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Kampf um die Kulisse

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Blau statt grau: So wird der Arena-Oberrang im Löwen-Heimspiel gegen den FSV Frankfurt erstmals aussehen.

München – Die kreativen Köpfe beim TSV 1860 haben sich zuletzt einiges einfallen lassen, um die über Jahre verprellten Fans zurückzugewinnen.

Sie haben die wöchentliche Landpartie eingeführt (Tests in Rosenheim, Aichach, heute in Marktoberdorf, 18 Uhr). Sie haben nicht nur den Innenstadt-Fanshop und die Homepage, sondern auch ihr Ticketing modernisiert: Fans können jetzt am heimischen PC bequem Eintrittskarten ausdrucken. Darüber hinaus tritt das Team bodenständig-bayerisch auf – so wie das die Fans mögen. Nur eine Sache hätte man besser machen können: Die 2:4-Pleite in St. Pauli nach 2:0-Führung war ein marketingtechnisches Desaster. Wer weiß, wie viele Fans am Sonntag kommen würden, wenn 1860 den FSV Frankfurt als Tabellenzweiter begrüßen könnte?

Kommen die knapp 25 000, die zuletzt immer kamen, wäre das ein Erfolg. Und trotzdem wird am Sonntag etwas anders sein. Der Oberrang, der bei Löwen-Heimspielen wie eine graue Tabuzone wirkt, wird erstmals mit überdimensionalen Folien abgedeckt sein. Damit die Kulisse nicht noch kleiner wirkt.

Geschäftsführer Robert Schäfer schwärmt von der aufwändigen Maßnahme, die „ein Novum in Deutschland“ sei. Auf der Haupt- und Gegentribüne, so Schäfer, wird der Schriftzug „Sechzig“ zu lesen sein, die Blöcke im Norden und Süden werden jeweils überspannt mit einem Löwen-Logo, eingerahmt von der Ziffernfolge 18 und 60. „Ich denke, das ist eine gute Sache, um das Gefühl der Fans in der Arena zu verbessern“, sagt Schäfer. Gleichwohl: „Die Illusion, dass das die Fans mit dem Stadion versöhnt, machen wir uns nicht.“

Finanziert und organisiert wird die Verhüllung von der IMG-Nachfolgerin „HI Squared“, der Marketingagentur von Investor Hasan Ismaik und dessen Berater Hamada Iraki. Nachdem der arabische Mitgesellschafter die letzten Heimspiele wegen des Fastenmonats Ramadan verpasst hat, wird er am Wochenende mal wieder einfliegen. Auch wegen der Wiesn-Einladung, die am Dienstag ansteht.

Für Benny Lauth und Co. bedeutet das: Der vierte Heimsieg muss her – damit die Mass schmeckt, Ismaik sich mit Freude in seine Krachlederne zwängt und der St. Pauli-Frust vergessen ist. Spannend könnte es dann im zweiten Wiesn-Heimspiel gegen Dresden werden (2.10.). Schäfer rechnet damit, „dass unsere neue Kapazitätsgrenze von 40 000 Zuschauern dann erstmals ausgereizt wird“.

Uli Kellner

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