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Keanu Staude über den TSV: „1860 hält, was Würzburg versprochen hat“

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Von: Ludwig Krammer

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Gesucht und gefunden: Der Ex-Würzburger Keanu Staude (vorne) und Sascha Mölders sind Brüder im Geiste. M.i.S. / Bernd Feil
Gesucht und gefunden: Der Ex-Würzburger Keanu Staude (vorne) und Sascha Mölders sind Brüder im Geiste. M.i.S. / Bernd Feil © Bernd Feil/M.i.S.

Keanu Staude spricht über das Wiedersehen mit den Kickers, riskante Dribblings und Spezl Mölders. Der Offensivmann des TSV 1860 München im Interview.

München – Er komme als Spezialist für „die wilden Dinge, für die kreativen Lösungen, die nicht im Lehrbuch stehen“, sagte 1860-Trainer Michael Köllner im Januar über den frisch aus Würzburg verpflichteten Offensivmann Keanu Staude, 24. Acht Liga-Einsätze waren dem gebürtigen Bielefelder bei den Löwen vergönnt, ehe ihn per Sehnenriss das vorzeitige Saisonaus ereilte.

Nun ist Staude wieder fit – und brennt auf den Saisonstart gegen seinen Ex-Club Kickers Würzburg. Unser Interview.

Keanu, was geht Ihnen beim Stichwort Würzburg durch den Kopf?

Gemischte Gefühle. Ich hatte eine coole Zeit mit den Jungs aus der Mannschaft, rein sportlich lief es ziemlich schlecht. Verletzungen, Trainerwechsel, immer mehr Unruhe . . . Im Winter wurde mir gesagt, dass ich bei Bernhard Trares keine Rolle mehr spielen würde. Das war es dann mit mir und Würzburg.

Wie emotional wird das Wiedersehen?

Natürlich hat das Spiel einen speziellen Charakter, aber ganz so viele Leute aus meiner Zeit sind jetzt auch nicht mehr dort, von daher fühlt sich’s relativ normal an. Worauf ich mich viel mehr freue, sind unsere Fans. Ich habe noch kein Spiel in unserem Stadion mit Zuschauern erlebt, am Samstag wird’s endlich so weit sein.

Welchen Staude bekommen die Fans zu sehen?

Einen fitten, der jetzt zum Glück verletzungsfrei geblieben ist. Und einen, der sich bei Sechzig richtig wohlfühlt.

Woran liegt’s?

Hier erfahre ich das, worüber in Würzburg immer nur geredet wurde: Offenheit, Direktheit, ein echtes Zusammengehörigkeitsgefühl. Wir haben einen Teamgeist, wie ich ihn so noch nicht erlebt habe. Schade, dass ich am Ende der Rückrunde nur zusehen konnte, wie es schließlich doch nicht geklappt hat mit dem Aufstieg. Das war bitter, aber es hat uns nicht umgeworfen – im Gegenteil: Ich spüre eine Jetzt-erst-recht-Stimmung im Team.

Was können Sie dazu beitragen, dass es am Ende der Saison noch mehr Punkte werden als 20/21?

Mich macht aus, dass ich auch mal Dinge versuche, mit denen man nicht rechnet. Dribblings, riskantere Pässe. Zum Glück habe ich einen Trainer, der das nicht blockiert, sondern fördert. Er sagt: Mach dein Spiel!

Wie nah sind Sie dran an der Startelf?

Ich versuche mich aufzudrängen, denke schon, dass ich nah dran bin. Aber das letzte Wort liegt beim Trainer.

Ihre Nähe zu Sascha Mölders fällt auf. Haben sich da zwei gefunden?

Sascha hat mich direkt unter seine Fittiche genommen und mir erklärt, wie es hier läuft bei Sechzig. Inzwischen sind wir Freunde, ticken in vielen Dingen sehr ähnlich.

Zum Beispiel?

Die Dinge klar und direkt anzusprechen. Verantwortung zu übernehmen – auf dem Platz und außerhalb. Und natürlich Humor, ganz wichtig! Man muss Sascha nehmen, wie er ist. Wer beim ersten Spruch gleich einknickt, der hat ihn nicht verstanden.

Wie viel Verständnis haben Sie für Ihre neue Haarfarbe erfahren?

(lacht) Die ersten Blicke waren schon . . . na ja. Aber ab dem zweiten Tag ging’s. Nachgemacht hat’s mir bisher noch niemand.

Gab’s einen speziellen Grund für Ihre Giesinger Erhellung?

Nein, ich mach das schon einige Jahre so, wenn der Sommer kommt. Wenn’s heller wird, dann werde ich auch heller. Ich liebe die Sonne.

Interview: Ludwig Krammer

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