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Grüne fordern Gnadenfrist für die Löwen

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Sanierung für zehn Millionen Euro: Danach soll das Grünwalder Stadion 20 Jahre lang drittligatauglich sein. © Schlaf

München - TSV 1860 soll bis Mitte nächsten Jahres Zeit bekommen, einen Neubau des Grünwalder Stadions zu prüfen – SPD und CSU sind dagegen.

In der Debatte um die Zukunft des Grünwalder Stadions zeichnet sich eine Auseinandersetzung innerhalb der rot-grünen Koalition im Rathaus ab. Während die SPD auf einen zügigen drittligatauglichen Umbau des Stadions in Giesing dringt, liebäugeln die Grünen damit, dem TSV 1860 eine Frist zu gewähren, um seine Umbaupläne zu prüfen. Man werde das mit der SPD besprechen, bestätigte Grünen-Fraktionschef Siegfried Benker gegenüber unserer Zeitung.

Der Plan der Stadt ist bisher ein anderer. Am 2. Dezember soll der Stadtrat ein Sanierungskonzept für das marode Stadion beschließen. Viele Dinge müssen erneuert werden: das Flutlicht, die Fluchtwege, der Brandschutz, die Tribüne oder die Kioske. Rund zehn Millionen Euro, so der Vorschlag der Verwaltung, müssten investiert werden, um die Spielstätte dauerhaft für die dritte Liga zu ertüchtigen. Bürgermeisterin Christine Strobl (SPD) will sogar „relativ zügig anfangen“ – am besten im Frühjahr nächsten Jahres. Dann könne man bereits 2012 fertig sein, sagte Strobl.

Wunschtraum! So könnte der neue Löwen-Palast aussehen

Die Sechzger aber wollen etwas anderes. Der Zweitligist prüft den Umzug von der Allianz Arena in das Grünwalder Stadion. Allerdings wäre dazu ein Neubau für 30 000 bis 35 000 Zuschauer notwendig. Wenn die Sechzger glaubten, das stemmen zu können, könne man ihnen unter Umständen bis Mitte nächsten Jahres die Zeit lassen, dies zu prüfen, sagte Benker.

„Auch wenn’s der Verein nicht wahrhaben will: Ein Stadion-Neubau ist nicht machbar“, erklärte indes Strobl. Auch Mario Schmidbauer, sportpolitischer Sprecher der Rathaus-CSU, betonte nach der Sitzung eines fraktionsübergreifenden Arbeitskreises, dass die Verwaltung und die Mehrheit im Stadtrat die Umzugspläne nicht teilten.

Warum nur die Grünen den Sechzgern eine Gnadenfrist gewähren wollen, ist ihr Geheimnis. Vielleicht, weil Bürgermeister Hep Monatzeder, Mitglied der Grünen, wieder als Aufsichtsrat der Löwen im Gespräch ist? Nein, sagt Fraktionschef Benker. „Das hängt damit nicht zusammen.“

Matthias kristlbau

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