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Günther Gorenzel: „Unser Rucksack ist die Erwartungshaltung“ - Spitze gegen Türkgücü

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Von: Ludwig Krammer

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Liegestützen für den Aufstieg: Die 1860-Profis vor einer richtungweisenden Saison, die den Aufstieg in die 2. Liga bringen soll.
Liegestützen für den Aufstieg: Die 1860-Profis vor einer richtungweisenden Saison, die den Aufstieg in die 2. Liga bringen soll. © M.i.S. / Bernd Feil

Der TSV 1860 München hat sein Trainingslager in Windischgarsten erfolgreich absolviert. Sportchef Gorenzel spricht im Interview über die neue Saison.

Windischgarsten – Sechs Tage Trainingslager sind vorbei, gestern reisten die Löwen zurück nach München, wo die Saisonvorbereitung am Freitag weitergeht. Wie der Stand der Dinge ist beim Aufstiegsaspiranten aus Giesing, verriet Sporchef Günther Gorenzel im ausführlichen Abschlussgespräch.

Thema Dennis Dressel: „Dass Darmstadt pokert, ist legitim, bringt uns aber nicht aus der Ruhe. Von unserer Schmerzgrenze ist das Angebot nach wie vor weit entfernt, von daher erübrigt sich jede weitere Diskussion. Die Perspektive 2. Liga hat Dennis auch bei uns, wir wollen mit ihm als Schlüsselspieler in diese richtungsweisende Saison gehen.“

TSV 1860: Im Pokal gegen Dressel-Umwerber Darmstadt 98

Thema Pokallos: „Darmstadt hat natürlich eine gewisse Brisanz durch die Umstände, aber mir wäre ein Erstligist wie Bochum lieber gewesen, weil die durch den späteren Ligastart am Pokalwochenende noch nicht im Rhythmus sein werden. Die 2. Liga ist im gleichen Rhythmus wie wir.“

Thema Startprogramm: „Wir haben mit Würzburg und Braunschweig zwei Absteiger gleich am Anfang, das kann ein Vorteil sein, weil die noch im Umbruch stecken. Trotzdem dürfen wir uns nichts vormachen: Wir müssen von der ersten Minute an präsent sein. Du hast nicht wie letztes Jahr in Meppen eine Halbzeit zum Reinkommen, es geht direkt in die Vollen.“

Thema Lokalrivale: „Teilweise habe ich das Gefühl, dass für die Anzahl der Transfers schon Punkte vergeben werden. Im Ernst: Türkgücü hat Ambitionen, ich zähle sie zum Kreis der Favoriten. Wir haben eine andere Herangehensweise und setzen auf kontinuierliche Entwicklung.“

TSV 1860: Last der Erwartungen soll auf die Neuzugänge verteilt werden

Thema Corona: „Natürlich hoffe ich auf eine Rückkehr der Fans, aber ich hoffe genauso, dass wir das Infektionsgeschehen auch im November noch im Griff haben. In der Mannschaft haben wir eine hohe Impfbereitschaft. Es ist immer ein Kompromiss den wir eingehen, aber mit entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen. Auch bei unserem Fanabend im Trainingslager haben wir darauf geachtet, die Abstände einzuhalten.“

Thema Erfolgsdruck: „Wir waren mit der Mannschaft bei unserem Bergausflug auch im Alpin-Museum, wo die Ausrüstung von Gerlinde Kaltenbrunner ausgestellt ist. Sie ist die erste Frau, die alle Achttausender bestiegen hat, allein ihr Rucksack wiegt 17 Kilo. Unser Rucksack ist die Erwartungshaltung, die wir durch unsere Leistungen in der letzten Saison selbst geweckt haben. Die Latte liegt hoch, die Last ist höher als letztes Jahr, wo uns niemand auf dem Zettel hatte – aber sie ist durch unsere Zugänge auf mehrere Schultern verteilt.“

TSV 1860: Siebenstellige Ablösesumme für Trainer Michael Köllner

Thema Zugänge: „Uns war wichtig, dass wir den Kader nicht nur in der Breite verstärken, sondern auch in der Variabilität. Marcel Bär ist vorne flexibel einsetzbar, Yannick Deichmann kann mehrere Positionen spielen, auch Kevin Goden ist kein reiner Rechtsverteidiger, sondern kann genauso gut offensiv spielen, wenn Marius Willsch wieder fit ist. Dazu darf man unsere jungen Spieler nicht vergessen. Marco Mannhardt hat im defensiven Mittelfeld einen großen Entwicklungsschritt gemacht, genauso Niki Lang. An den Burschen werden wir noch viel Freude haben.“

Thema Trainer: „Ich hab mir bei der Vertragsverlängerung voriges Jahr im Oktober schon was gedacht, weil ich wusste, dass Michael Köllner in den nächsten Monaten eine heiße Aktie werden würde. Drum hab ich ganz bewusst eine siebenstellige Ablösesumme in den Vertrag reingeschrieben, die für die erste Liga in Deutschland konzipiert ist. Dass das für Austria Wien zu hoch war, hat mich nicht überrascht, ich kenne die Verhältnisse in Österreich. Das Thema war schnell erledigt, Köllner hat sich zu Sechzig bekannt. Jetzt starten wir unsere neue Expedition, das nächste Jahr wird für viele richtungweisend in ihrem Karriereverlauf.“ (Aufgezeichnet von: Ludwig Krammer)

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