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Martin Büchel hätte 1860 gerne ein Bein gestellt, fehlt aber verletzt.

Interview mit Unterföhrings Nationalspieler

„Italien, Spanien, Portugal . . . und ein Schweinsteiger-Trikot“

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FCU-Recke Martin Büchel spricht im Interview über seine 72 Länderspiel-Highlights mit Liechtenstein, die „coole“ Nations League und Schützenhilfe für die kleinen Bayern.

München - Geschichten wie die von Martin Büchel, 31, verleihen der Regionalliga eine besondere Würze. Aus beruflichen Gründen hatte es den Nationalspieler Liechtensteins vor fünf Jahren nach München verschlagen. Seitdem ist der kickende Osteopath ein Pendler zwischen zwei Welten, hält im Wechsel auf Amateurplätzen die Knochen hin - oder muss in der WM-Quali gegen Weltfußballer wie Ronaldo ran. Vor dem Duell mit dem Regionalliga-Promi 1860 (Mittwoch, ab 19 Uhr hier im Live-Ticker) sprachen wir mit dem Star der Unterföhringer.

Herr Büchel, für den FCU war die 4. Liga sportlich und finanziell zu groß, der Klub geht freiwillig zurück in die Bayernliga. Und Sie, wohin gehen Sie?

Büchel: Bisher habe ich mir wenig Gedanken darüber gemacht. Auch dass ich bleibe, ist eine Option. Der Verein ist in den fünf Jahren zu einer Herzensangelegenheit geworden.

Machen Sie auch im Nationalteam weiter?

Büchel: Ja, doch. Ich bin da immer noch sehr motiviert - auch jetzt wegen der Nations League, die für uns kleine Nationen sehr spannend ist.

Weil Liechtenstein künftig auch Pflichtspiele gewinnen kann?

Büchel: Kann man so sagen (lacht). Ist zwar in der Vergangenheit auch schon vorgekommen, aber gegen Mazedonien, Armenien oder Gibraltar ist die Chance deutlich höher. Für uns ist das eine coole Sache.

Wie kam es überhaupt, dass Sie damals in München gelandet sind?

Büchel: Ich bin wegen meiner Ausbildung zum Osteopathen hergezogen, hab in Unterföhring eine Wohnung gefunden - und einfach mal beim FCU an der Tür angeklopft. Reiner Zufall war das – und indirekt der schwierigen Wohnsituation in München geschuldet.

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Zuvor hatten Sie für den FC Zürich Erstligaspiele bestritten. Bereuen Sie es, auf eine längere Profikarriere verzichten zu haben?

Büchel: Natürlich gibt es Momente, wo man denkt, was vielleicht möglich gewesen wäre. Vor allem, wenn ich Bundesliga schaue und überall Kollegen sehe, mit denen ich zusammengespielt habe: Raffael in Gladbach, Mehmedi in Wolfsburg - und andere. Im Endeffekt bin ich aber glücklich, wie alles gelaufen ist.

72 Länderspiele sind trotzdem zusammengekommen. Die Highlights?

Büchel: 

Puh, da haben sich einige angesammelt. Das ging schon mit meinem ersten Länderspiel los: 2004 war das, gegen die Schweiz – für uns als kleiner Nachbar das Größte. 17 war ich da. Riesen-Highlights waren auch die Spiele gegen Spanien, Italien, Portugal, Deutschland. Und natürlich die Spiele, in denen wir mal was geholt haben - oder wo mir ein Treffer geglückt ist wie gegen Slowakei und Malta. Das waren richtig schöne Momente, die wir dann auch richtig schön gefeiert haben.

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Ihre wertvollsten Trikot-Trophäen?

Büchel: 

Ich bin nicht der ganz große Sammler, aber es hängen welche von Ronaldo, Iniesta und Schweinsteiger im Schrank. Schöne Erinnerungen.

Ein Highlight wäre sicher auch das Duell mit 1860 im ausverkauften Grünwalder Stadion gewesen. Doch wie beim Pokalspiel wird nichts daraus . . .

Büchel: 

Ja, leider. Damals war’s die WM-Quali, diesmal hat das Sprunggelenk was dagegen.

Sie als Bayern-Fan hätten bestimmt gerne Schützenhilfe für die Reserve der Roten geleistet . . .

Büchel: 

Ja, als die Verletzung passiert ist, war mein erster Gedanke: Das wird wohl nichts.

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Im Hinspiel unterlag der FCU 0:3, im Totopokal 0:4. Was ist diesmal drin?

Büchel: 

Ich tippe auf ein Unentschieden. Wir wollen uns auf jeden Fall nicht abschießen lassen. Und wenn’s dazu mit der Schützenhilfe klappt, wäre das ein netter Nebeneffekt.

Interview: Uli Kellner

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