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"Ich möchte Fußball spielen, so lange es geht"

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- München - Rückkehr in die erste Elf, in die alte Heimat - und hinterher hagelte es auch noch Komplimente für Marco Kurz (34). 1860-Coach Falko Götz lobte den Teamsenior nach dem 0:0 bei Schalke 04 ausdrücklich, auch Torhüter Michael Hofmann zollte dem Verteidiger ein "Sonderlob. Was der heute wieder weggegrätscht hat - meine Hochachtung." Wir sprachen mit dem ehemaligen Kapitän.

Marco Kurz, kann man davon ausgehen, dass Ihnen dieses 0:0 länger in Erinnerung bleiben wird?

Kurz: Es war sehr angenehm und schön, auf Schalke zu spielen. Dass wir dann auch noch mit 'nem Punkt nach Hause gefahren sind - das hab ich schon sehr genossen.

Es galt, Hoffmann, Stranzl und Fernando zu ersetzen. Wie kommt es, dass sich die Notabwehr besser verkauft hat als manches Mal die eingespielte Viererkette?

Kurz: Durch die spontane Zusammenstellung war die Aufmerksamkeit vielleicht geschärfter als sonst. Außerdem weiß inzwischen jeder, was wir vom Grundprinzip her spielen. Und dann kommt noch das Stadion hinzu, die 60 000. Das ist motivierend und macht einfach Spaß.

Auch Sie haben gespielt, als hätten Sie nie gefehlt.

Kurz: Eine Saison ist relativ lang. Ich trainiere jeden Tag, als würde ich spielen - dafür lebe ich eigentlich auch.

War die Enttäuschung deswegen so groß, dass Sie seit Ihrer Entmachtung als Kapitän kein Interview mehr gegeben haben?

Kurz: Nee, überhaupt nicht. Ich hab mich ein bisschen im Hintergrund gehalten, weil ich nicht gespielt habe und auch nicht sagen konnte, was nächste Saison passiert. Insofern hab ich's nicht als nötig angesehen, irgendwelche Kommentar abzugeben.

War es hart, in so kurzer Zeit Stammplatz und Kapitänsamt zu verlieren?

Kurz: Es ist eine Situation, mit der du lernen musst umzugehen, da bleibt einem gar nichts anderes übrig. Intern habe ich aber auch weiterhin meine Meinung gesagt.

Sie hatten in der Winterpause mit dem Gedanken gespielt zu wechseln. Wie konkret war das?

Kurz: Es war sehr konkret, was die Angebote betraf, aber ich habe mich letztlich dagegen entschieden. Es war von meiner Seite ein ganz deutliches Zeichen für 1860.

Auch aus Angst um die Anschlusskarriere bei den Löwen?

Kurz: Nein, weil ich mich bis jetzt immer auf das Wort des Vereins verlassen konnte.

Sie haben in der Vorrunde den B-Schein gemacht. Werden Sie das Angebot annehmen, in den Trainerstab zu wechseln?

Kurz: Wir haben sehr gute Gespräche geführt, aber ich will das erst kommentieren, wenn wir wirklich wissen, in welche Richtung es geht.

Wäre ein Standby-Profi Marco Kurz denkbar?

Kurz: Es gibt mehrere Dinge, die angedacht sind, aber es ist noch nix spruchreif. Ich möchte auf jeden Fall Fußball spielen, so lange es geht.

Momentan stehen Sie bei 290 Bundesligaspielen. Wie wichtig wäre Ihnen die 300er-Marke?

Kurz: Das ist jetzt nicht mein Hauptziel, aber wenn es beiläufig klappt, dann wäre das eine sehr schöne Geschichte.

Am Sonntag kommt mit Dortmund ein weiterer ehemaliger Verein. Kann Götz nach Ihrer Leistung gegen Schalke überhaupt auf Sie verzichten?

Kurz: Ich habe alles getan, dass es der Trainer zumindest schwer haben wird.

Das Gespräch führte Uli Kellner

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