Der Heimspiel-Auftakt naht - und Stadionsprecher Stefan Schneider ist voller Euphorie.
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Der Heimspiel-Auftakt naht - und Stadionsprecher Stefan Schneider ist voller Euphorie.
Fussball Stadion an der Gruenwalder Strasse
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Das Grünwalder Stadion, kurz vor dem 1860-Comeback nach zwölf Jahren.
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Das Grünwalder Stadion, kurz vor dem 1860-Comeback nach zwölf Jahren.
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Das Grünwalder Stadion, kurz vor dem 1860-Comeback nach zwölf Jahren.
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Das Grünwalder Stadion, kurz vor dem 1860-Comeback nach zwölf Jahren.
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Das Grünwalder Stadion, kurz vor dem 1860-Comeback nach zwölf Jahren.
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Das Grünwalder Stadion, kurz vor dem 1860-Comeback nach zwölf Jahren.
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Kann den Anpfiff kaum erwarten: Stefan Schneider. 

1860 kehrt auf Giesings Höhen zurück

Stadionsprecher Schneider: „Das wird ein Fußballfest!“

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    Florian Fussek
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Nach dem Abstieg der Löwen erkennt man den Kader kaum wieder. Eine der wenigen Konstanten im Verein: Stadionsprecher Stefan Schneider. Im tz-Interview gibt er sich optimistisch. 

Auf dem Rasen zieht Greenkeeper Oleg seine Linien, von der Candidstraße hört man das gleichmäßige Rauschen des Verkehrs. Wir stehen mit Stefan Schneider ganz oben in der Westkurve des Grünwalder Stadions, dort wo der Stadionsprecher des TSV 1860 vor Jahrzehnten als Fan die Mannschaft anfeuerte. „Schaut’s euch die Uhr an“, sagt Schneider und deutet schmunzelnd hoch zur Anzeigetafel. „Der Rost, die abgerissenen Aufkleber… Und in Fröttmaning bauen s’ die größten Videowände Europas ein.“

Kurzer Seufzer, mehr Zeit will Schneider der Melancholie nicht geben. „Es ist jetzt, wie’s ist“, sagt er. „Und dafür ist das Sechzger die beste Heimat.“ Das tz-Gespräch zur Rückkehr der Löwen auf Giesings Höhen.

Herr Schneider, haben Sie sich schon einen besonderen Spruch für Freitag zurechtgelegt?

Stefan Schneider: Die Begrüßung wird ganz klassisch ausfallen, so wie ich’s seit fast 500 Spielen sage: Ein recht herzliches Grüß Gott, meine Damen und Herren, liebe Löwenfans! Mir schwebt auch noch was Ironisches vor, lasst Euch überraschen…

Wie groß ist Ihre Sorge, dass es beim Vornamen-Nachnamen-Spiel mit den Fans bei der Aufstellung holpern könnte?

Schneider: Einblendungen sind auf der Anzeigetafel schwierig (lacht), aber das wird sich eingrooven. Löwenfans lernen schnell.

Als Stadionsprecher sind Sie dem Frohsinn verpflichtet. Wie schaut’s tief drin aus? Ist der Abstiegsschmerz schon überwunden?

Schneider: Ja, seit Memmingen endgültig. Ich war letzte Woche dabei beim 4:1 und hab mich riesig gefreut für die Mannschaft und den Biero. Das sind wieder Löwen! Die sind hungrig! Kein Vergleich zum toten Haufen aus der letzten Saison.

„Das sind wieder Löwen!“

Wie schwer ist es Ihnen in den letzten Wochen unter Vitor Pereira gefallen, gute Miene zum grausamen Spiel zu machen?

Schneider: Leicht war’s nicht, es hat ja jeder gesehen, dass da keine Leidenschaft mehr drin war. Ich hab nach dem Sieg in Dresden eigentlich geglaubt, dass sie es jetzt kapiert hätten. Aber das Heimspiel gegen Bochum war so fürchterlich, ein richtiger Tiefschlag. Nach der Niederlage in Heidenheim eine Woche drauf hatte ich dann schon ein ganz schlechtes Gefühl für die Relegation. Und genauso ist es gekommen. Das war eine First-Class-Beerdigung, die Vollendung des Niedergangs der letzten Jahre.

Sechs Wochen später stehen die Fans Schlange, um an Karten fürs erste Heimspiel zu kommen…

Schneider: Das ist Sechzig! Karten sind plötzlich wieder ein begehrtes Gut, wann gab es das zuletzt? Ich bin kein Stadionfanatiker, ich würde mir die Mannschaft auch im Circus Krone anschauen, aber ich glaube nicht, dass in der Arena eine ähnliche Aufbruchsstimmung entstanden wäre.

Kann den Anpfiff kaum erwarten: Stefan Schneider. 

Kartenknappheit hätte es dort nicht gegeben.

Schneider: Es hat alles eine Kehrseite. Reich wirst du weder in Fröttmaning noch hier in Giesing, aber hier ist die Chance einfach größer, wieder Sechzig zu werden, wieder zu sich selbst zu finden.

Kennt Liebe auch bei Ihnen keine Liga?

Schneider: Dieser Spruch stammt nicht von uns. Aber hier wird er gelebt wie wahrscheinlich nirgendwo sonst! Ich hab’s beim Spiel in Memmingen an mir selbst festgestellt: Je länger ich zugeschaut hab, umso unwichtiger war mir die Tatsache, dass es „bloß“ Regionalliga ist. Es hat einfach Spaß gemacht zuzuschauen, darauf kommt’s doch letztlich an beim Fußball, oder?

“Hier ist die Chance einfach größer, wieder Sechzig zu werden, wieder zu sich selbst zu finden.“

Die Erwartungen werden mit jedem Sieg steigen – auch das ist Sechzig.

Schneider: Ja, das ist doch auch nachvollziehbar. Wir wollen alle wieder hoch. Und ich hoffe auch nicht, dass es so lange dauert wie damals in der Bayernliga. Trotzdem ist es wichtig zu akzeptieren, dass wir jetzt erst einmal kleinere Semmeln backen. Die können genauso gut schmecken!

Was würde Ihnen am Freitag schmecken?

Schneider: Das wird ein Fußballfest gegen Burghausen! Über die Stimmung mache ich mir keine Sorgen, und nach den Erfahrungen von Memmingen gehe ich auch davon aus, dass alles friedlich bleibt. Ein Sieg wär natürlich schön. Aber ich bin nicht so naiv zu sagen, wir hauen jetzt alles weg und tschüssikowski. Die Mentalität wird’s beim Biero eh nicht geben.

Interview: Ludwig Krammer, Florian Fussek

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