Feiner Fuß, waches Auge

Helmbrecht: „Ich will mit 60 nach oben“ 

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Auch wenn Nicholas Helmbrecht um seine Minuten kämpfen muss, setzte er sich bei 1860 bereits mit vier Torvorlagen in Szene. Mit den Löwen hat der Ex-Hachinger hohe Ziele und sieht die Regionalliga als Chance. 

München – Als Gegner des TSV 1860 hat man’s nicht leicht in diesen Tagen. Konzentriert sich die Deckung auf Sascha Mölders, schießt Markus Ziereis das Tor. Gelingt es ausnahmsweise, die beiden Sturmspitzen aus dem Spiel zu nehmen, hilft Nico Karger gerne mit einem Treffer aus. Topscorer Timo Gebhart ist noch verletzt, soll aber auch bald wieder eingreifen. Ja, und dann gibt es noch Spieler wie Nicholas Helmbrecht, die auch ihren Beitrag zum 38-Tore-Sturm der Löwen leisten.

Der 22-jährige Helmbrecht tritt zwar selten als Torschütze in Erscheinung, glänzt aber immer häufiger als dribbelstarker Außenposten, der die seltene Gabe besitzt, seine Sololäufe auch noch mit einem entscheidenden Pass abzuschließen „Mit meinem Abschluss hapert’s noch ein bisschen“, gibt der Münchner zu: „Ich schaue aber immer, dass ich noch das Auge für den Mitspieler habe, und solange der Ball im Netz landet, ist es für mich egal, wer das Tor gemacht hat.“ Diese Kombination aus feinem Fuß und wachem Auge hat bereits zu vier blitzsauberen Assists geführt; auch das 1:0 im Topspiel gegen Schweinfurt hatte Helmbrecht auf den Weg gebracht.

„Die Regionalliga ist für mich kein Rückschritt, sondern eine Chance“

Diese uneitle Beharrlichkeit hat Helmbrecht schon häufig in seiner Karriere geholfen. Am Ende seiner vier Jahre bei der SpVgg Unterhaching stand ihm die Tür zur ersten Mannschaft offen, freiwillig wechselte er aber zu 1860 Rosenheim, wo es leichter fiel, Fußball und Abitur unter einen Hut zu bringen („Schnitt 3,4, aber Hauptsache geschafft“). Auch letzte Saison war Helmbrecht formal schon weiter: Profivertrag, einmal schaffte er sogar den Sprung in den Zweitligakader (beim 1:2 in Stuttgart). Am Ende der Saison stieg 1860 ab – und Helmbrecht verzichtete darauf, zumindest drittklassig zu bleiben. „Es gab zwei, drei Anfragen aus dem Osten, aber die kamen nicht in Frage für mich. Hier habe ich alles: Meine Freunde, meine Familie, mit Daniel Bierofka einen Trainer, der mich auch individuell fördert. Und wenn man unseren Kader anschaut: Selbst die meisten Drittligisten haben nicht solche Klassespieler wie Gebhart und Mölders, von denen ich viel mitnehmen kann.“ Für Helmbrecht steht fest: „Die Regionalliga ist für mich kein Rückschritt, sondern eine Chance, gemeinsam mit dem Verein wieder nach oben zu kommen.“

Ein bisschen orientiert er sich da auch an seinem Ex-Klub. Haching hat die letztjährige Regionalliga genauso dominiert wie 1860 derzeit – und am Ende sogar die leidige Relegation gemeistert. „Kann man sich als Vorbild nehmen“, sagt Helmbrecht, schränkt aber ein: „Der Fußball, den wir spielen, ist ein bisschen anders. Und mit unserem Trainer können wir sicher noch ein Quäntchen mehr rausholen als Unterhaching.“ Entgegen seiner Art war das eine ziemlich forsche Aussage: Haching steht schließlich gerade auf Platz 5 der 3. Liga.

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Rubriklistenbild: © Christina Pahnke / sampics

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