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Längst Relegations-Experte: Kai Bülow erlebt nun mit dem Karlsruher SC wie einst mit den Löwen die Saisonverlängerung.

„Fiebere bei Sechzig am Fernseher mit“

Ex-Held Bülow im Interview: Er spielt erneut Relegation - und drückt 1860 die Daumen

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Einst rettete Kai Bülow die Löwen mit seinem Last-Minute-Treffer in der Relegation. Nun geht es für ihn mit dem Karlsruher SC in die Saisonverlängerung. Doch auch auf die Blauen hat er ein Auge geworfen.

München - Mit Relegationsspielen kennt sich Kai Bülow aus. Zweimal musste der 31-jährige Defensivspezialist mit den Löwen in die Schicksalspartien, gegen Kiel war er der Held, gegen Regensburg ging’s schief. Am Freitag (18.15 Uhr, ZDF live) tritt Bülow mit dem Karlsruher SC im Wildparkstadion gegen Erzgebirge Aue an. Über Chancen, 1860-Vergleiche und Pläne für eine mögliche Aufstiegsfeier sprach er mit der tz.

Herr Bülow, dem KSC gelang erst am 32. Spieltag der Sprung auf Platz drei, Sie kamen als Kapitän auf insgesamt 21 Drittliga-Einsätze. Wie fällt Ihr Saisonfazit aus?

Bülow: Persönlich bin ich bedingt zufrieden. Ich bin lange ausgefallen (Schambeinentzündung, d. Red.), es hat gedauert, wieder ranzukommen. Insgesamt gesehen sind wir froh, dass wir nach dem schwachen Start so eine Serie hingelegt haben. Wir waren 21 Spiele ungeschlagen, von Oktober bis April. Jetzt müssen wir das Ganze in Zählbares umsetzen. Der Aufstieg ist unser Saisonziel.

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Wie arbeitet es sich beim KSC im Vergleich zu 1860?

Bülow: Vor allem ruhiger. In München war’s nicht leicht, sich bei all den Nebenkriegsschauplätzen aufs Wesentliche zu konzentrieren. Klar, der KSC ist auch ein Traditionsklub mit vielen Fans, aber der Trubel ist deutlich kleiner hier.

Mit welchen Gefühlen blicken Sie auf Ihre Löwen-Zeit zurück?

Bülow: Ich hatte eine tolle Zeit in München und habe noch regelmäßigen Kontakt mit Daniel Bierofka, Jan Mauersberger und Tobi Adams (Physiotherapeut). Mein Abschied hatte sich abgezeichnet. Es wurde wenig kommuniziert, mein Vertrag ist ausgelaufen. Daraus habe ich meine Schlüsse gezogen. Oliver Kreutzer (KSC-Manager) kannte mich natürlich, und Karlsruhe war eine Aufgabe, die mich gereizt hat. Der KSC hatte ja - salopp gesagt - den Vorteil, frühzeitig planen zu können, weil der Abstieg schon klar war.

Wie geht’s weiter bei Ihnen?

Bülow: Mein Vertrag läuft noch ein Jahr, weiter plane ich jetzt noch nicht.

Kommen Sie am 27. Mai nach München, um beim möglichen Aufstieg dabei sein zu können?

Bülow: (lacht) Nein, da sind wir schon im Urlaub. Aber ich werde am Fernseher mitfiebern und drücke 1860 beide Daumen.

lk

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