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Olic gesperrt, aber „kein Hinweis auf Wettmanipulation“

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Von: Armin Gibis

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München – Ivica Olic ist wegen Beteiligung an Fußball-Wetten vom DFB gesperrt worden. Der Löwe wird allerdings nicht an Wettmanipulationen in Verbindung gebracht.

So richtig glücklich ist Ivica Olic noch nicht geworden, seitdem er für den Zweitligisten TSV 1860 spielt. Allein schon seine sportliche Bilanz (null Tore) ist für eine Offensivkraft wenig erbaulich. Zuletzt stoppten ihn auch noch anhaltende Knieprobleme. Doch so richtig unangenehm wurde es für ihn erst gestern: Das DFB-Sportgericht verurteilte Olic zu zwei Spielen Sperre und zu einer Geldstrafe von 20.000 Euro. Der heikle Grund: unerlaubte Sportwetten.

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Reumütig: Ivica Olic wettete auf Zweitligaspiele.
Reumütig: Ivica Olic wettete auf Zweitligaspiele. © MIS

ob die Löwen derzeit nicht schon genug Probleme hätten: Verletzungsmisere, sportliches Tief – und nun auch noch diese Peinlichkeit. Allerdings müssen die bereits Ende letzter Woche informierten Löwen nicht damit rechnen, dass sich diese unerfreuliche Geschichte zu einem richtigen Skandal ausweitet. „Die Ermittlungen im Fall Olic haben keinen Hinweis auf Wettmanipulation erbracht“, sagte der Sportgerichtsvorsitzende Hans E. Lorenz: „Die Sanktion spiegelt den Verstoß gegen das allgemeine Wettverbot im Bereich des DFB wider.“ Lorenz weiter: „Es ist dabei auch im Interesse der Spieler, sich durch Wetten nicht in die Nähe eines Manipulationsverdachts zu begeben.“

Den DFB-Recherchen zufolge hat Olic im Zeitraum vom 26. August bis 11. September bei einem Internet-Wettanbieter unter anderem auf neun Begegnungen der Zweiten Liga gewettet oder wetten lassen. Die einzelnen Wetteinsätze beliefen sich fast ausschließlich im dreistelligen Euro-Bereich. Auf Spiele der TSV 1860 wurde dabei nicht gewettet.

Damit ignorierte Olic das 2005 vom DFB-Bundestag beschlossene Wettverbot für alle Beteiligten am Profifußball. Die Vorschrift gilt für Spiele und Wettbewerbe, an denen der eigene Verein mittelbar oder unmittelbar beteiligt ist. Der DFB hatte damit auf den Skandal um den Zockerkönig Ante Sapina reagiert. Der inzwischen zu fünf Jahren Haft verurteilte Kroate hatte Schiedsrichter – darunter auch den Deutschen Robert Hoyzer – bestochen und Spielergebnisse manipuliert.

Olic zeigte sich inzwischen reumütig. „Das war natürlich ein großer Fehler“, sagte der offenbar zu spielfreudige Kroate gestern in einer ersten Reaktion: „Ich habe mich mit Freunden an Kombi-Wetten beteiligt, indem ich ihnen meine Kreditkarte zur Verfügung gestellt habe. Da waren auch Zweitliga-Spiele dabei, auf Sechzig haben wir natürlich nicht gewettet.“ Es sei dabei nicht um größere Geldbeträge gegangen, „sondern lediglich um Spaß“. Der ist ihm nun gründlich vergangen: „Es tut mir sehr leid, was passiert ist. Es war mir in diesem Moment einfach nicht bewusst.“

Unterdessen kündigte der hörbar verärgerte 1860-Sportchef Thomas Eichin auch interne Sanktionen an. „Ivica hat die Situation bei uns restlos aufgeklärt“, sagte er: „Letztendlich handelt es sich dabei um vereinsschädigendes Verhalten. Auch wenn Ivica seinen Fehler eingesehen hat, können wir das nicht akzeptieren. Deshalb erwartet ihn von Seiten des Vereins eine weitere Geldstrafe.“ Die Sperre für die kommenden Spiele gegen Fortuna Düsseldorf und VfB Stuttgart dürfte Olic allerdings nicht allzu hart treffen: Derzeit ist er ohnehin verletzt.

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