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Götz will Löwen sehen, keine Häschen

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- München - Wenn es hart auf hart kommt, ist Falko Götz am Ende des bevorstehenden 22. Bundesliga-Spieltages ein ziemlich einsamer Mann. Ein Trainer mit Job-Garantie, aber ohne Spieler und ohne Präsident. Klingt komisch, könnte aber passieren, wenn man die jüngst bei 1860 geäußerten Parolen für voll nimmt.

Damit Fall X eintritt, müssten sich die Löwen in Köln ähnlich ungeschickt anstellen wie zuletzt in Wolfsburg und der Anhang hinterher rufen: "Götz raus". Bevor ihn die Fans auffordern, den Trainer zu feuern, werde er selber gehen, hat Karl-Heinz Wildmoser dieser Tage in Aussicht gestellt, der Coach wiederum hat gedroht: "Wenn es einen Spieler gibt, der jetzt nicht wachgerüttelt ist, dann soll er seine Sachen packen und sich einen anderen Klub suchen. Dann möchte ich nicht mehr mit ihm zusammenarbeiten."

Weder das eine noch das andere sollte man allzu ernst nehmen. Die Markigkeit dieser Sätze zeigt aber: Die Lage ist mehr als angespannt bei den Löwen. Es ist so viel geredet und getagt worden in dieser Woche, dass man sich bisweilen gefragt hat, wer denn nun mit 16 Punkten am Tabellenende steht, FC oder TSV. "Wir müssen uns klar machen, wie die sich fühlen", hat Götz daher empfohlen und in aller Sachlichkeit verraten: "Köln geht es noch dreckiger als uns." Sieben Punkte trennen seine Löwen vom Tabellenletzten, drei vom ersten Abstiegsplatz.

"Der Druck, der auf den Kölnern lastet, ist viel größer", schließt Götz daraus. "Fakt ist: Für die Kölner ist es die letzte Chance - für uns ist es die große Chance, wieder in die Spur zu kommen." Sollte es seinem Team gelingen, die Anfangsphase unbeschadet zu überstehen und das in Wolfsburg an den Tag gelegte "Häschenverhalten" zu vermeiden, sieht er eine große Gewinnchance. "Weil dann die Zuschauer unruhig werden und bei den Kölnern die Angst dazukommt."

Wie auch immer das Spiel endet, Götz geht davon aus, dass es zu keinerlei Auflösungserscheinungen an der Grünwalder Straße kommen wird. "Ich hoffe", sagt er, "dass am Montag alle noch da sind." Präsident, Spieler - und er selber sowieso.

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