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Da geht's lang: Löwen-Trainer Vitor Pereira gibt die Richtung zum Klassenerhalt vor.

Vor dem Saisonendspurt

Fünf Gründe gegen den Abstieg: Darum bleiben die Löwen drin

  • Simon Nutzinger
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München - Abstiegskampf pur heißt es in den verbleibenden vier Spielen des TSV 1860 München in der 2. Bundesliga. Warum die Löwen am Ende die Klasse halten, verraten wir hier.

In der 2. Bundesliga neigt sich die Saison langsam ihrem Ende zu. Noch vier Spieltage sind zu absolvieren. Danach steht fest, wer sich auf eine ausufernde Aufstiegsfeier freuen darf und wem der bittere Gang in die Drittklassigkeit blüht. Zu letzterem Kandidatenkreis zählen heuer leider auch wieder die Münchner Löwen. Mit 33 Punkten stehen sie nach 30 Spieltagen auf dem 15. Tabellenplatz. Dieser würde zwar gerade so zum Klassenerhalt reichen, Erzgebirge Aue lauert jedoch mit der gleichen Punktzahl auf dem Relegationsplatz. Warum der Münchner Traditionsverein aber am Ende die Nase vorne haben und der zweiten Bundesliga erhalten bleiben wird, verraten wir Ihnen hier:

Nicht die Spielweise eines Absteigers

Der mauen Punktausbeute und der alarmierenden Tabellensituation zum Trotz: Die Sechziger spielen teilweise richtig guten Fußball. Seitdem Vitor Pereira in der Winterpause den Trainerposten übernommen hat, ist eine klare Spielphilosophie erkennbar. Der Portugiese lässt die Mannschaft in einem 3-4-3-System agieren, in dem Winter-Neuzugang Abdoulaye Ba als Ruhepol in der defensiven Dreierkette überzeugt. Die taktische Ausrichtung ermöglicht es den Löwen immer wieder, schnell und zielorientiert nach vorne zu spielen. Vor allem über die schnellen Außenbahnspieler wie Lumor, Amilton oder Stefan Aigner kommen die Sechziger so zu vielen guten Torgelegenheiten. Einzig das Verwerten dieser Chancen lässt bislang leider noch oft zu Wünschen übrig. Doch: Bleibt die Mannschaft ihrer Spielweise treu und schafft es endlich auch einmal sich dafür durch Tore zu belohnen, steht dem Klassenerhalt nichts mehr im Wege.

Das Restprogramm

Braunschweig (H), Dresden (A), Bochum (H) und Heidenheim (A) – die verbleibenden Gegner der Münchner Löwen haben es in sich. Doch das auf den ersten Blick schwere Restprogramm könnte sich für die Sechziger noch als Vorteil herausstellen. Haben die Partien unter Trainer Vitor Pereira nach der Winterpause doch eines bewiesen: Müssen die Blauen selbst das Spiel machen, haben sie oftmals große Probleme. Deutlich leichter fällt es ihnen hingegen, wenn der Gegner das Spielgeschehen diktiert, sie auf Ballgewinne lauern und dann schnell nach vorne marschieren können. Bei den Aufeinandertreffen mit den letzten vier Kontrahenten, die voraussichtlich allesamt versuchen werden, offensiv nach vorne zu spielen, könnte genau diese Taktik der Schlüssel zum Erfolg – und somit zum Klassenerhalt – sein.

Erfahrung im Abstiegskampf

16, 15 und momentan wieder 15 – so lauten die Platzierungen der Münchner Löwen seit der Saison 2014/2015. Heißt: Das dritte Jahr in Folge müssen die Sechziger Zittern bis zum Schluss. Und genau dieser Umstand könnte ein entscheidender Vorteil für die Blauen sein. Denn: Sowohl einige Teile der Mannschaft als auch Verein und Fans sind mittlerweile im Abstiegskampf erprobt. Sogar ein erfolgreiches Relegations-Duell haben die Löwen schon hinter sich. Im Juni 2015 hielten sie durch einen dramatischen 2:1-Last-Minute-Sieg gegen Holstein Kiel in der Allianz Arena die Klasse. Spieler wie Kai Bülow, der damals das legendäre Siegtor erzielte, können aus diesen Erlebnissen hoffentlich genügend Kraft und Erfahrung ziehen, um die Geschichte auch heuer zu einem versöhnlichen Ende zu führen.

Enge Tabellensituation – alles ist möglich

Die Tabelle der 2. Bundesliga ist eng wie selten zuvor. Zwischen dem 1.FC Nürnberg auf Platz acht und Erzgebirge Aue auf Rang 16 liegen momentan lediglich sechs Punkte. Bedeutet: Die halbe Liga befindet sich noch im Abstiegskampf. Durch diesen Fakt werden sich die Kontrahenten der Münchner Löwen in vielen direkten Duellen gegenseitig die Punkte streitig machen. Irgendeine Mannschaft wird stets leer ausgehen. Daher dürften den Sechzigern vermutlich sechs Punkte aus den letzten vier Partien genügen, um am Ende über dem Strich zu landen. Bei einem günstigen Verlauf der Spiele der Konkurrenz sogar auch ein bis zwei Punkte weniger.

Unterstützung der Fans

Im Abstiegskampf liegen oftmals bei vielen Spielern und Verantwortlichen die Nerven blank. Die Anspannung ist schlichtweg zu groß. Mehr denn je sind in solchen Phasen die Fans des jeweiligen Vereins gefragt. Ihre Unterstützung kann der Mannschaft Flügel verleihen und sie zu Höchstleistungen treiben. Um die Münchner Löwen entsprechend anzufeuern, hat deren Sponsor MAN für das kommende Heimspiel gegen Eintracht Braunschweig nun besonderen Einsatz gezeigt: Laut dem Portal dieblaue24.com hat allein MAN 13.000 Eintrittskarten für seine Belegschaft bereit gestellt. Und genau darin liegt der richtige Weg: Also, liebe Löwen-Fans, zeigen Sie den Spielern, dass Sie noch an sie glauben. Kommen Sie an den restlichen zwei Heimspielen in die Allianz Arena und peitschen das Team zum Sieg – und somit wohl auch zum heiß ersehnten Klassenerhalt.

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