vor

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Von: Florian Fussek, Uli Kellner

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Braucht sich längst nicht mehr zu verstecken: Felix Uduokhai hat sich bei Sechzig in den Fokus gespielt.
Braucht sich längst nicht mehr zu verstecken: Felix Uduokhai hat sich bei Sechzig in den Fokus gespielt. © sampics / Stefan Matzke

München - Felix Uduokhai ist so ziemlich der einzige Lichtblick der bisherigen Sechzig-Saison. Dabei hätte der Youngster einst auch zum FC Bayern gehen können.

Für die Löwen war es eine Hinrunde zum Vergessen. Unruhe im Umfeld, Trainerentlassung, Abstiegskampf. Zum Glück ist das Horrorjahr 2016 vorbei. Trotzdem: Einen Lichtblick gab es in dieser tristen Saison. 19 Jahre alt, 1,92 Meter groß, Innenverteidiger - die Rede ist von Felix Uduokhai! Seit Sommer ist er bei den Profis dabei, Troia ist sein erstes Trainingslager als Stammspieler.

In der Vorbereitung spielte er stark gegen Dortmund, trotzdem saß er anfangs nur auf der Bank. Erst am vierten Spieltag wurde er gegen Nürnberg in der 88. Minute eingewechselt. „Als junger Spieler muss man Geduld haben, aber natürlich hätte ich auch gerne von Anfang an gespielt. Mir war klar, dass meine Chance kommen wird“, so Uduokhai.

Seit Pokalspiel in Würzburg gesetzt

Auf die musste er dann länger warten: Wegen Patellasehnenproblemen fiel der Innenverteidiger über einen Monat lang aus. Wahrscheinlich lag’s auch an der Überbelastung. „Jugend und Profis ist schon was anderes“, sagt er. Seit dem Pokalsieg in Würzburg ist der 19-jährige nicht mehr aus der Löwenverteidigung wegzudenken. Bei dem Spiel schoss er auch gleich einen Elfmeter, der mit viel Dusel reinging. „Ich glaub’, ich bin nicht der beste Schütze“, lacht er. „Ich war schon froh, dass er reingegangen ist.“

In der Jugend spielt Uduokhai, dessen Vater aus Nigeria kommt, beim VfB Annaberg in Sachsen, wechselt dann zu Erzgebirge Aue. Mit zehn Jahren zieht er mit seiner Familie nach München. Hier macht er bei einer Sichtung mit, wo er sich allen möglichen Vereinen aus Bayern präsentiert. Das Talent bleibt den Scouts nicht verborgen, Felix hat die freie Auswahl: FC Bayern, Unterhaching oder 1860.

Nach Probetrainings bei den drei Münchner Vereinen zieht es ihn an die Grünwalderstraße. „Bei 1860 hat’s mir einfach am besten gefallen. Der erste Eindruck war gut und auch, wie die anderen Spieler mich aufgenommen haben. Nach einem Umzug will man schnell wieder Freunde finden“, erinnert sich Felix. Bei den Bayern war’s dagegen anonymer.

Ruhe am Ball und wenig Fouls

Einer aus der damaligen U 11 ist Florian Neuhaus, mit dem er

Uduokhai (l.) und Trainer Pereira.
Uduokhai (l.) und Trainer Pereira. © sampics / Stefan Matzke

jetzt wieder in der Mannschaft spielt. Im Gegensatz zu Neuhaus hat sich Felix aber bereits einen Stammplatz in der ersten Mannschaft erkämpft. Trotz seiner 19 Jahre macht er - mal abgesehen von seinem verschuldeten Elfmeter gegen Heidenheim - kaum Fehler, ist sehr ruhig am Ball und begeht kaum Fouls. Gegen Sandhausen erzielte er sogar ein Tor. Klar, dass er im weiß-blauen Umfeld schon als nächster Diamant bezeichnet wird.

„Natürlich hört man das. Es geht auch nicht so spurlos an einem vorbei. Ich versuche aber nicht, alles zu lesen. Es ist aber schon eine Bestätigung, dass ich bisher einiges richtig gemacht habe“, betont er.

In der Jugend noch als Flügelspieler im Einsatz

Dabei hat seine Karriere deutlich weiter vorne begonnen. „Bis zur U 17 habe ich noch als linker Flügelspieler gespielt“, erinnert er sich. Durch einen Wachstums-Schub ging es mit der Größe nach oben und mit der Position nach hinten. „Früher habe ich gerne offensiv gespielt, da war ich aber noch schneller. Durch meine Größe ist das etwas abhanden gekommen “, so Uduokhai, der zusammen mit seinen Eltern in Giesing wohnt.

Wie seine Zukunft ausschaut, weiß er nicht. „Mein Vertrag läuft noch bis 2019“, betont Uduokhai. Wenn er aber so weiterspielt, wird er kaum zu halten sein.

Alle Infos rund um das Trainingslager der Löwen erhalten Sie in unserem Live-Ticker.

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ffu,uk

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