Auf ein Bier ins Brauhaus: Der gemütliche Teil des Trainingslagers dauerte für Philipp Tschauner und Kollegen nur knapp eine Stunde.

Freie Auswahl: Die Taktik-Möglichkeiten des TSV 1860

München - Das Testspiel gegen Marino deutet an, welche taktischen Möglichkeiten der TSV 1860 künftig hat.

Das Brauhaus war auch diesmal wieder prima besucht. Die gute Stube, in der typisch kanarische Spezialitäten wie Weißbier und Schweinebraten gereicht werden, liegt im Erdgeschoss des Mannschaftshotels "Villa Cortes" und war fünf Tage lang kein lohnendes Ziel für Fans und Spieler des TSV 1860. Am Mittwoch, dem sechsten Tag des Trainingslagers auf Teneriffa, ging es dafür zu vorgerückter Stunde umso lebhafter zu. Auch diesmal pflegten die Löwen ihre kleine Tradition und trafen sich mit dem Anhang auf ein Bier. Tatsächlich nur auf ein Glas. Nach nicht mal einer Stunde verschwanden die Profis brav auf ihre Zimmer.

Die meisten hatten vorher die alkoholfreie Variante gewählt. Eine der Ausnahmen war Manuel Schäffler, er hatte es sich verdient. Der junge Stürmer wartet zwar weiterhin auf sein erstes Zweitligator, dafür ging am Mittwochabend der Siegtreffer zum 1:0 gegen den örtlichen Viertligisten CD Marino auf sein Konto. "Das wird ihm Selbstvertrauen geben", hofft Trainer Marco Kurz.

Schäffler (19) kann es brauchen. Sein Aufstieg hat in den letzten Monaten an Schwung verloren, auch wenn er sehr regelmäßig zum Einsatz kam (15-mal, davon achtmal in der Startelf). In einer Mannschaft, die sich im Spielaufbau schwer tat, stand er als Stoßstürmer oft auf verlorenem Posten. Nun kommt auch noch ein verschärfter Konkurrenzkampf hinzu. Nicht nur die Leihgabe Marvin Pourie (18) kommt als Alternative in Frage, auch Sascha Rösler ist ein Kandidat. Am Mittwoch im Estadio Antonio Dominguez Alfonso setzte Kurz den Routinier als zweite Spitze ein, die neben und hinter Benjamin Lauth ihre Kreise zog. Ohnehin hält sich der Offensivmann nicht für "den klassischen Spielmacher".

Mit Rösler und Rechtsaußen Stefan Aigner hat der Trainer neue Optionen zur Verfügung. Vor allem die Frage, wo der Ex-Gladbacher letztlich agiert - ob als hängende Spitze oder als offensives Element einer Mittelfeldraute -, wirkt sich bis ins Abwehrzentrum aus.

Das Spiel gegen Marino bot einen ersten Eindruck, wie die Löwen künftig aufgestellt sein könnten. Im Mittelfeld besetzten Aigner und Daniel Bierofka die Außenpositionen, während die Bender-Zwillinge das Zentrum abdichteten. Die Version mit drei Sechsern, die in der Hinrunde mehrfach gewählt wurde, dürfte ausgedient haben.

Für Danny Schwarz, dessen Vertrag im kommenden Sommer ausläuft, hat das ebenso Konsequenzen wie für Mathieu Beda. Der Ex-Kapitän muss sich hinten anstellen und unter erschwerten Bedingungen für eine Verlängerung empfehlen, der Franzose muss ins Abwehrzentrum ausweichen. Dafür war er vor einem halben Jahr eigentlich auch geholt worden, doch in der Praxis fand er sich als Abräumer im Mittelfeld wieder. Nun macht er Mate Ghvinianidze und Gregg Berhalter Konkurrenz. Am Mittwoch spielte Beda an der Seite des Amerikaners, weil der Georgier wegen muskulärer Beschwerden geschont wurde. Für den Ernstfall muss das aber nichts besagen.

Auf den Außenpositionen kamen gegen Marino Markus Thorandt und Fabian Johnson zum Einsatz. Dabei könnte es bis zum 27. Januar (Pokalspiel in Hamburg) bleiben. Mit Benjamin Schwarz fällt ein Konkurrent wegen Knieproblemen definitiv aus. Viele Personalfragen bleiben damit nicht mehr offen.

von Marc Beyer

Lesen Sie auch

Löwen gewinnen Testspiel gegen CD Marino

Auch interessant

Kommentare