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Jungwirth: Zu langsam für den Abstiegskampf

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Florian Jungwirth wartet bei den Löwen weiter auf seinen ersten Einsatz bei den Profis. © doa

München - Florian Jungwirth führte die U19-Nationalmannschaft als Kapitän zum EM-Titel. Doch beim TSV 1860 wartet der 20-Jährige vergeblich auf seine Chance. Die Zeichen stehen auf Trennung

Wenigstens für kurze Zeit kam die Hoffnung zu Florian Jungwirth zurück. Es hatte ja auch zu gut geklungen, was er da am Rande der U 20-Weltmeisterschaft in Ägypten zu hören bekam.

Sogar bei der Wahl des besten Turnierspielers soll der Abwehrchef des DFB-Teams in der engeren Wahl gewesen sein. Bundestrainer Horst Hrubesch wusste ohnehin, was er am Defensivtalent vom TSV 1860 hatte: „Er ist mein verlängerter Arm.“

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Nur wenige Wochen später ist für Jungwirth wieder der triste Alltag eingekehrt. Vor dem anstehenden Auswärtsspiel bei Energie Cottbus (Sonntag, 13.30 Uhr) jongliert sein Trainer Ewald Lienen bei der Suche nach Wegen aus der Krise mit Namen wie Mathias Wittek, Julian Leist oder Tobias Strobl – für Jungwirth ist auch weiterhin noch nicht einmal ein Plätzchen auf der Ersatzbank frei.

Dabei hatte während des Turniers in Ägypten doch viel auf ein Umdenken der Löwen-Verantwortlichen hingedeutete. Sportchef Miki Stevic deutete an, man werde sich mit dem Mann, den der Deutsche Fußball Bund 2008 mit der silbernen Fritz-Walter-Medaille zu seinem zweitbesten U 19-Spieler kürte, zusammensetzen und ihm eine Chance einräumen. Ein Treffen mit Lienen gab es, auf die Bewährungschance jedoch wartet Jungwirth bislang vergeblich.

„Er hat mir gesagt, es reicht noch nicht“, sagt er. Weil der Mann, der im vergangenen Jahr schon die deutsche U 19 zum Titel geführt hatte, Lienens Ansprüche an einen Verteidiger nicht erfüllt. „Florian hat eine gute Technik und er hat zuletzt auch gut trainiert“, sagte der Löwen-Coach kürzlich, „aber ihn limitiert die Schnelligkeit.“

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Wer einen Platz in Lienens Defensivkonzept haben will, der muss schnell sein oder wenigstens von markanter Statur. Jungwirth, 1,80 Meter groß, hat beides nicht. Das dürfte auch dem zwischenzeitlich diskutierten Experiment neben Aleksandar Ignijovski im defensiven Mittelfeld entgegen stehen. „Soll ich vor der Abwehr auf Parkuhrgröße spielen?“, stellte Lienen einmal ziemlich vielsagend fest. Jungwirth hat sich auf eine Geduldsprobe eingestellt: „Ich kann nicht mehr tun, als weiter im Training Gas zu geben.“

Doch die Zeichen stehen wohl eher auf Abschied. Schon im Sommer spielte er in Aachen vor, die Verantwortlichen der Alemannia winkten jedoch nach einem Probetraining ab. Im Sommer 2010 läuft Jungwirths Vertrag beim TSV 1860 aus – der gebürtige Karlsfelder gehört nicht zu den auserwählten Talenten wie Tarik Camdal, Sandro Kaiser oder Manuel Schäffler, denen Sportchef Stevic allesamt langfristige Verträge in die Hand drückte.

Gut möglich allerdings, dass Jungwirth schon im Winter die Farben wechselt – ein Leihgeschäft gilt als die wahrscheinlichste Lösung. Was keine rosigen Aussichten sind. Nicht nach dieser U 20-WM, die ihm so viel Hoffnung gebracht hatte.

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