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Interview mit teuren Folgen

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- München - Michael Hofmann hat schnell gemerkt, dass sein Auftritt vor den Premiere-Kameras unglücklich war. Schon auf der Rückfahrt aus Aue kam es zum Gespräch mit Rudi Bommer, das offenbar sehr deutlich war, jedenfalls ging der Torwart des TSV 1860 am Sonntag beim Tag der offenen Tür der Presse aus dem Weg. Zitierfähig war nur sein Einwand, er habe mit der Kritik am übermäßigen Druck und der fehlenden Abstimmung im Team "die Mannschaft in Schutz nehmen" wollen.

Nun ist es Hofmann selbst, der ungeschützt dasteht. Gestern Mittag bestellten ihn Präsident Karl Auer und Geschäftsführer Roland Kneißl ein, anschließend gab der Verein bekannt: Hofmann muss eine Geldstrafe in ungenannter Höhe zahlen, angeblich 5000 Euro. Man habe "nicht akzeptieren" können, dass sich der Torwart "negativ über Mannschaft und Vereinsführung" geäußert habe, stellte Kneißl klar. "Wir mussten den Anfängen wehren." Im Sechs-Augen-Gespräch relativierte Hofmann einige seiner Worte, die am Freitag unter dem Eindruck der gerade erlittenen Niederlage gefallenen waren. Vor einer Strafe bewahrte ihn das nicht, Kneißl fühlte sich im Sinne des Mannschaftsgeistes verpflichtet, den Alleingang zu ahnden. "Auch Mitspieler waren angefressen."

Vom Trainer ganz zu schweigen. Der lässt auch das Argument nicht gelten, dass Hofmann einer der wenigen Löwen ist, der überhaupt Stellung bezieht. Bommer wäre es lieber, "wenn sie sich auf dem Platz stellen würden." Das "Plappern" in die Kameras mag er nicht. "Der Lautsprecher bin ich."

Offen ist, wie es mit Hofmann nach dem Pokalspiel gegen Verbandsligist Schöneiche weitergeht, wo er wie vereinbart Timo Ochs Platz macht. Ob er im Heimspiel gegen Trier zwischen die Pfosten zurückkehrt, ist eines der Themen, das Bommer mit dem Mannschaftsrat bereden will. Ein anderes wird die Abstellung zu U 21-Länderspielen sein. Zwei Löwen, Matthias Lehmann und Patrick Milchraum, stehen im Kader für das heutige Spiel gegen Litauen. Zu Unrecht, sagt Bommer und will sich beim nächsten Mal gegen den DFB wehren. "Ich bin der Meinung, dass momentan keiner in die U 21 gehört." Das wird nicht die letzte Kontroverse bleiben.

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