Markus Fauser und Präsident Robert Reisinger - wie soll’s weitergehen bei 1860?
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Markus Fauser und Präsident Robert Reisinger - wie soll’s weitergehen bei 1860?

Zahlreiche Baustellen bei 1860

Geschäftsführer Fauser vor Abschied - bei der Nachfolge droht wieder Ärger

  • Ludwig Krammer
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  • Florian Fussek
    Florian Fussek
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Je näher die Winterpause rückt, desto mehr rücken die Baustellen beim TSV 1860 in den Fokus. Es geht dabei nicht nur um die Nachfolge von Geschäftsführer Fauser.

Hasan Ismaik liebt Bilder und Metaphern. Am Mittwochvormittag deutscher Zeit postete der Investor des TSV 1860 ein Foto des steinernen Klubemblems vor der Geschäftsstelle. Herbstlich verschmutzt – ein Symbol für den Zustand des traditionsreichen Viertligisten?

Die jüngsten Entwicklungen haben die Hoffnungen auf eine positive Zukunft nicht wachsen lassen. Ismaiks Sondierungsgespräche bezüglich eines Anteilsverkaufs sind (vorerst?) gescheitert, der e.V. hält an seiner Linie fest, keine weiteren Darlehen vom Hauptgesellschafter mehr anzunehmen. Mittendrin hängt Trainer und Kaderplaner Daniel Bierofka, der mit seiner guten, aber keinesfalls überragenden Mannschaft den Aufstieg in die Dritte Liga schaffen soll – ohne zu wissen, welches Budget ihm im Erfolgsfall zur Verfügung stünde.

Bislang konnte Bierofka zumindest halbwegs in Ruhe arbeiten. Doch nun mehren sich die Störgeräusche. Zur ­Ismaik/Mey-Pokerposse gesellte sich der negative Prüfbescheid in Sachen Kündigung des Kooperationsvertrags. Bis zur vergangenen Woche hatten die e.V.-Vertreter gehofft, Ismaik mit einer Kündigung aus der Reserve locken zu können. Die zu erwartende Eskalation wurde als Chance auf einen Befreiungsschlag interpretiert. Nun haben die Klub-Juristen klar signalisiert, dass eine Kündigung nach Abschluss einer Sanierungsvereinbarung mit Ismaik aus dem Sommer vor Gericht keine Aussicht auf Bestand hätte. Präsidium und Verwaltungsrat werden sich bald dazu erklären (müssen).

Scharold Favorit auf Fauser Nachfolge - Power soll verhindert werden

Das nächste Thema ist der temporäre Geschäftsführer Markus Fauser. Der Schwabe, Partner in der Wirtschaftskanzlei Anchor, ist nach der Vermeidung der 1860-Insolvenz weiterhin damit beschäftigt, den Sanierungsplan umzusetzen, um seinen stattlich dotierten Posten bei den Löwen anschließend wie vereinbart zu räumen. Fauser wollte sich auf Nachfrage der tz am Mittwoch nicht zur Sache äußern: „Interne Dinge“ werde er nicht kommentieren.

Fauser passe nicht ins Budget, heißt es hinter den blauen Kulissen, selbst wenn dessen Bezüge einvernehmlich angepasst worden seien. Als Favorit auf die Nachfolge gilt 1860-Finanzdirektor Michael Scharold. Der von Ismaik gewünschte Anthony Power (inzwischen Co-Geschäftsführer der Merchandising GmbH) soll notfalls wieder per 50+1 verhindert werden. Weitere Zwistigkeiten sind programmiert.

Gemeinnützigkeit und Zukunft der Nachwuchsabteilung ungeklärt

Überdies ist längst nicht klar, inwiefern Ismaiks Forderungen nach einer Umgestaltung der Löwen erfüllt werden können. Die im Widerspruch zu den Verbandsstatuten stehende komplette Übertragung der Nachwuchsabteilung in die KGaA steht weiterhin im Raum, auch die Problematik der Gemeinnützigkeit ist nicht gelöst. „Eine Seite wartet, bis die andere aufgibt“, beschreibt ein Insider die Situation. Auch das hat Tradition in Giesing: Der größte Gegner sind sich die Löwen nach wie vor selbst.

Ludwig Krammer, Florian Fussek

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