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Gute Gründe für einen Rösler-Transfer – und dagegen

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München - Der in Mönchengladbach aussortierte Offensivspieler würde zu den Löwen passen, aber auch andere Klubs haben ihn im Auge

Einen der letzten Auftritte im vergangenen Jahr hatten die Männer vom TSV 1860 auf einem Sportplatz in Unterhaching. Bis auf zwei Reporter und einen Seniorensportler, der fleißig seine Runden drehte, schaute ihnen niemand zu bei ihrem Laktattest. Am heutigen Samstag nehmen die Löwen den Trainingsbetrieb wieder auf, doch erneut werden sie ihre ersten Schritte unter weitgehendem Ausschluss der Öffentlichkeit machen. Denn erst mal gibt es den nächsten Laktattest.

So ein Trainingsauftakt ist für Fans ein attraktiver Termin, doch bei 1860 müssen sie sich bis zum Nachmittag gedulden, ehe sie etwas zu sehen bekommen. Die erste Einheit findet in der Werner-von-Linde-Halle statt, erst die zweite (15 Uhr) auf dem Trainingsgelände. Verbindlich angekündigt für diesen Termin ist Stefan Aigner, der Neuzugang aus Bielefeld. Neben ihm gibt es ausschließlich bekannte Gesichter. Weitere Verstärkungen sind so kurzfristig nicht in Sicht.

Die Frage, wer den nach Stuttgart transferierten Timo Gebhart ersetzen wird, ist die dringlichste unter den vielen Fragen, die dieser Verein ständig aufwirft. Denn nicht nur auf den ersten Blick ist es ein Widerspruch, wenn Stefan Reuter von dem erklärten Ziel spricht, im kommenden Jahr anlässlich des 150. Geburtstages wieder in der Bundesliga zu spielen, er als Geschäftsführer aber gleichzeitig den Verkauf eines Schlüsselspielers verantwortet. Schon bisher waren die Löwen in der Zweiten Liga nur Mittelmaß, ohne Gebhart wird sich das Niveau weiter senken. Wie schwer sie sich tun, ohne Kreativkraft das Spiel zu machen, war zu Saisonbeginn zu sehen, als das Strippenziehen mal Lars Bender, mal Danny Schwarz anvertraut wurde. Zur Erinnerung: Nach drei Runden waren die Löwen punktlos Tabellenletzter.

Das ist auch den Löwen-Verantwortlichen nicht verborgen geblieben. Allem Sparzwang zum Trotz – von den rund drei Millionen Euro, die der VfB Stuttgart für Gebhart zahlt, dürften mindestens zwei zum Stopfen diverser Löcher verwendet werden – ist der Investitionsbedarf unbestritten. Sascha Rösler (31) ist ein Kandidat, der viele Kriterien erfüllen würde. Er ist ungebunden (in Mönchengladbach aussortiert), im zentralen Mittelfeld beheimatet und könnte dank seiner Erfahrung im Löwenkader eine prominente Rolle spielen.

Gleichzeitig gibt es mindestens genau so viele Gründe, die gegen einen Wechsel Röslers sprechen. In Gladbach dürfte er sich an ein Gehaltsniveau gewöhnt haben, das die Möglichkeiten der Sechziger weit übersteigt. Hungern muss Rösler auch nach seiner Ausmusterung bei der Borussia nicht. Sein Marktwert ist beträchtlich, wie das Interesse von Klubs wie Bielefeld, Nürnberg, Aachen oder Düsseldorf zeigt. Warum sollte er sich bei so viel Auswahl ausgerechnet für einen notorisch klammen Zweitligisten entscheiden?

Dass Rösler eine Löwen-Vergangenheit hat und damit ins Muster früherer Transfers passen würde, sollte in diesem Zusammenhang nicht überschätzt werden. Nur vier Monate stand er in der Saison 01/02 bei 1860 unter Vertrag. Zum Einsatz kam er kein einziges Mal.

Marc Beyer

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