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1860-Kader: Neuanfang mit den alten Recken

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Von: Uli Kellner

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Levent Aycicek und Jan Mauersberger dürften ihren Platz in der Startelf sicher haben.
Levent Aycicek und Jan Mauersberger dürften ihren Platz in der Startelf sicher haben. © sampics / Stefan Matzke

München – Ba da, aber das Gerüst bei Pereira bilden vertraute 1860-Profis – Wiedersehen mit Adlung & Co., taktisch neu sortiert

Ankunft im Trainingslager, ein Küsschen von Allesfahrer Roman Wöll, Blitzlichtgewitter, Pressekonferenz, erstes Training vor neugierigen Fans. Wenn die Löwen einen Wintertransfer an Land gezogen haben, war das oft ein großes Spektakel. Diesmal jedoch: Geheimtraining an der Grünwalder Straße. Der Senegalese Abdoulaye Ba, 26, konnte weitgehend unbehelligt einchecken. Auch ein Brasilianer namens Amilton (27, Portimonense) wurde gesichtet. Hasan Ismaik hat ja Verstärkungen „in dieser Woche“ versprochen, was für ein wohliges Kribbeln im Fanlager sorgt.

Bislang ist es jedoch ein Neustart mit altbekannten Gesichten. Nur eines ist gewiss: Trainer Vitor Pereira hat das 16-Tage-Camp in Troiá dazu genutzt, seinem Team das 3-4-3-System nahezubringen. Und: Elf Spieler konnten sich so präsentieren, dass sie als Favoriten für einen Platz in der Startelf ins Rennen gehen. Wir stellen sie vor:

Jan Zimmermann: Der Ex-Heidenheimer schwärmt von Pereira: „Er hat dieses Händchen . . .“ Pereira wiederum scheint angetan zu sein von den Fäusten (und Fangkünsten) des 31-Jährigen. In der Abendzeitung blickte Zimmermann selbstkritisch auf seine Hinrunde zurück, die im Verlust des Stammplatzes an Stefan Ortega gipfelte: „Es waren definitiv zwei, drei unglückliche Spiele dabei. Ich habe mich irgendwann verunsichern lassen.“ Davon war zumindest in der Vorbereitung nichts mehr zu spüren.

Sebastian Boenisch: Sein Name steht für das Scheitern von (Ex-)Sportchef Thomas Eichin. Auch bei den Fans hat der verletzungsanfällige Großverdiener einen schweren Stand. Nicht so beim Trainer. Pereira scheint nicht auf die Erfahrung des früheren polnischen Nationalspielers verzichten zu wollen.

Jan Mauersberger: Abwehrrecke mit Überblick (1,93 m) – und mit Weitblick. Bereitet als Hobbystudent bereits die Zeit nach der Karriere vor (Motto: „Irgendwas mit Medien“). Für den Moment wird der 31-Jährige aber noch auf dem Platz gebraucht – bis dann Ba übernimmt?

Felix Uduokhai: Supertalent, Überflieger, Boateng-Double. Das Eigengewächs wird mit Lob überschüttet und träumt heimlich bereits von höheren Zielen. Dilemma: Trumpft er weiter so auf, ist er nicht mehr lange zu halten. Stagniert er und verliert seinen Stammplatz – dann vielleicht auch.

Marnon Busch: Als Rechtsverteidiger unter Kosta Runjaic durchgefallen und im Regionalligateam gelandet – als rechter Mittelfeldspieler unter Pereira gesetzt und ein belebendes Element. Eine erstaunliche Entwicklung. Busch ist ohne Zweifel der Gewinner der Vorbereitung.

Romuald Lacazette: Kassierte zuletzt einen Anpfiff vom Trainer, der ansonsten aber die hohe Meinung seines Vorgängers Daniel Bierofka („Tier! Krieger!“) zu teilen scheint. Als Sechser gesetzt – auch mangels Alternativen.

Daniel Adlung: Umstritten bei Fans und Präsidium, doch er ist immer noch da – und schon wieder auf dem Weg in die Startelf. Flo Neuhaus verletzt, Michael Liendl bedingt tauglich für Pereiras System. Dann halt Adlung, der den offensiven Part neben Lacazette übernehmen könnte.

Maximilian Wittek: Der kernige Echinger darf sich künftig ein paar Meter weiter vorne austoben – im linken Mittelfeld. Könnte passen, denn so kann er defensive Schwächen kaschieren und offensive Qualitäten ausspielen.

Stefan Aigner: Immer noch Kapitän, Hoffnungsträger, Gesicht des Vereins – daran hat sein Durchhänger nach auskurierter Knieverletzung nichts geändert. Aber: Auch mental muss der Rechtsaußen wieder die Kurve kriegen. Es wirkt, als wäre er nicht mit allem zufrieden, was ihn seit seiner Rückkehr aus Frankfurt erwartet hat. Ein Aigner in Topform und Torlaune ist definitiv unverzichtbar für die angriffsschwachen Löwen.

Ivica Olic: Mit 37 die einzige Fixgröße im Angriffszentrum – damit ist schon vieles gesagt. Die Löwen sollten das Problemknie des Kroaten in Watte packen. Ein Ausfall des Sturm-Oldies wäre momentan nicht zu kompensieren.

Levent Aycicek: Antreiber, Topscorer, bester Löwe der Hinrunde. Vielleicht rettet er noch schnell die Löwen, ehe er zurück nach Bremen geht.

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